Studieren im Baltikum

Dieser Artikel bietet Informationen über das Baltikum im Allgemeinen und die Studienmöglichkeiten und -bedingungen in Estland, Lettland und Litauen.


BaltikumKarte
Karte des Baltikums (Quelle: www.skandinavien.de)


Einleitung

Mit 7,7 Millionen Einwohnern insgesamt gehören die drei baltischen Staaten zu den kleineren EU-Mitglieden. Im Sommer 2003 haben Estland, Lettland und Litauen sich nach einem Volksentscheid für den Beitritt zur EU entschlossen, der sie nun seit Mai 2004 angehören. Die drei Länder wurden 1918 als unabhängige Republiken gegründet, aber im Zweiten Weltkrieg sowohl durch die Rote Armee als auch durch die deutsche Wehrmacht besetzt. Von 1944 bis 1990 waren Estland, Lettland und Litauen Teil der Sowjetunion. Erst 1991 konnten sie wieder ihre Unabhängigkeit erlangen.

Tallinn
Tallin (Quelle: www.skandinavien.de)

Die Hoffnung auf Aufschwung
In frisch renovierten Häusern in den baltischen Hauptstädten siedeln sich heute "hippe" Kneipen an, das Nachtleben boomt. Abseits der touristischen Plätze sieht es jedoch meist weniger modern aus. Von der EU erhofft sich das Gros der Bevölkerung, dass sich die finanzielle Situation bessert. Und natürlich, dass durch die neuen Freundschaften ausländische Investitionen ins Land fließen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Estland, Litauen und Lettland
Estland, der nördlichste der baltischen Staaten, ist mit seinen 1,4 Millionen Einwohnern auch der kleinste. Lettland, in der Mitte liegend, ist wie Estland seit 1991 unabhängig. Riga gilt als die ungekrönte Hauptstadt der baltischen Länder und ist zudem ein Schmelztigel der Kulturen: Dort mischen sich die bohemehafte Prager Gemütlichkeit und die kühle Eleganz von Paris. Litauen ist das südlichste, größte und mit 3,5 Millionen Einwohnern das am stärksten besiedelte Land im Baltikum. Sein ganzer Stolz ist die Hauptstadt Vilnius.

Studienbedingungen im Baltikum
Wen der hohe Norden reizt, der wird dort mit guten Studienbedingungen belohnt: gute Betreuung, kleine Seminare und gute Ausstattung. Die Studiengebühren liegen zwischen 500 und 3.000 Euro - je nach Hochschule und Land.

Hochschullandschaft

In Lettland konzentriert sich das Hochschulleben sehr auf die Hauptstadt. Estland und Litauen haben auch in der zweitgrößten Stadt eine bedeutende Hochschule. Im estnischen Tallinn gibt es die große Technische Universität, die trotz ihres Namens auch Wirtschaftswissenschaften anbietet. Daneben gibt es mehrere kleinere, spezialisierte Hochschulen. Die größte estnische Uni liegt in Tartu. In Litauen sind Kaunas und die Hauptstadt Vilnius die zwei klassischen Universitätsstädte.

Private Hochschulen

Die großen, traditionsreichen Universitäten beifnden sich in staatlicher Hand. In den vergangenen Jahren haben aber mehr und mehr private Hochschulen ihre Pforten geöffnet. Diese haben sich meist auf eine Fachrichtung spezialisiert – häufig Wirtschaftswissenschaften – und bieten noch bessere Studienbedingungen: wenige Studenten, gut ausgestattete Bibliotheken und Computerpools. Manche der privaten Hochschulen genießen allerdings einen zweifelhaften Ruf: Studenten berichten davon, dass man sich Studienleistungen erkaufen könne. Bevor man sich an einer der privaten Hochschulen einschreibt, sollte man sich bei einem Professor der Heimatuniversität oder beim DAAD nach deren Ruf erkundigen. Anabin ist das Informationssystem der Kultusministerkonferenz zur Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse.

Überwiegend Master- und Bachelorabschlüsse

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die drei baltischen Staaten ihre Hochschulsysteme schnell nach westlichem Muster umstrukturiert. Heute sind sowohl Bachelor- und Masterstudiengänge als auch das European Creditpoint Transfer System (ECTS) an den meisten Hochschulen Standard. Nach Angaben des DAAD ist Estland das einzige Land Osteuropas, in dem schon alle Studiengänge auf Bachelor- und Master umgestellt sind.


Studienaufbau

Die Studiengänge an den baltischen Hochschulen sind meist nach dem angelsächsischen Muster aufgebaut. In der Regel erwirbt man nach drei bis vier Jahren einen Bachelor und nach weiteren ein bis drei Jahren einen Master. Im Anschluss ist eine Promotion möglich. Interessant für Studenten aus Deutschland: Für eine Promotion im Baltikum reicht in der Regel der deutsche Fachhochschulabschluss aus.

Veranstaltungen mit nur 30 Studenten

Das akademische Jahr ist wie hierzulande zweigeteilt. Es beginnt in allen drei Ländern im September und endet im Juni beziehungsweise Juli. Das Herbstsemester dauert von September bis Dezember oder Januar. Das Frühjahrssemester beginnt Ende Januar oder Anfang Februar und dauert bis Juni. Die Prüfungen finden meist im Anschluss an das Semester statt. Im Vergleich zu Deutschland ist das Studium im Baltikum ähnlich wie in der Schule: Oft herrscht Anwesenheitspflicht, Hausaufgaben sind die Regel. Dafür sitzen in vielen Veranstaltungen nicht mehr als 30 Studenten.

MBA in Lettland

In Riga bieten die Stockholm School of Economics (SSE Riga) und die Riga International School of Economics and Business Administration (RISEBA) den international bekannten Managementabschluss MBA an. Beide Hochschulen arbeiten eng mit ausländischen Institutionen zusammen: Die SSE Riga ist eine Kooperation zwischen der schwedischen Handelshochschule in Stockholm und dem lettischen Staat; die RISEBA vergibt den MBA-Titel der englischen Salford University. Beide MBA-Studiengänge dauern zwei Jahre und sind so konzipiert, dass sie berufsbegleitend belegt werden können. Während bei RISEBA wöchentlich an zwei Abenden unterrichtet wird, finden die Veranstaltungen der SSE Riga einmal im Monat von Mittwoch bis Samstag statt und richten sich ausdrücklich auch an Studenten, die außerhalb Lettlands leben. Beide Hochschulen erwarten von ihren Studenten mehrjährige Berufserfahrung und verlangen Studiengebühren. An der SSE Riga werden 12.500 Euro fällig, das MBA-Studium bei RISEBA kostet umgerechnet rund 6.500 Euro.

Internationale Abschlüsse in Estland

Auch die Estonian Business School (EBS) bietet einen Master of Business Administration. Trotz der Namensgleichheit ist dieses Programm keine typische MBA-Ausbildung, wie sie von vielen Hochschulen in Amerika angeboten wird, sondern eher ein gewöhnlicher Master. Die Anforderungen, die die EBS an ihre Studenten in diesem Studiengang stellt, sind geringer. Allerdings stehen auf dem Abschlusszeugnis die gleichen begehrten drei Buchstaben. Wesentliche Voraussetzung ist eine dreijährige Hochschulausbildung, Berufserfahrung wird nicht ausdrücklich verlangt. Das zweijährige Programm kostet rund 10.000 Euro Gebühren. Zudem gibt es an der EBS einen International Bachelor of Business Administration (BBA), der ebenfalls komplett in Englisch unterrichtet wird. Abitur und fließende Englischkenntnisse sind Mindestvoraussetzung für den Studiengang. Die dreijährige Ausbildung kostet je Semester etwa 2.000 Euro.

Erfahrungen aus Estland

Austauschstudenten von einer der Partneruniversitäten der ESB bekommen die Gebühren erlassen. Der BWL-Student Volker Starrach hat ein Semester des BBA-Studienganges besucht. Auf seinem Stundenplan standen unter anderem Business Law und Transformation Economics. Anders als an seiner Heimathochschule in Augsburg war die Atmosphäre an der estnischen Hochschule mit maximal 30 Studenten im Kurs geradezu familiär. "Dadurch kam es viel leichter zu Diskussionen", berichtet er. Während des Semesters werden die Leistungen ständig überprüft: An der EBS gibt es zusätzlich zu den zwei Examen in jedem Kurs Hausaufgaben und Tests. "Das ist wie früher in der Schule, hat aber den Vorteil, dass man konstanter lernt als in Deutschland", meint Volker Starrach.


Studienplatz

Estland, Lettland und Litauen nehmen schon seit einigen Jahren am Erasmus- und Sokrates-Programm der EU teil. Mittlerweile unterhalten zahlreiche deutsche Universitäten Austauschbeziehungen mit Partnerhochschulen im Baltikum. Noch kommen deutlich mehr Studenten aus den baltischen Ländern nach Deutschland als umgekehrt. Das hat den Vorteil, dass ein Erasmus-Studienplatz in einem der drei baltischen Staaten relativ einfach zu bekommen ist. Informationen zum Erasmus-Programm gibt es im akademischen Auslandsamt der Heimatuniversität. Dort, und nicht an der Gastuniversität in Estland, Lettland oder Litauen, wird entschieden, ob ein Student den gewünschten Studienplatz an der Partnerhochschule erhält.

Bewerbung direkt bei der gewünschten Uni
Alternativ kann man sich natürlich auch bei den Gastuniversitäten direkt bewerben. In diesem Fall entscheidet die Gastuniversität über die Aufnahme. Die Bedingungen sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Für Ausländer ist es in der Regel relativ einfach, ein oder zwei Semester an einer Hochschule im Baltikum zu verbringen. Weil die Nachfrage aus dem Ausland noch relativ gering ist und zudem oft Studiengebühren gezahlt werden müssen, gibt es kaum Hürden zu überwinden. Üblicherweise bewirbt man sich mit seinem Abiturzeugnis und einem Nachweis über das bisherige Studium in Deutschland. Strengere Bestimmungen gelten für diejenigen, die einen kompletten Studiengang im Baltikum absolvieren möchten. Welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, hängt vom Studiengang ab. Informationen gibt es beim International Student Office der jeweiligen Hochschule.

Mehr Informationen: siehe Weblinks


Sprachliche Voraussetzungen

Größere Universitäten bieten einige Kurse auf Englisch an, in Ausnahmefällen ist die Unterrichtssprache sogar Deutsch oder Französisch. An der Universität Vilnius ist es möglich, Kurse zu Themen wie "Deutsche Sitten und Gebräuche" oder "La littérature de la Suisse Romande" in der jeweiligen Landessprache zu belegen. Daneben werden unter anderem die Kurse in Arbeitsökonomik, Zivil- und Strafrecht sowie Bibliothekswissenschaft auf Deutsch angeboten.

Internationale Abschlüsse auf Englisch

Zudem sind manche der Master-Studiengänge im Baltikum komplett auf Englisch zum Beispiel die MBA-Programme der SSE Riga und der RISEBA. Auch der "International Bachelor of Business Administration" der privaten Estonian Business School (EBS) wird vollständig auf Englisch angeboten.

Beherrschung der Landessprache sinnvoll

Wer länger als zwei Semester in einem der Staaten studieren möchte, sollte jedoch unbedingt die Landessprache beherrschen, um aus dem kompletten Kursangebot wählen zu können. Zum Teil ist der Nachweis der Landessprache sogar vorgeschrieben. Das gilt vor allem als Zugangsvoraussetzung für diejenigen, die ein ganzes Studium im Baltikum absolvieren wollen. Lediglich wer Russisch spricht, hat auch ohne Kenntnisse der ersten Landessprache gute Auswahlmöglichkeiten: Weil in allen drei Staaten eine große russischsprachige Minderheit lebt, werden viele Veranstaltungen auf Russisch abgehalten.

Sprache vor Ort lernen

Estnisch, Lettisch und Litauisch lassen sich am besten vor Ort lernen. Die meisten Hochschulen bieten für ausländische Studenten spezielle Sprachkurse während des Semesters an. Das Institut für Baltische Studien an der Universität Münster fördert zusammen mit dem DAAD jedes Jahr Sprachkurse in Estnisch, Lettisch und Litauisch - die Kapazität ist auf 24 Studenten begrenzt.

Hilfreiche Websites zu diesem Thema: siehe Weblinks.


Studiengebühren

Wer nicht im Rahmen einer Hochschulkooperation ins Baltikum geht, muss die Studiengebühren selbst tragen. An der Universität Vilnius liegen sie je nach Studienfach zwischen 2.000 und 6.000 Euro pro Semester; an der Universität Lettlands in Riga werden umgerechnet zwischen 950 und 2.700 Euro fällig. Nach Angaben des DAAD (2007) muss man in der Regel mit folgenden durchschnittlichen Studiengebühren rechnen:

baltisches Land Betrag pro Semester in Euro
Estland 3.500
Lettland 750 an staatlichen, zwischen 1.000 und 5.000 an privaten Unis
Litauen 1.000 bis 5.000
Quelle: DAAD 2007

MBA-Programme deutlich teurer

Teurer sind die MBA-Programme an den privaten Wirtschaftshochschulen. Die SSE Riga, ein Joint Venture zwischen der renommierten Handelshochschule Stockholm und dem lettischen Staat, verlangt 12.500 Euro. Die ebenfalls in Riga ansässige RISEBA, die den MBA der englischen Salford University vergibt, berechnet 6.500 Euro. Der International Bachelor der Estonian Business School kostet pro Semester 2.000 Euro beziehungsweise 12.000 Euro insgesamt.

Stipendien statt Studiengebühren

Austauschstudenten, die im Rahmen einer Hochschulkooperation im Baltikum studieren, erhalten in der Regel ein von der Europäischen Union finanziertes Sokrates- oder Erasmus-Stipendium und bekommen die Studiengebühren erlassen. Daneben bietet der DAAD spezielle Stipendien für ein Studium in Osteuropa. Wichtig: Beim DAAD muss man sich häufig sehr lange vor Beginn des Auslandsaufenthalts bewerben. Einen Überblick über weitere Stipendien von deutschen Institutionen gibt der Stifterverband der deutschen Wissenschaft.

Stipendium und Informationen vom DAAD
Finanzielle Unterstützung kann für Promotionen und wissenschaftliche Zusammenarbeit bereitgestellt werden, jedoch nur für zeitlich begrenzte Aufenthalte.

Speziell für Studienaufenthalte in Osteuropa gibt es vom DAAD das Programm go east. Die Website www.goeast.daad.de informiert generell zu einem Studium in Osteuropa. Sie gibt länderspezifische Tipps und erläutert die Bewerbungsbedingungen für die speziellen Stipendien.


Leben und Aufenthalt

Im Sommer sind die relativ kleinen und bestens restaurierten Stadtkerne von Tallinn und Vilnius überströmt von Touristen. An fast jeder Straßenecke werden Postkarten, Bernsteine oder Ölbilder verkauft und die Kellnerinnen in den Restaurants tragen historische Gewänder. Touristen und solche, die mit ihnen Geschäfte machen, haben die historischen Altstädte von Tallinn und Vilnius in Beschlag genommen. Vom normalen Leben der Einheimischen bekommt man fast nichts mit.

Abseits der Touristenströme wohnt es sich besser

Wer das wahre Estland und Litauen erleben möchte, muss sich aus dem Zentrum der Hauptstädte wegbewegen und in die Vorstädte gehen. Erst am Rande des Stadtkerns, wo die Häuser noch nicht in Stand gesetzt worden sind, wird dem Besucher klar: Seit dem Ende der Sowjetunion hat sich zwar viel getan, die Länder sind aber immer noch arm. Hier zu wohnen empfiehlt sich auch für ausländische Studenten – statt wie in der Innenstadt Geschäftsleute und Botschaftsangehörige als Nachbarn zu haben, lebt man so unter seinesgleichen. Aus finanziellen Gründen wohnen die heimischen Studenten meist außerhalb des Zentrums und oftmals noch bei ihren Eltern.

Riga

RIGA 8
Riga (Quelle: www.skandinavien.de)

Zwar ist auch die lettische Hauptstadt Riga ein begehrtes Reiseziel, allerdings nicht ganz so touristisch wie Tallin und Vilnius. Riga ist bedeutend größer und die Bausubstanz nicht ganz so alt.

Reizvolle Architektur in kleineren Städten

Auch die kleineren Städte in den drei Ländern haben ihren Reiz. Das estnische Tartu lockt mit einer ebenso reizvollen Architektur wie die Hauptstadt. Kaunas und Klaipeda, die beiden anderen ökonomischen Zentren Litauens, haben entsprechend viel zu bieten. Im Sommer lohnt sich ein Abstecher an die Küstenorte.

Aufenthaltsgenehmigung und Krankenversicherung

Wer länger als drei Monate in einem der drei baltischen Staaten verbringen wollte, musste bisher ein Visum beantragen. Mit dem EU-Beitritt der Länder fällt diese Regelung weg. Anstelle des Visums tritt für alle drei Staaten die Aufenthaltsgenehmigung. Die Aufenthaltsgenehmigung sollte bereits in Deutschland über die entsprechende Botschaft beantragt werden. Die International Student's Offices (Akademischen Auslandsämter) der jeweiligen Hochschulen sowie die hiesige Botschaft sind bei der Abwicklung der Formalitäten behilflich. Impfungen oder ein Gesundheitszeugnis werden für die Einreise in die drei Länder nicht verlangt. Das Abschließen einer Krankenversicherung ist jedoch angebracht. Die estnische Tourismuszentrale rät dazu, persönliche Medikamente mitzubringen.


Wohnen und Lebenshaltungskosten

Wirtschaftlich stehen Estland, Lettland und Litauen hinter den meisten ihrer osteuropäischen Nachbarn zurück – nach Kaufkraft beträgt das jährliche pro Kopf Einkommen in Estland rund 40 Prozent des EU-Durchschnitts, in Lettland und Litauen liegt es noch darunter. Wer durch die historischen Altstädte von Tallinn, Riga und Vilnius schlendert, mag das gar nicht glauben: Die Gebäude sind bestens renoviert, die Schaufensterauslagen mit edler Kleidung von Max Mara und Boss auststaffiert und der Capuccino kostet umgerechnet 2,50 Euro. Doch der Eindruck täuscht: Zwar gibt es in den Hauptstädten eine kleine, sehr reiche Oberschicht und mittlerweile auch eine aufsteigende Mittelklasse, die Mehrheit ist allerdings immer noch arm. Zudem treiben ausländische Touristen das Preisniveau nach oben.

Relativ niedrige Lebenshaltungskosten Die Lebenshaltungskosten in den drei Staaten sind dementsprechend deutlich niedriger als in Deutschland – zumindest wenn man das Zentrum der Hauptstädte verlässt. "Ein großes Bier kostet umgerechnet 1,50 Euro, ein Liter Milch 0,30 Euro, und für mein Zimmer im Studentenwohnheim habe ich monatlich rund 65 Euro bezahlt", berichtet ein BWL-Student, der ein Semester an der Universität Vilnius verbracht hat. Diese günstigen Preise gelten auch für Lettland und Estland. Wen es in das Zentrum der Hauptstadt zieht, muss jedoch mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Lebenshaltungskosten im Landesdurchschnitt in Euro pro Monat
Estland 500
Lettland 300
Litauen 400 bis 500
Quelle: DAAD 2007

Da der DAAD von "nicht allzu hohen Ansprüchen" ausgeht, muss man eventuell mit einem entsprechend höheren Betrag kalkulieren. Ein Aufenthalt in der Hauptstadt schlägt mit Sicherheit mit (im Falle von Lettland deutlich) höheren Kosten zu Buche.

Wohnen im Baltikum Austauschstudenten bekommen oftmals eine Unterkunft vermittelt. Studentenwohnheime sind billig zwischen (50 und 100 Euro laut DAAD), zum Teil aber auch in schlechtem Zustand. Wer in Tallinn, Riga oder Vilnius eine Wohnung in zentraler Lage beziehen möchte, muss mit Preisen von deutschen Großstädten wie Hamburg, Köln oder Frankfurt rechnen. Am einfachsten ist die Suche über einen der vielen Makler oder eine Zeitungsannonce - zum Beispiel auf Englisch in der Baltic Times. Für Studenten der Estonian Business School gibt es eine Wohnungsbörse im Internet auf Englisch.


Literatur zum Thema

Die wesentlichen Informationen fasst der DAAD-Studienführer Russische Föderation/Baltische Staaten zusammen. Dieser ist 2001 erschienen (und somit nicht mehr auf dem allerneuesten Stand) und kostet 14,90 Euro.

Eine überaus informative Broschüre gibt die Bundesanstalt für Arbeit heraus: "Europa kommt - gehen wir hin! Perspektiven in Europa. Bildung - Ausbildung - Studium". Sie stellt Auslands- interessierten jedes Land der EU in einem kurzen Porträt vor. Die Länderporträts sind auch im Internet: Bundesanstalt für Arbeit.

Merian Baltikum, Jahreszeiten Verlag Der Reiseführer ist erst im September 2003 erschienen und kostet 7,50 Euro. Er vermittelt all jenen, die noch nicht in den baltischen Staaten waren, einen ersten Eindruck.

Baltische Länder, Michael Müller Verlag Ebenfalls ein Reiseführer, Kosten: 21,90 Euro. Wenn man den Rezensionen glauben kann, gibt es derzeit kein besseres Buch, um Estland, Lettland und Litauen kennen zu lernen. An das Osteuropaforum des Verlags können Fragen rund um die Reise ins Baltikum geschickt werden. Andere Baltikum-Interessierte (und eventuell auch Autoren des Verlags) antworten. Osteuropaforum

Neben den allgemeinen Informationen gibt es im Folgenden noch speziellere Infos zu den einzelnen Ländern.


Weblinks

Allgemeines

  • Hochschulkompass: Der Hochschulkompass ist eine Datenbank mit allen deutschen Universitäten und deren Kooperationspartner.


DAAD
Special für Osteuropa - Go East: Informationen des DAAD über die Hochschulsysteme und Fördermöglichkeiten. Auf der Website gibt es außerdem Erfahrungsberichte von DAAD-Stipendiaten, die in Estland, Lettland und Litauen studiert haben.
"Universitäten in Estland"


"Universitäten in Lettland"


"Universitäten in Litauen"


"Baltikum


"Estland

  • Ministerium für Bildung und Forschung: Das Ministerium bietet weitere Informationen zur Hochschulausbildung und Studium in Estland - auch auf Englisch.
  • Estnisches Institut: Das estnische Gegenstück zum Goethe-Institut informiert online über Kultur, Geschichte und Küche des Landes.
  • AISEC: Das estnische Büro der internationalen Studentenorgansiation ist eine gute Anlaufstelle, um Studenten aus dem Land kennenzulernen und sich über Praktikumsstellen zu informieren.
  • Das estnische Sokrates-Büro: Der Link gibt einen Überblick über das estnische Bildungssystem und Hinweise zu Estnisch-Kursen für Erasmus-Studenten. Auf Englisch.
  • Wörterbuch Estnisch-Englisch: Das Wörterbuch ist unerlässlich für jeden, der sich über Estland informieren möchte.
  • Rechtliche Hilfe: Rechtsanwalt Kaasik - für den Fall der Fälle ein Deutsch sprechender Rechtsanwalt in Tallinn.
  • In your Pocket - Reiseführer: Die Online-Ausgabe des bekannten Reiseführers hält besonders gute Hinweise zu preiswerten Unterkünften im Land bereit. Auf Englisch.


Lettland

  • Latvian Academic Information Centre: Allgemeine Angaben zum Bildungssystem sowie aktualisierte Informationen auf Englisch bezüglich akkreditierter Hochschulinstitutionen und Studienprogramme
  • DAAD: In der kommentierten Linkliste des DAAD gibt es noch weitere interessante Links zum Land.
  • Lettische Botschaft in Berlin: Kurzinformationen über Land und Leute sowie Hinweise zu Veranstaltungen mit Lettland-Bezug in Deutschland.
  • Lettisches Institut: Das lettische Gegenstück zum Goethe-Institut informiert online über Kultur, Geschichte und Gesellschaft des Landes.
  • AISEC: Das lettische Büro der internationalen Studentenorgansiation ist eine gute Anlaufstelle, um Studenten aus dem Land kennen zu lernen und sich über Praktikumsstellen zu informieren.
  • In your Pocket - Reiseführer Lettland: Die Online-Ausgabe des Reiseführers hält besonders gute Hinweise zu preiswerten Unterkünften im Land bereit.


Litauen

  • Litauische Botschaft in Berlin
  • AIESEC: Das litauische Büro der internationalen Studentenorgansiation ist eine gute Anlaufstelle, um Studenten aus dem Land kennen zu lernen und sich über Praktikumsstellen zu informieren.
  • In you Pocket-Reiseführer Litauen: Die Online-Ausgabe des bekannten Reiseführers hält besonders gute Hinweise zu preiswerten Unterkünften im Land bereit. Auf Englisch.

Weblinks