Stiftung der Deutschen Wirtschaft

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Artikel zum Auswahlverfahren für ein Stipendium bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Organisation

Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft engagiert sich für die Bildung und Qualifizierung der nachwachsenden Generationen. Das Studienförderwerk Klaus Murmann ist das eigentliche Programm für Studenten und fördert leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen mit Stipendien und einem breit angelegten Programm.

Die Stufen des Auswahlverfahrens

Bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft gibt es ein zweistufiges Auswahlverfahren, zu dem man sich selbst bewerben muss. Zunächst wird man zu einem Gespräch mit dem Vertrauensdozenten der jeweiligen Region eingeladen; meistens ist auch ein Stipendiat bei diesem Gespräch dabei (regional sehr unterschiedlich, zum Teil auch Gruppengespräche mit mehreren Stipendium-Bewerbern). Das wichtigste dort, und auch später beim Assessment Center (die zweite Stufe), ist, sich natürlich zu geben, klar zu machen, wer man ist und was man will. Gleichzeitig ist es hilfreich, wenn man klar machen kann, was man in die Stiftung einbringen kann (Seminarthemenvorschläge usw., vorher ein bisschen informieren ist also keine schlechte Idee!). Authentizität ist hier wie auch später aber auf jeden Fall sehr wichtig. Ich empfand dieses Gespräch als angenehm und den Vertrauensdozenten sympathisch, also keine Angst davor!

Assessment Center

Im Assessment Center sollte man sich im Einzelgespräch seiner Stärken und Schwächen bewusst sein; es hat keinen Sinn, vorzugeben, jemand anders zu sein, denn die Beobachter werden es merken. Was auf jeden Fall positiv ist (unabhängig davon, ob man genommen wird oder nicht), ist das abschließende Feedback-Gespräch, in dem man erfährt, was den Beobachtern gut an einem gefallen hat und was nicht. So weiß man zum Schluss, im Gegensatz zu vielen (oder allen?) anderen Stiftungen immerhin, woran es gelegen hat, dass sie einen (nicht) genommen haben.

Auswahlkriterien

Die sdw erwartet von ihren Stipendiaten sehr gute Studienleistungen und über das Studium hinausgehendes Engagement. Zentrale Kriterien bei der Auswahl sind:

  • Gesellschaftliches Engagement, wie z.B. Gremienarbeit an der Hochschule, Mitwirkung in Vereinen oder in einer Partei, ehrenamtliches Engagement in der Kirche oder in sozialen Einrichtungen
  • Zielstrebigkeit
  • Soziale Kompetenz
  • Allgemeinbildung
  • Fähigkeit zu vernetztem Denken
  • Kommunikative Fähigkeiten

Die ersten beiden Kriterien sind die TOP-Kriterien, auf die besonders Wert gelegt wird.

Zum Dresscode

Den Dresscode fand ich im Vorhinein relativ schwierig einzuschätzen; einige waren im Anzug oder Kostüm da, andere kamen in Jeans. Da sie mich genommen haben, obwohl ich einer der Jeansträger war, kann es nicht so wichtig gewesen sein, was wir letztendlich getragen haben. Mit einem Mittelmaß zwischen Jeans und Anzug ist man sicherlich auf der sicheren Seite; wichtiger ist, denke ich, dass man sich in der Kleidung nicht fehl am Platze fühlt (was ich mit einem Kostüm getan hätte).

Leistungen

Gehört man zu denjenigen, die in die Stiftung aufgenommen wurden, steht einem ein breites Programm offen:

  • Einerseits gibt es die materielle Förderung wie in anderen Studienförderwerken auch: Diese richtet sich in etwa nach BAföG, wobei der volle Betrag nicht rückzahlungspflichtig ist. Mindestens erhält man 80 EUR Büchergeld, darüber hinaus Förderung nach sozialen Verhältnissen. Außerdem wird ein recht umfangreicher und einkommensunabhängiger Auslandszuschuss gezahlt.
  • Andererseits macht die ideelle Förderung einen großen Teil des Angebots aus: Man wird einer Regionalgruppe zugeordnet, die verschiedene Aktivitäten organisiert (von netten Abenden bis hin zu mehrtägigen Seminare) und von einem Professor und einem Ansprechpartner aus der Wirtschaft betreut wird. Zusätzlich gibt es außergewöhnlich viele zentrale Veranstaltungen wie mehrtägige Seminare zu allen möglichen Themen (z.B. Grundlagen der Zivilgesellschaft, Corporate Social Responsibility, Präsentationstechniken), die i.d.R. in Zusammenarbeit mit Unternehmen angeboten werden. Außerdem gibt es mehrere einwöchige Ferienakademien zu aktuellen gesellschaftlichen Themen jährlich.
  • Natürlich steht einem ein breites Netzwerk mit tausenden SDWlern zur Verfügung, auf das man über das Intranet zugreifen kann. Nach der Förderung gibt es die Möglichkeit, in die ebenfalls recht große Alumni-Organisation übernommen zu werden.

Im Gegenzug für das Stipendium erwartet die sdw aktive Mitarbeit in den lokalen Stipendiatengruppen bei der Organisation z.B. von Gruppentreffen, Unternehmensbesuchen, Kamingesprächen, Seminaren und Workshops. Bei all diesen Aktivitäten ist jeder Stipendiat und jede Stipendiatin eingeladen, eigene Ideen einzubringen und gemeinsame Unternehmungen zu organisieren. Dies ist auch im Einklang mit dem Leitbild der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die besonders die Eigeninitiative ihrer Stipendiatinnen und Stipendiaten fordert und fördert. Verpflichtend ist daneben 2x jährlich das Schreiben eines Semesterberichtes und die Teilnahme an einer Ferienakademie, wobei es sich aufgrund des attraktiven Angebots anbietet, an mehreren Aktivitäten teilzunehmen.

Weblinks