Schnelllesetechniken

Artikel mit Techniken, mit denen die e-fellows es schaffen, Texte schneller zu lesen. Stelle hier deine Technik vor. Klicke dazu auf "bearbeiten", ersetze unten stehende Überschrift (z.B. "Technik 1") durch den Namen deiner Technik und beschreibe darunter deine Technik.

Viele Bücher in kurzer Zeit

Wenn möglichst viele Bücher oder Artikel in kurzer Zeit gelesen werden müssen und deren Inhalt bekannt sein soll, ist es hilfreich zunächst, die Inhaltsangabe zu lesen. Diese gibt bereits einen ersten Überblick über den Inhalt des Buches, die Zielgruppen des Autors und über die wissenschaftliche Aussagefähigleit. Bei Hausarbeiten können zum Beispiel bereits hier Abstriche gemacht werden in Bezug auf den Stellenwert des Buches (inwieweit es relevant ist).

Außerdem muss man nicht die einzelnen Kapitel genau lesen. Oftmals genügt die Zusammenfassung am Schluss jedes Kapitels, da diese (bei einem wissenschaftlich renommierten Buch) die wichtigsten Thesen und Aussagen beinhaltet. Folglich kann dadurch die Lesegeschwindigkeit enorm gesteigert werden und trotzdem sind die wichtigsten Aussagen und Inhalte bekannt.

Journals sinnvoll lesen

Muss man für einen Kurs einen oder mehrere Artikel aus einem wissenschaftlichen Journal lesen, so bietet sich eine andere Herangehensweise als bei "klassischen" Lehrbüchern an.

Genügt es, das Ziel der Untersuchung und die Ergebnisse zu kennen, empfiehlt es sich, folgende Teile zu lesen:

  • das sogenannte Abstract (meist eine wenige Zeilen umfassende Ultrakurzzusammenfassung)
  • die Einleitung (erster Teil)
  • die Zusammenfassung (letzter Teil)zu lesen.

I.d.R. reichen diese Abschnitte völlig aus, um den dahinter stehenden Grundgedanken bzw. die Theorie zu verstehen.

Speed Reading

Speed Reading funktioniert ähnlich wie das PhotoReading. Hier werden nicht nur einzelne Wörter, sondern ganze Satzteile, Zeilen oder Abschnitte erfasst. Dadurch wird nicht nur die Lesegeschwindigkeit erhöht, sondern auch, durch die gesteigerte Konzentration, das Textverständnis.

Zu Beginn muss man sich von dem Zwang freimachen jedes einzelne Wort lesen zu wollen. So sollen die "Kontakte" der Augen pro Zeile reduziert werden. Gut trainieren lässt sich dies mit Hilfe eines Metronoms. Dieses wird so eingestellt, dass pro Geräusch eine Zeile gelesen wird. Nach und nach erhöht man die Schnelligkeit, um die Augen an das Tempo zu gewöhnen, wobei zunächst Verständnisseinbussen in Kauf genommen werden. Bei intensivem und regelmässigem Training (3x 1 Stunde pro Woche) Sollten sich schon nach kurzer Zeit die ersten Erfolge einstellen, was bedeutet. Mehr Text, in weniger Zeit, mit besserem Verständnis.

PhotoReading

PhotoReading ist ein von Paul Scheele entwickeltes Lesesystem, das klassische Schnelllesetechniken mit einem eigenen ganzheitlichen Ansatz kombiniert und somit eher eine allgemeine Lerntechnik bildet. Nach Aussage des "Erfinders" ist ein Lesen mit bis zu 25.000 Wörter pro Minute möglich.

  • Schritt 1 des Systems ist das Einstimmen. Hier verdeutlicht sich der Leser, welche Informationen er aus dem Buch ziehen möchte, wie wichtig der Stoff ist, welches Maß an Details erfahren werden soll. Daraufhin begibt man sich über Entspannungsübungen (Atemtechniken etc) in den "idealen Bewusstseinszustand", eine Art Flow-Zustand.
  • Schritt 2 ist der Überblick. Dazu betrachtet man zunächst Klappentexte, Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis. Dann überfliegt man ein paar Seiten des Buches und lässt seine Augen von "Impulsworten" einfangen, z.B. Überschriften, fett oder kursiv Gedrucktes, Schaubilder. Je nach gewünschtem Detailverständnis bietet es sich an, auf dieser Stufe eine kleine Mindmap zum Inhalt des Buches und zu den Aspekten, über die man mehr erfahren möchte, anzulegen. Wichtig ist dabei, noch nicht in die Details abzudriften, sondern den Text nur oberflächlich und mit klarer Zeitbegrenzung (ca. 5 Minuten für 200 Seiten) zu überfliegen.
  • Schritt 3 ist das "PhotoLesen". Dazu entspannt man sich erneut, bringt sich in den "Alpha-Zustand" (wieder eine art Flow) und geht in den "PhotoFokus". Dies ist ein Zustand, indem man die zwei aufgeschlagenen Seiten des Buches als Ganzes betrachtet. Man blickt durch die Mitte des Falzes und nimmt über das periphere Sehen den gesamten Text wahr. Dabei stellt man sich vor, dass die 4 Ecken des Buches ein X bilden und lässt die weißen Flächen zwischen den Textabschnitten auf sich wirken, ohne sich auf den eigentlichen Text zu konzentrieren. Mit diesem Blick blättert man nun das gesamte Buch durch, wiederum in ca. 5 Minuten. Danach lässt man die "gelesenen" Informationen bewusst los, damit das Unterbewusstsein sie verarbeiten kann.
  • Schritt 4 ist das Aktivieren, am besten 24 Stunden nach dem PhotoLesen. In diesem Schritt kommen die aus anderen Schnelllesetechniken bekannten Praktiken zum Einsatz. Man überfliegt die Abschnitte des Texts, die die interessanten Informationen beinhalten und taucht gegebenenfalls ins Detaillesen ein, wenn man sich von der Textstelle angezogen fühlt. Dabei sind MindMaps natürlich wieder hilfreich.

Literatur

Einige Lerntechnik-Bücher stellen das System in Grundzügen dar, wobei das System sicher nicht auf wenigen Zeilen zu beschreiben ist. Das System lernt man am besten mit dem Buch "PhotoReading - Die neue Hochgeschwindigkeits-Lesemethode in der Praxis" (ISBN:3-87387-213-7, 15,50 EUR) oder durch das 8 Audio-Kassetten umfassenden Hörbuch (englisch), die z.B. in verschiedenen Hochschulbibliotheken ausleihbar sind. Das Hörbuch ist besonders zu empfehlen, da der Hörer dort in Echtzeit durch die Übungsaufgaben und Entspannungsübungen geleitet wird.

Eine Alternative zum PhotoReading ist der schnell-lesbare Taschenguide "30-Minuten für effizientes Lesen"(Gabal-Verlag 2009), geschrieben vom e-fellows Stipendiat Martin Krengel. Hier wird ein umfangreiches Lesekonzept dargelegt, dass speziell auch für Studenten und Promoventen entwickelt ist, die nicht nur flink lesen müssen, sondern schwierige Texte auch schnell verstehen und langfristig speichern müssen. Das Konzept geht über das Lesen hinaus und stellt insbesondere auch organisatorische Faktoren vor und beschäftigt sich mit der Frage der optimalen Konzentration. Mehr Informationen auf: http://www.studienstrategie.de

Stellungnahme

Ich war zunächst sehr skeptisch. 25.000 Wörter/Minute? Lesen mit dem Unterbewusstsein? Alpha-Zustand? Nachdem ich aber das Hörbuch komplett durchgehört und das System an einigen Büchern ausprobiert habe, hat es mich letztlich überzeugt. Der Ansatz, sich vor jedem Lesen oder generell jedem Lernen bewusst zu entspannen war neu für mich und völlig anders als die weit verbreitete Annahme "Lernen muss anstrengend sein" ;-) Durch den Überblick und das Photolesen kommen einem die Seiten in einem Buch beim "klassischen Lesen" nicht mehr "ungelesen" vor, und schon einmal Gelesenes liest sich gleich viel leichter. Ob am Photolesen mit dem Unterbewusstsein nun tatsächlich etwas dran ist oder nicht - das Lesen macht auf jeden Fall mehr Spaß, man ist entspannt, verliert die Angst etwas Wichtiges durch Überfliegen zu verpassen und der Bücherturm auf dem Schreibtisch schrumpft kontinuierlich. Meine Empfehlung ist daher, es einfach einmal auszuprobieren. Man lernt zumindest die Entspannungsübungen, die garantiert funktionieren.

Weblinks