RWTH Aachen

Rheinisch-Westfälische Technische
Hochschule Aachen
Motto: Zukunft beginnt bei uns
Rektor: Ernst M. Schmachtenberg
Gründungsjahr: 1870
Ort: Aachen (Nordrhein-Westfalen, Deutschland)
Fakultäten: 9
Studiengänge: 92
Anzahl der Studierenden: 30.260 (WS 2007/08)
Mitarbeiter: etwa 7.000 (2006)
Professuren: 436
Website: www.rwth-aachen.de
RWTH Aachen
Hauptgebäude der RWTH-Aachen

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (kurz: RWTH Aachen, international: RWTH Aachen University) gehört mit über 30.000 Studierenden zu den drei größten Universitäten für technische Studiengänge in Deutschland.

Die technische Hochschule in der rheinländischen Stadt Aachen zählt mit ihrem bewusst in englischer Sprache konzipierten Zukunftskonzept RWTH 2020: „Meeting Global Challenges” zu den neun bundesdeutschen Universitäten, die im Rahmen der Exzellenzinitiative 2007 in die dritte Förderlinie Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung aufgenommen wurden. Die Universität ist Mitglied im Universitätsverbund TU 9, in der IDEA League, im TIME-Netzwerk und im Euregio-Hochschulverbund ALMA.

Geschichte

Die RWTH Aachen wurde im Jahr 1870 als „Königlich Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule zu Aachen“ eröffnet, nachdem die ursprünglich geplante Ansiedlung der preußischen Hochschule in der Stadt Kassel fehlgeschlagen war. Im Hauptgebäude am Templergraben unterrichteten ca. 32 Dozenten rund 223 Studenten.

1880 wurde aus der Polytechnischen Schule mit einem Direktor an der Spitze eine „Technische Hochschule“ mit einer Rektoratsverfassung. 1899 erhielten die preußischen Technischen Hochschulen im Rahmen der Jahrhundertfeier der Berliner Technischen Hochschule durch Kaiser Wilhelm II. das bis dahin allein den Universitäten zustehende Promotionsrecht zur Verleihung eines eigenständigen Doktorgrades der Ingenieurwissenschaften, Abk.: „Dr.-Ing.“. Die Verleihung des Promotionsrechtes an die Technischen Hochschulen stellte einen wesentlichen Schritt der Emanzipation der Technischen Hochschulen gegenüber den traditionellen Universitäten dar.

Der Erste Weltkrieg bedeutete einen ernsten Rückschlag, aber zwischen 1925 und 1932 gab es einen Abschnitt des Wohlstandes und des Wachstums. Alte Studierendenzahlen wurden wieder erreicht, und neue Gebäude wurden errichtet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde die RWTH – wie andere Hochschulen auch – politisch gleichgeschaltet: Die Freiheit der Lehre und der Forschung wurde eingeschränkt, führenden Dozenten wurde die Lehrerlaubnis entzogen, und viele Studenten mussten die RWTH verlassen. Wegen der Grenznähe zu den Niederlanden und Belgien war die Hochschule während des Zweiten Weltkriegs ein Jahr lang geschlossen.

Unmittelbar nach dem Krieg führte die RWTH ihren Lehrbetrieb weiter. Neue nichttechnische Fakultäten entstanden 1965 für Philosophie und 1966 für Medizin, so entstand aus der einst rein technischen Hochschule eine Universität. 1980 wurde die 1946 als Pädagogische Akademie gegründete Pädagogische Hochschule Aachen eingegliedert. Während sich andere bundesdeutsche Technische Hochschulen (TH) in Technische Universitäten (TU) umbenannten, hat die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen in bewusster Tradition ihrer Wurzeln aus der polytechnischen Bewegung die Bezeichnung als Technische Hochschule beibehalten.


Reputation

Die RWTH Aachen ist international angesehen und genießt einen ausgezeichneten Ruf in der deutschen Industrie. Sie bezieht die höchste Drittmittelförderung unter allen deutschen Universitäten und erreicht in nationalen Rankings regelmäßig einen der vorderen Plätze in den Ingenieurwissenschaften. Innerhalb der Naturwissenschaften belegt die Aachener Chemie regelmäßig vorderste Plätze, auch im internationalen Vergleich.

Am 19. Oktober 2007 ist die RWTH Aachen im Rahmen der Exzellenzinitiative in der dritten Förderlinie Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung für ihr Zukunftskonzept RWTH 2020: Meeting Global Challenges (zu deutsch etwa Globale Herausforderungen in Angriff nehmen) ausgezeichnet worden. Sie ist damit eine von neun deutschen Spitzenuniversitäten, die umgangssprachlich in der Öffentlichkeit und den Medien auch häufig als Eliteuniversität bezeichnet werden. In der zweiten Förderlinie wurden 2006 und 2007 zudem drei Exzellenzcluster und in der ersten Förderlinie eine Graduiertenschule bewilligt.


Status, Zahlen & Fakten

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen ist eine staatliche Universität des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie setzt sich aus 260 Lehrstühlen und Instituten sowie aus 170 Lehr- und Forschungsgebieten zusammen. Die Hochschule ist Arbeitgeber für circa 7.000 Beschäftigte: 436 Professuren, 2.000 Wissenschaftliche und 2.000 Nichtwissenschaftliche Mitarbeiter, 711 Auszubildende und Praktikanten sowie über 1.700 Drittmittelbedienstete. Die RWTH Aachen ist der größte Arbeitgeber in der Region Aachen.

Zum Sommersemester 2007 sind 27.600 Studenten in 92 Studiengängen eingeschrieben. Die RWTH Aachen ist damit neben der TU Berlin (etwa 30.000 Studenten) und der TU Dresden (etwa 33.000 Studenten) eine der drei größten Universitäten für technische Studiengänge in Deutschland. Über 5.000 Erstsemester beginnen jährlich ihr Studium an der RWTH, ca. 2.500 Studierende schließen ihr Studium ab, 600 erhalten ihren Doktorgrad. 72 % der Studierenden kommen aus Nordrhein-Westfalen, 12 % aus dem übrigen Bundesgebiet, 16 % aus dem Ausland, vor allem aus der Volksrepublik China, Türkei, Bulgarien, Luxemburg, Indien, Belgien und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Der größte Teil der Studierendenschaft ist in den ingenieurwissenschaftlichen (45 %) und mathematisch-naturwissenschaftlichen (24 %) Fächern eingeschrieben. Dahinter rangieren die Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften mit 22 % und die Medizin mit 9 % (Stand: 2006).

Der Jahresetat der Universität (ohne Medizin) liegt 2007 bei 444,1 Mio. Euro. Über 130 Mio. Euro davon sind sogenannte Drittmittel, d.h. Zuwendungen für Forschungsprojekte von öffentlichen und industriellen Auftraggebern. Die Medizinische Fakultät (FB 10) erhält vom MIWFT unmittelbar eine „Landeszuführung für Forschung und Lehre“ in Höhe von 88.239.400 Euro.

Die RWTH Aachen erhält als Hochschule damit die höchste Drittmittel-Förderung in Deutschland; nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wirbt die RWTH Aachen pro Professur 398.400 Euro (2004) ein.

Seit 1984 haben Existenzgründer aus dem Hochschulbereich rund 450 technologieorientierte Unternehmen innerhalb und außerhalb der zwischenzeitlich entstandenen Gründer- und Servicezentren der Region realisieren können. Bis heute wurde so mehr als 4.000 Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Bereichen direkt geschaffen, zu denen nochmals 4.000 indirekt geschaffene Arbeitsplätze in den Zulieferbetrieben hinzuzurechnen sind. Dieser Trend wird durch ein im Jahre 2000 eingerichtetes Gründerkolleg unterstützt. Im Rahmen der bereits bestehenden Kooperationsabkommen mit der Industrie- und Handelskammer Aachen sowie der Handwerkskammer Aachen wurde in diesem Zusammenhang die GründerRegion Aachen geprägt, die junge Hochschulabsolventen durch vielfältige Maßnahmen bei ihrer Firmengründung unterstützt. Darüber hinaus siedeln sich in Aachen aufgrund der Nähe zur Hochschule eine Reihe ausländischer Unternehmen an: Ericsson, Ford, United Technologies und Microsoft richteten in Aachen Forschungslaboratorien ein.

Neben dieser regionalen Einbindung baut die Hochschule ihre internationalen Kontakte in Wissenschaft und Wirtschaft aus. Insgesamt 70 Partnerschaften sind vertraglich fixiert. Im Rahmen von EU-Projekten sind jährlich rund 100 Institute aus allen Fachbereichen eingebunden. Studienprogramme und Akkreditierungsabkommen mit anderen Universitäten erlauben den Studierenden der RWTH, Teile ihrer Ausbildung unbürokratisch im Ausland zu absolvieren. Die RWTH bietet 14 englischsprachige Masterstudiengänge an.


Weblinks