Princeton University

Die Princeton University (PU) ist eine private Universität mit besonderem Schwerpunkt auf Spitzenforschung und Lehre im Undergraduate-Bereich (in Deutschland vergleichbar mit dem Bachelor). In beidem gehört die Universität mit Sitz in Princeton, New Jersey, zur Weltklasse. Sie gehört zu den acht Universitäten der Ivy League, die in allen Rankings auf US und internationalem Niveau, wie z.B. dem Shanghai-Ranking einen der vordersten Plätze einnimmt. Undergraduate-Studenten in Princeton profitieren gleichsam wie Postgraduate-Studenten aus Deutschland von den Ressourcen einer Weltklasse-Forschungs-Institution.
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Allee in Princeton

STUDIUM

Grundstudium

Die ersten zwei Jahre studiert man am College in einem Studium Generale, ohne sich speziell auf bestimmte Fachbereiche festzulegen. Erst in der zweiten Hälfte belegen Studenten Majors und Minors. Undergraduate-Kurse in den Geisteswissenschaften sind traditionell Seminare oder wöchentlichen Vorträge mit Diskussionen in einem zusätzlichen Seminar, dass als „Precept“ bezeichnet wird, für das pro Sitzung im Schnitt 100 Seiten gelesen werden müssen. Zum klassischen Examen kommen ein oder zwei umfangreichere Stück unabhängiger Forschung, die bekannt sind als "Junior-Papiere."

Master-Programme

Da deutsche Studenten meist für ein Jahr in die USA zum Studieren kommen, eignen sich am besten die Graduierten-Kurse in denen meist gleichaltrige Kommilitonen sitzen. Die Amis schließen ihr vierjähriges Studium bereits mit 22 ab – und kommen nach ein paar Jahren zurück zum Master, den in Princeton aber nur rund ein Viertel aller Studenten machen. Die Akzeptanz des „Undergraduate“ ist in den USA vollwertig – nicht wie der Bachelor in Deutschland, der von vielen Firmen wenig oder gar nicht bisher anerkannt wird. Princeton bietet Postgraduierten-Forschung mit Degress in folgenden Fächern:

  • Mathematik
  • Physik
  • Astronomie und Plasma-Physik
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Geowissenschaften
  • Geschichte
  • Politologie
  • Psychologie
  • Philosophie
  • Englisch
  • und Theologie

Manko bleiben jedoch eine medizinische Fakultät, Law School und Business School, die PU ausnahmsweise nicht zu bieten hat. Die bekannteste Schule ist die Woodrow Wilson School für öffentliche und internationale Angelegenheiten. Gegründet in 1930 und 1948 umbenannt nach Universität und US-Präsident Woodrow Wilson.

Die Graduate School bietet Programme in den Geistes-und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik an. Die Doktoranden-Ausbildung steht allen Disziplinen offen. Wenngleich unter den Studierenden, die ihren Bachelor bereits in der Tasche haben, die Master-Studiengänge Architektur, Engineering, Finance und Public Affairs (an der Woodrow Wilson School zum Sprungbrett in den öffentlichen Sektor) bevorzugen.

Promotions-Programme

Auch bieten sich an der PU exzellente Promotionsstudiengänge in den Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften an. Wobei hier besonders die Fächer Politik, Theologie und Makrobiologie empfohlen werden, denn die PU ist anders als Harvard (Law School und Business School) bekannt für die Geisteswissenschaften und Spitzen in Naturwissenschaft: Der Forrestal Campus verfügt über spezielle Einrichtungen zum Untersuchen von Plasma-Physik und Meteorologie.

Bibliotheken

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Bibliothek

Die Uni-Bibliothek (benannt nach „Firestone“) beherbergt über zwölf Millionen Werke, darunter sechs gebunden Millionen Bände. Die Firestone-Bibliothek ist einer der größten Universitätsbibliotheken der Welt. Nur der Vatikan und die Kongressbibliothek in Washington D.C. sind größer, dafür aber nur mit Genehmigung zugänglich. Deswegen ist Firestone mit Harvard die größte "Open-Stack"-Bibliothek weltweit, die eine Hochschule bieten kann. Senior-Studenten können sich in einigen Abteilungen für geschlossene blaue „Carrels“ bewerben, die ähnlich einem U-Boot im Keller in der Hauptbibliothek eine private Lagerhaltung von Büchern und Materialien ermöglicht, gesichert durch ein Zahlenschloss und Metalltüren – gegen den Lärm beim Studieren.



UMGEBUNG

Anreise

Princeton liegt etwa eine Stunde mit dem Zug und Auto von New York City (Direktverbindung Princeton Junction – Penn Station, Midtown Manhattan. Zum Fliegen: Newark benutzen!) und Philadelphia (Nicht empfehlenswert als Docking-Station aus Frankfurt), das mit dem Auto in einer halben Stunde – mit drei Zügen aber 90 Minuten dauert.

Architektur

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Entworfen von berühmten Architekten erstreckt sich der Campus auf zwei Quadratkilometern mit Parks und einer großen Anzahl von Gebäuden im Neo-Gothic-Stil. Die meisten wurden im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert gebaut. Ältestes Gebäude auf dem Campus ist die Nassau Hall. Ein Unikat und Revival der Antike sind die Nachbildungen griechischer Tempel (Whig und Clio Halls). Moderne Gebäude gibt es vor lauter Oxford-Feeling der Neo-Gothic kaum. Wenige finden sich im Osten und Süden des Campus.

Landschaft

Princeton hat viel Grün auf dem Campus. Stahl-Magnat Andrew Carnegie fügte diesem das Wasser hinzu, damit die Elite-Studenten so wie im britischen Cambridge „punten“ können (In Tübingen nennt man es „Stochern“). Neben dem Carnegie-See, der künstlich für Princeton gebuddelt wurde, erstrecken sich der Delaware- und Raritan-Kanal aus dem Jahre 1830. Hier kann man über 100 Kilometer Fahrrad-Fahren (in den USA ungewöhnlicher als z.B. im westfälischen Münster) und Abends wie Morgens Joggen, bei dem auch Frauen mit Hund zu sehen sind. Ein festes Indiz dafür, dass diese Gegend „safe“ ist.

Sicherheit

Obwohl Princeton selbst eine Insel der Glückseligen sein mag, so ist die Umgebung zwischen den beiden Großstädten, der Metropole New York und Philadelphia, nicht ungefährlich. Der Reichtum der Princetonians hat schon manchen Dieb angelockt. Deswegen gibt es eine Campus-Polizei, „Princeton Public Safety“, die sowohl Leute festnimmt und ermittelt, oder aber Besoffene von Partys ausnüchtert (auch das kommt an einer Eliteschule vor, wenn auch deutlich weniger als an den großen staatlichen Stätten).

Geschichte

Ursprünglich gegründet in 1746 in Elizabeth, New Jersey bekam die PU 1896 ihren jetzigen Namen. Princeton ist die vierte Hochschule, die in den USA gegründet wurde. Harvard rangiert stolz als älteste Uni. Die Princetoner Universität wurde im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Universitäten (im Gleichklang der Ivy League) auch aus religiösen Motiven gegründet. Damals hatte sie eine enge Bindung an die Presbyterian Church. Heute gibt es keine religiösen Forderungen mehr an die Studenten, obwohl rund die Hälfte der Princetonians auch heute noch mehr konservativ-christlich geprägt sind.


LEBEN

Campus-Wohnen

Mehr als 95 Prozent der Studierenden, zwischen 18 (High School) und 22 Jahre alt, leben auf dem Campus in Wohnheimen, die von Außen einem Oxford-Schloss gleichen (v.a. Blair Arches), nach innen aber eher spartanisch ausgestattet sind, so dass der erste Weg zum nahegelegenen 24-Stunden University-Store führt.

Freshmen und Sophomores (ersten beiden Jahre) leben in Wohn-Colleges. Juniors und Seniors nutzen die Möglichkeit, „Off-Campus“ zu wohnen – aber zu hohen Mieten in Princeton (ab 1500 Dollar für ein 10m2 WG-Zimmer im Monat). Deswegen macht das nur, wer es sich leisten kann.

Colleges

Princeton hat sechs Undergraduate-Wohnheime. Jedes College (nicht zu verwechseln aber mit Oxforder Vorbild) besteht aus einer Reihe von Wohnheimen, einem Speisesaal, einer Vielzahl von anderen Annehmlichkeiten wie Study Lounges, Bibliotheken, Fitnessbuden und Dunkelkammern. Das nicht-akademische Leben der Undergraduates spielt sich auf dem Campus neben den Dormitories (Wohnheime) in organisierten Parties und den Eating-Clubs ab, einem der letzten Vehikel der finanziellen, beruflichen und politischen Elite.

Eating-Clubs

Rund 90 Prozent der Studenten sind in den Eating Clubs, die primär als Speisesäle dienen. Beheimatet in prächtigen Villen zwischen Jugendstil und Neo-Gothik befinden sich die Adressen auf der Prospect Avenue. Die meisten „upperclassmen“ (rund 40 Prozent davon sind Millionärskinder) essen ihre Mahlzeiten in einem der zwölf Vereine. Darüber hinaus dienen die Vereine als soziale Treffpunkte für Mitglieder und Gäste, aber auch zum Networking auf dem Golfplatz nebenan. Es zählt im Ansehen, in welchem Club man ist, denn nicht jeder Club lässt jeden rein. Nicht zu verwechseln sind diese elitären Clubs Princetons mit den Formal Dinners „im alten Bruder“ Oxford oder gar einer durchschnittlichen Mensa in Deutschland.

Sport

Ob Baseball, Football, Rugby, Hockey, Polo oder Kricket. Die US-amerikanischen Hochschule und insbesondere die Ivy League legen außerhalb der Reichweite von Hörsaal und Bibliothek viel Wert auf körperlichen Ausgleich. Auch sportliche Exzellenz ist auf dem Rasen und im Wasser gewünscht. Die Universität verfügt über große Stadien (vergleichbar mit der deutschen Bundesliga) und ein riesiges Fitnessstudio mit Trainingsangeboten.

Die Ivy League ist eine Liga im US-amerikanischen Hochschulsport, doch der Ausdruck wird meist außerhalb des Hochschulsports verwendet und verstanden. Die Begriffe akademische Exzellenz, strenge Selektion bei der Aufnahme sowie soziales Elitedenken spiegeln sich darin sowohl im Sport als auch der Akademie wieder. Historisch hat „Ivy“ mit der Situation zu tun, als sich die acht Hochschulen 1945 in einer Football-Liga namens Ivy Group Agreement zusammenschlossen. 1954 erfolgte eine Ausdehnung auf alle Sportwettkämpfe zwischen den acht Elite-Unis im Nordosten der USA. Vorbild für die Gründung war der britische Collegesport.

Metropole

Aufgrund der Nähe zu New York City sind die Wohn-Colleges am besten bekannt für ihre darstellenden Künste, die regelmäßig nach New York City exportiert werden. Die Studenten machen Ausflüge in die Metropole, besuchen Ballette, Opern, Broadway-Shows, Baseball-Spiele von den Yankees (wenn nicht im eigenen Stadion der Ivy League) und anderen Aktivitäten.


FINANZEN

Stiftungen

Mit einem Stiftungsvolumen von mehr als 17 Milliarden US-Dollar ist die Princeton University eine der reichsten Universitäten der Welt. Als die viertgrößte Stiftung in den Vereinigten Staaten gerankt, verfügt die Universität pro Student sage und schreibe 2,15 Millionen US-Dollar. Obwohl Harvard in der Masse mit 30 Milliarden on top ist (PU auf Platz 2), ist Princeton pro Kopf gerechnet auf weiter Flur die reichste Universität der Welt.

Fundraising

Eine so bedeutende Stiftung wird nachhaltig durch weitere Spenden seiner Alumni gefüttert mit einem beharrlichen Marketing und Anzeigen im Daily Princetonian, dem Uni-Magazin. Betreut wird das Geld von professionellen Anlageberatern, die auch auf den Jobmessen von Princeton (meist im Herbst) einen Stand anbietet, um möglichst viele High Potentials in den eigenen Reihen zu halten. Neben den Gebäuden und einer ganzen Stange an hochdotierten Professoren, investiert die Stiftung in Kunst. Das Museum of Modern Art zeigt z.B. originale Werke von Claude Monet und Andy Warhol sowie anderen prominenten Künstlern.

Einkommen der Eltern

Mehr als die Hälfte aller Princetonians kommt aus Familien, die im Durchschnitt 700.000 US-Dollar im Jahr verdienen und für die ein Studium ihres Kindes, dass im Schnitt 250.000 US.Dollar reine Studiengebühren braucht, kein Armutsrisiko bedeutet. Dementsprechend rar und weltweit heiß umkämpft sind die Stipendien für ein Jahr oder mehr an der PU. Im Fall des Autors vom Artikel musste er lediglich den Flug selbst zahlen, Room and Board (Essen und Wohnen) waren inklusive.

Stipendien

Auch wenn die statistische Wahrscheinlichkeit für ein Stipendium aus Princeton unter einem Prozentpunkt liegt (Bewerbung über die Webseite sowie direkter Kontakt zu Professoren), sollte man es trotzdem versuchen. Denn die Privatuni sucht sich ihre Studenten selbst aus. Mitbringen sollte man als internationaler Austauschstudent jedoch Einser-Noten in Abi und Vordiplom sowie viel soziales Engagement, was in der Ivy League auch bei akademischen Überfliegern ebenso groß geschrieben wird.

In über 800 Stipendien das richtige finden: die Stipendien-Datenbank von e-fellows.net

Soziales

Das Motto: You get (viel Geld), you earn (einen Degree, mit dem man sich seinen künftigen Job aussuchen kann) and you give back (sich sozial in Vereinen, Non-Profit-Organisationen und Kirchen engagieren). Wobei Kirchen in den USA mehr als in Deutschland ein wichtiger Sozialisationsträger sind, der vor allem auf dem Land Bildung, Unterhaltung und Hilfe als Ortskern verbindet.

POLITIK

Zielgruppe

Die PU genießt vor allem einen guten Ruf für die beharrliche Exzellenz in ihren jeweiligen Bereichen mit einem Engagement für Klassenzimmer-Atmosphäre und Lehrer, die neben dem regulären Coursework die „Independent Studies“ beraten, bei dem sich Studenten ein eigenes Thema suchen und den Rat des Lehrers suchen, welcher daraufhin einen Kurs anbietet – statt nur auf das gedruckte Vorlesungsverzeichnis angewiesen zu sein.

Auswahlkriterien

Princeton ist das selektivste College in den Vereinigten Staaten, denn weniger als zehn Prozent der Undergraduate-Antragsteller werden im Schnitt genommen. Internationale Studenten haben es noch schwieriger – 99 Prozent erhalten per E-Mail eine Absage. 2001 war Princeton die erste Universität, die Darlehen für alle Studenten anbietet, damit auch Studenten, deren Eltern keine Millionäre sind (rund die Hälfte aller Studenten nach einer aktuellen Umfrage im Daily Princetonian), nicht in die Schuldenfalle kommen.

Studiengebühren

Denn für die wenigen Studenten aus dem Mittelstand ist die Rechnung (vor der Subprime-Krise) bisher gewesen: Mit meinem Einstiegsgehalt von Princeton (bis zu dreimal höher als von anderen Unis, z.B. statt 50.000 US-Dollar gleich 170.000 im Jahr auf dem Konto) werde ich meine Schulden in zwei bis drei Jahren abgezahlt haben. Geht die Rechnung auf, ist dies schneller als an einem staatlichen – und damit viel günstigeren College, dessen Karrierechancen aber umso geringer sind.

Kooperationen

Die Universität hat enge Verbindungen mit dem Institute for Advanced Study, dem Nobelpreis-Physiker Albert Einstein angehörte, das Princeton Theological Seminary, das – zwischen Graduate College und Undergraduate Campus gelegen, die Princeton University gründete und sich dann dafür entschied, lieber unabhängig zu sein. Auch zum lokalen Hochschulverbund gehört das Westminster Choir College.

Rankings

Von 2001 bis 2008 war die Princeton University an erster Stelle unter den nationalen Universitäten vom Magazin US News & World Report. Außerdem, wurde Princeton an erster Stelle unter allen nationalen Colleges und Universitäten im Forbes-Ranking gelistet – ebenso wie die nationalen Auszeichnungen von Studenten und Dozenten, sowie die Zahl der Absolventen in der 2008-Ausgabe „Who's Who in Amerika“.

In der Princeton Review, Ranking der „weicheren“ Aspekte der Studenten, hat Princeton mit die glücklichsten Studenten auf dem Campus. Die Princeton University beteiligt sich auch an dem University College und Accountability Network (U-CAN), einem Karrierenetzwerk für Studis und Absolventen. Die Princeton University hat zudem einen „BlueGeneL“ IBM-Supercomputer, genannt Orangena, aber nur Rang 79 als schnellster Computer der Welt.

Weblinks