Osaka University

Kurzbeschreibung

Im Großraum Osaka angesiedelt, spezialisiert sich die Osaka University vorrangig auf Medizin, Ingenieurswissenschaften und Naturwissenschaften. Relativ ungewöhnlich für eine technische Universität ist jedoch auch das breitgefächerte Angebot an Literatur- und Kulturwissenschaften, sowie Rechtslehre und Betriebswirtschaft. Mit rund 20.000 Studenten gehört die Osaka University zwar eher zu den Leichtgewichten, jedoch tut dies ihrem hervorragenden Ruf im In- und Ausland keinen Abbruch. Die Zahl ausländischer Studierender is mit 2% in den Bachelorprogrammen relativ gering. Dieser Wert erhöht sich bis zu den Promotionskursen auf etwa 10%. Somit liegt die Osaka University mit anderen renommierten japanischen Spitzenuniversitäten gleichauf.

Geschichte und Ruf

Obwohl erst 1931 die offizielle Gründung erfolgte, lassen sich Vorläufer der medizinischen und gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten bis ins 18. Jh. zurückverfolgen. Somit wird ist die Osaka University eine der sechs ältersten Hochschulen Japans. Landesweit zählt die Osaka University zu den 10 besten Universitäten, dem Ruf nach liegt sie auf Rang 3 hinter der Tokyo University und der Kyoto University. Das - allerdings nicht unkritisch zu betrachtende - internationale Ranking der Shanghai Jiao Tong University führt sie für das Jahr 2005 auf Platz 62 auf.

Berühmte Wissenschaftler und Absolventen der Osaka University:

  • Osamu Tezuka (Medizin), japanischer Comiczeichner
  • Hideki Yukawa, Nobelpreis für Physik 1949 (an der Kyoto University)

Osaka University in Zahlen

Daten 2005

  • Buget:
    • Einnahmen: €340 Mio.
    • Ausgaben: €820 Mio.
  • Mitarbeiter:
    • Lehre und Forschung: 2436
    • Verwaltung: 2028
    • Temporär: 2312
  • Studierende:
    • Bachelorsudium: 12229
    • Masterstudium & Doktoranden: 7702
    • Davon aus dem Ausland: 1048
  • Campusfläche:
    • Suita: ca 1.000.000m²
    • Toyonaka: ca. 450.000m²

Fakultäten



  • Institute:
    • beteiligt
      • Institute of Laser Engineering
      • Low Temperature Center
      • Research Center for Ultra-High Voltage Electron Microscopy
      • Radioisotope Research Center
      • Research Center for Superconductor Photonics
      • Research Center for Solar Energy Chemistry
      • Genome Information Research Center
      • Research Center for Environmental Preservation
      • International Student Center
      • International Center for Biotechnology
      • Institute for Higher Education Research and Prantice
      • Center for Advanced Science and Innovation (CASI)
      • Research Center for Materials Science at Extreme Conditions
      • Cybermedia Center
      • Research Center for Nuclear Physics

Campus

Die Osaka University unterhält zwei Campi in den Vorstädten Suita und Toyonaka. Einzig das Nakanoshima Center befindet sich in Osaka selbst.

Programme und Bewerbung

Stichtag für den Beginn des Sommersemesters (Start des akademischen Jahres) ist der 1. April. Das Wintersemester beginnt am 1. Oktober.

Austauschprogramme

  • OUSSEP:

Dieses Programm richtet sich an Studenten im Grundstudium. Vorlesungen werden interfakultär und auf Englisch gehalten, dazu kommt ein Tag für Forschungsaktivitäten. Ebenfalls enthalten sind ein wöchentlich 6-stündiger Japanischkurs, sowie diverse Exkursionen. Sämtliche Veranstaltungen werden mit Credit Points bewertet, welche sich einfach in ECTS Punkte umwandeln lassen.

  • reguläre Austauschprogramme:

Empfehlen sich für Studenten mit fortgeschrittenem/abgeschlossenem Bachelorstudium. Planung individuell. Es sind Froschungsprojekte, der Besuch auf Japanisch gehaltener Vorlesungen, sowie der Besuch von Sprachkursen (für Nicht-Japanologen) möglich.

Die Teilnahme an Austauschprogrammen steht nur Studenten an Partneruniversitäten und -institutionen der Osaka University frei. Dies sind in Deutschland die Ludwigs-Maximilians Universität München sowie die Technische Universität München. Die Vorlaufzeit für Austauschprogramme beträgt rund 9 Monate, die Unterlagen müssen jeweils 1 Semester vor dem gewünschten Starttermin vorliegen. Die Laufzeit beträgt für beide Programme 12 Monate, in begründeten Fällen ist eine Verlängerung um 6-12 Monate möglich. Als Beschränkung gilt, dass nie mehr als 3-4 Personen derselben Universität zugelassen werden. Teilnehmer werden von allen Gebühren befreit und erhalten einen Wohnheimsplatz.


Kurzzeitprogramme

  • Research Student:

Privater Aufenthalt für 6-12 Monate zur Durchführung eines Forschungsvorhabens.

  • Special Auditor Student:

Privater Aufenthalt für 6-12 Monate zum Besuch ausgewählter Vorlesungen.

Keine besonderen Einschränkungen zur Teilnahme an diesen Programmen. Gebühren werden in vollem Umfang erhoben, meistens wird ein Wohnheimsplatz zur Verfügung gestellt. Vorlaufzeit ebenfalls ca. 9 Monate.


Reguläre Programme

  • Undergraduate:

4-jähriges Bachelorstudium mit japanischem Abschluss. Bestehen der Aufnahmeprüfung notwendig.

  • Graduate:

Entweder 2-jähriger Master oder 5-jähriges PhD Programm. Bestehen der Aufnahmeprüfung notwendig, in manchen Fakultäten wird auch ein GRE Test akzeptiert.

  • PhD:

3-jähriges Promotionsstudium. GRE oder Aufnahmeprüfung notwendig.

Keine besonderen Einschränkungen zur Teilnahme an diesen Programmen. Gebühren werden in vollem Umfang erhoben, in begründeten Fällen wird ein Wohnheimsplatz zur Verfügung gestellt, maximal jedoch für 2 Jahre. Vorlaufzeiten unterschiedlich, ca. 1-1,5 Jahre bei GRE und 1,5-2 Jahre bei Aufnahmeprüfung. Außerdem sollte ein 6-monatiger Japanischkurs (kostenlos, Osaka University) eingeplant werden.

Wissenswertes

  • Bei Problemen mit dem Int. Zentrum/Wohnheim, etc.:

Sollte man mal einen Termin versäumt oder eine spezielle Bitte haben, welche von den Verwaltungsangestellten abgewiesen wird, lasst die Sache von euerem Gastprofessor erledigen (seltsamerweise findet sich dann im Nu irgendeine Lösung).

  • Viele der Wohnheime haben strenge Vorschriften. So ist z.B. Zwischenvermietung verboten und Gäste dürfen nur in den Empfangsraum.

Diese Vorschriften werden z.T. streng überwacht. Einzige Ausnahme hierbei ist das Wohnheim auf dem Toyonaka Campus.

Leben im Raum Osaka

Wie in den meisten anderen Großstädten Japans ist der Bereich Osaka sehr dicht besiedelt. Die zusammenhängende Siedlungsfläche reicht von Kyoto im Norden über Wakayama im Osten bis Kobe im Süden. Mit geschätzten 18 Mio. Einwohnern ist der Raums Osaka somit die Nr. 2 hinter Tokyo. Anders als es im westlichen Fernsehn jedoch wiederholt portraitiert wird, findet man hier keine extremen Menschenmassen. Mit Ausnahme der großen Bahnhöfe gehen die Japaner dann doch lieber getrennte Wege.

Gewöhungsbedürftig ist anfangs die chaotische Architektur, welche auf maximale Nutzung des verfügbaren Platzes zielt. Dies trägt auch dazu bei, dass es anders als in Deutschland keinen fließenden Übergang zwischen Stadt, Land und Bergregionen gibt. Meist reicht es 10 Minuten von den Vorstadtbahnhöfen zu Fuß zu gehen, nur um sich plötzlich in (mehr oder weniger) unberührter Natur wiederzufinden. Wer Bergsport, Trekking o.ä. zu seinen Hobbys zählt darf sich außerdem darüber freuen, dass Japaner - mit Ausnahme rüstiger Seniorinnen - sich für solche Dinge nicht begeistern. Man hat also die ganze Pracht für sich allein.

Entertainment konzentriert sich fast zur Gänze auf die Stadtzentren. Daher muss man von den Vorstädten erhebliche Anreisezeiten in Kauf nehmen. Da zudem alle Bahnlinien Ihren Service zwischen 24:00 Uhr und 5:30 Uhr einstellen, bleibt einem meist nur die Wahl den Club frühzeitig zu verlassen oder gleich durchzumachen.

Kulturell sind mit Kyoto und Kobe zwei der interessantesten Orte präsent. Während man in Kyoto im Prunk vergangener Zeiten schwelgen oder die spirituellen Zentren des Shinto- sowie Buddhismus besuchen kann, zeigt sich Kobe als moderne Stadt mit multikulturellem Hintergrund. Zudem sind auch andere Zentren japanischer Kultur, z.B. Schloss Himeji oder der Ise Schrein, gut zugänglich.

Reiselustige profitieren von der zentralen Lage die Kurzausflüge nach Tokyo oder Hiroshima erlauben. Klimatisch ist der Raum Osaka eher mit Süditalien vergleichbar. Allerdings bleibt der Winter bei etwa 0 - -5 Grad relativ trocken, während es im schwülen Sommer (bis 35 Grad) häufig regnet.

Erfahrungsberichte

Links


--Florian.priller 19:37, 16. Jun 2006 (CEST)