Molecular Biology M.Sc. (Universität Göttingen)

"Forschen - und zwar richtig"

Der MSc/PhD Studiengang Molecular Biology der Universität Göttingen will Wissenschaftler internationalen Kalibers ausbilden. Dafür hat sich die Uni in Kooperation mit den zwei ansässigen Max-Planck-Instituten etwas einfallen lassen: Unter dem Dach einer International Max Planck Research School studiert man abseits des deutschen Semestersystems intensiv und unter guter Betreuung.

Ablauf

Das Studium startet mit einer einjährigen Masterphase, in der eine umfassende molekularbiologische Grundausbildung vermittelt wird. Von Anfang an wird dabei auf Laborpraxis gesetzt: In verschiedenen Instituten der Universität, den zwei Göttinger Max Planck lnstituten sowie dem Deutschen Primatenzentrum müssen drei zweimonatige Laborrotationen absolviert werden. Sie sollen gewährleisten, dass jeder Student sich mit verschiedenen Forschungsbereichen und Methoden auseinandersetzt. Zusätzlich dazu laufen Vorlesungen, Tutorien und Methodenkurse. Im Sinne der Intensivbetreuung wird die Teilnehmerzahl in allen Kursen auf fünf bis zehn begrenzt. Das deutsche Semestersystem ist zugunsten eines vollgepackten Studienjahres und sechs Wochen Lernzeit bis zum Examen ("Ferien") aufgelöst.

Nach dem anschließenden Examen kann man sich entscheiden, ob das Ziel "Master of Science" lautet, dann folgt eine sechsmonatige Master-Thesis und auf Wunsch im Anschluss die Doktorarbeit. Bei sehr guten Ergebnissen kann nach dem ersten Studienjahr auch direkt ins Promotionsstudium. In diesem Fall erspart man sich die Master-Thesis und nimmt ein dreijähriges Forschungsprojekt auf, das mit Dissertation und Disputation endet.

Inhalte

Das Programm bietet folgende Spezialisierungsbereiche: Biochemie, Strukturbiologie, Entwicklungsbiologie, Molekulare Pharmakologie, Neurobiologie, Biophysik und Biotechnologie. Darüber hinaus interessant sind die angebotenen nicht-fachlichen Kurse: Kommunikations- und Präsentationstechniken, wissenschaftliches Publizieren sowie Bioethikseminare.

Göttingen als Studienort

Göttingen ist eine klassische deutsche Universitätsstadt: 23.000 Studenten prägen das Stadtbild bei rund 130.000 Einwohnern spürbar und geben der Stadt eine lebendige Atmosphäre. Das kulturelle Angebot sowie Kneipendichte sind respektabel. In der Freizeit bietet sich der Harz für Ausflüge unmittelbar an, aber da Göttingen geographisch beinahe in der Mitte Deutschlands liegt, ist es fast nirgendwohin zu weit.

Bewerbung

Das MSc/PhD Programm Molecular Biology wurde 2000 initiiert und war damit eines der ersten seiner Art in Deutschland und ebenso unter den ersten International Max Planck Research Schools. Dementsprechend ist die Reputation mit den Jahren gewachsen, was zur Folge hat, dass sich auf die 20 Studienplätze pro Jahr in der Regel über 500 Studenten bewerben. Im Allgemeinen sind jedoch aufgrund zahlreicher Bewerbungen aus Asien die Chancen für Europäer mit guter Vorbildung nicht allzu schlecht. Da es sich um ein Aufbaustudium handelt, benötigt man einen Bachelor-Abschluss eines sechssemestrigen Studiums der Biowissenschaften, Medizin, Chemie oder verwandter Fachrichtungen. Als gleichwertig anerkannt wird ein Vordiplom oder Physikum plus zwei Semester Hauptstudium.

Die erste Stufe des Auswahlverfahrens ist ein schriftlicher Fachtest in dem der Wissensstand im naturwissenschaftlichen Bereich geprüft wird. Dieser Test orientiert sich am GRE Biology/Biochemistry und beinhaltet weiterhin Grundlegendes aus Mathematik, Physik und Chemie. Der Test wird mit Hilfe der Logistik von deutschen Botschaften, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und Goetheinstituten organisiert und weltweit an rund 30 Testorten angeboten. Die zweite Stufe bilden dann Interviews mit Professoren und Dozenten in Göttingen. Der Anteil ausländischer Studierender im Studiengang liegt – wie das Prädikat “international” ja nahelegt – in der Regel bei weit über 50 Prozent. Daher wird durchweg auf Englisch unterrichtet und der TOEFL wird zudem für die Bewerbung benötigt.

Finanzierung

Wenn man einmal zugelassen ist, lösen sich in der Regel – ganz nach amerikanischem Usus - auch Finanzfragen: Es stehen für das einjährige Studienjahr Stipendien zur Verfügung. Weiterhin werden unter bestimmten Voraussetzungen Master- und Promotionsstipendien zur Verfügung gestellt, falls die Gastlabore keine Finanzierung bieten können.

Persönliche Erfahrungen

Als deutscher Student gefällt mir die internationale Atmosphäre sowie der herrschende Teamgeist sehr. Ebenso ist das breite wissenschaftliche Spektrum beeindruckend und ermöglicht einem im Rahmen der Laborrotationen einen tieferen Einblick in Forschungsgebiete zu wagen, die man bisher vielleicht nicht auf der Liste hatte. Göttingen wurde im Zuge der Elite-Uni Debatte nicht zwar nicht berücksichtigt, braucht sich aber nicht zuletzt aufgrund der beiden Max Planck Institute wissenschaftlich sicher hinter keiner anderen deutschen Stadt zu verstecken. Das manchmal etwas verschult anmutetende erste Studienjahr ist durchaus kräftezehrend, vergeht aber wie im Flug und bereitet einen recht gut auf den Forschungsalltag vor.

Die Promotionsphase unterscheidet von den regulären Gegebenheiten deutscher Unis in erster Linie durch die Supervision durch ein PhD-Committee. Das bedeutet, dass man seinem Betreuer ("Doktorvater") nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, sondern in regelmäßigen Intervallen seinem Komitee Bericht erstattet. Letzteres besteht aus drei gewählten Professoren aus verschiedenen Fachrichtungen. So entstehen häufig neue Ideen und Mißstände können vermieden werden.

Zusammenfassung

  • Englischsprachiges, international ausgerichtetes Studium
  • Intensive Betreuung durch Supervisoren und Tutoren
  • Viel Praxisnähe durch Laborrotationen
  • Bei guten Ergebnissen ca 2-3 Semester Zeitersparnis gegenüber Normal-Studiengang
  • Anerkennung von Studienleistungen nach ECTS (European Credit Transfer System)
  • International renommierte Lehrpersonen
  • Finanzielle Unterstützung im ersten Studienjahr
  • Master-/Promotionsstipendien vorhanden

Kontakt

  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Koordinationsstelle Molecular Biology
  • E-Mail: gpmolbio@gwdg.de

Vorlage:Studiengänge efn

Weblinks

--Christian.stegmann 19:27, 24. Aug 2006 (CEST)