Legal Studies (University of Aberdeen)

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Anmerkungen: Der unten folgende Text schildert die persönlichen Erfahrungen von e-fellow Somi während seines Erasmusaufenthaltes an der Law School der University of Aberdeen. Wenn du enzyklopädische Informationen zur University of Aberdeen hast, füge sie oberhalb dieses Absatzes ein.


Persönliche Erfahrungen von e-fellow Somi

Nach dem 4. Semester (Rechtswissenschaften) begann für mich das große Abenteuer: Ein Jahr studieren in Aberdeen, UK.

Studieren in Aberdeen

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King's Hall at Aberdeen University

Ich habe über das von der Universität Freiburg angebotene Sokrates- bzw. Erasmus-Programm einen Studienplatz an der University of Aberdeen ergattern können. Dabei gestaltete sich die Vorbereitung auf das Auslandsjahr, d.h. insbesondere die Abwicklung der Formalitäten bemerkenswert unbürokratisch. Ich kann daher jedem empfehlen, die Möglichkeiten des Sokrates- bzw. Erasmus-Programms zu nutzen.

Mein Studienziel in diesen zwei Semestern: das Diploma of Legal Studies. Acht bestimmte Klausuren gilt es zu bestehen, dann aber hat man einen "richtigen" Abschluss. Die Law School der University of Aberdeen ist exzellent, das unterstützt auch ihr traditionsreicher Ruf.

Grundsätzlich dauert das Studium der Rechtswissenschaften in Schottland insgesamt fünf Jahre. Die einzelnen Kurse laufen jeweils halbjährlich, wobei – anders als bei uns – alle Prüfungen, die jedes Semester bestanden werden, in die Endnote einfließen. Dass bereits nach einem Semester mit dem „Exam“ beispielsweise Strafrecht (Criminal Law) abgeschlossen wird, mag für uns erstaunlich sein, bietet aber auch seine Vorteile.

Nach der „Introduction week“ (sollte man als „Erstsemester“ auf jeden Fall nutzen!) beginnt das Studienjahr an der University of Aberdeen. Da meine Kurse hauptsächlich First-Year-Kurse waren, habe ich einen guten Einblick (und Überblick) in das Schottische Recht bekommen. Die Dozenten waren eigentlich alle sehr gut zu verstehen, auch wenn man sich am Anfang an die Vorlesungen in Englisch gewöhnen musste. Dass (lediglich) einer der Dozenten in „Criminal Law“ einen etwas breiteren schottischen Akzent hatte, störte bereits nach einiger Zeit nicht mehr. Inzwischen habe ich den schottischen Akzent sehr lieb gewonnen!

Persönlich hat mich im ersten Halbjahr insbesondere „Public International Law“ interessiert (auch wegen der Berührungspunkte mit dem deutschen Recht). Im zweiten Halbjahr war „Private International Law“ mein Favorit. Insgesamt ist der Vortragsstil aller Dozenten in Aberdeen einwandfrei. Auch dass man jederzeit und ganz persönlich mit den Dozenten und Professoren sprechen konnte, überraschte mich positiv! Wir konnten immer direkt bei Prof. Evans-Jones (unserem Study Advisor) anklopfen und um Rat fragen.

Bemerkenswert war daneben die Initiative der Studentengruppen, die bereits in der „Introduction week“ viele Aktivitäten anboten. Ich bin demgemäß der „International Society“, der „European Society“, der „Law Society“ und einigen anderen Societies beigetreten. Dies kann ich allen Sokrates-/Erasmus-Studenten nur empfehlen! Die „International Society“ bot beispielsweise tolle Ausflüge zu den unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten an, und das relativ günstig. Auch die „European Society“ hat neben spannenden Diskussionsabenden auch Ausflüge, etwa in das neue Parlament in Edinburgh, für uns organisiert.

Schließlich sollte man sich auch die „Whisky-Abende“ oder “-Trips“ zu Gemüte führen, eine solche Gelegenheit, mit Kennern Whisky zu kosten, bietet sich so schnell nicht wieder. (Selbst wenn man sich an den etwas herben Geschmack nicht gewöhnen sollte.)

Kosten

Grundsätzlich lässt sich feststellen: der Pfund ist höher bewertet als der Euro und konsequenterweise ist auch das Leben in Schottland teurer als in Deutschland. Vielleicht liegt es auch daran, dass man als Sokrates-Student mehr unternimmt, doch Fakt ist, dass der monatliche Bedarf in Schottland den monatlichen Bedarf in Deutschland deutlich übersteigt.

Sucht man sich anstatt der vororganisierten Wohnmöglichkeit des Studentenwohnheims eine eigene Bleibe, muss mit dem Vermieter genau abgesprochen werden, mit welchen Kosten zusätzlich neben der monatlichen Miete zu rechnen ist. Dies ist etwa Strom, Telefon- und Internetzugang usw. Hier zeigt sich auch ein Vorteil des Studentenwohnheims, welches einen Betrag veranschlagt, in dem tatsächlich alle Kosten enthalten sind.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die öffentlichen Busse in Aberdeen fahren relativ häufig und sind zumeist pünktlich. Hier, wie bei allen Stellen, an denen angestanden werden muss, gilt: „Don’t jump the queue!“ Vordrängeln ist in Großbritannien absolut verpönt.

Die Busse sind mit einem Pfund (inzwischen glaube ich auf 1,10 Pfund erhöht) pro Fahrt auch relativ günstig.

Für Langstrecken habe ich nur einmal den (eigentlich angenehmen) Zug genommen. Denn die Langstreckenbusse – z.B. „Megabus“ – sind unglaublich günstig und man kommt in jede größere Stadt ohne Probleme.

Zuletzt sind natürlich die Taxis zu erwähnen, die insbesondere nach 22 Uhr beansprucht werden. Es ist anzuraten, in einer Gruppe zu fahren, weil sich so der Taxifahrpreis in einem wirklich angemessenen Rahmen hält.

Freizeit

Das Freizeitangebot in Aberdeen ist vielfältig. Bei den unterschiedlichen Sport-Societies und Clubs wird sicherlich jeder Sportbegeisterte fündig. Toll ist, dass direkt auf dem Campus ein Fitness-Studio inklusive Schwimmbecken ist.

Am Wochenende ist in Aberdeen immer etwas los. Hierfür sollte man die ausgelegten Flyer an der Uni und ausgehängte Plakate beachten, aber es reicht auch, wenn man sich in das Belmont-Viertel (Stadtmitte) begibt und dort die „Club-Szene“ entdeckt. Toll fand ich persönlich die "Student Unions", d.h. Clubs, die von der Studentenorganisation unterstützt werden!

Resümee

Mein Studienjahr in Aberdeen war ein voller Erfolg! Ich kann es nur jedem empfehlen, die Möglichkeit zu nutzen und im Ausland zu studieren. Nicht nur dass man eine neue Sprache, eine neue Kultur, ein anderes Land wirklich kennen lernt, auch für sich persönlich kann man, wenn man sich traut, unglaublich viel gewinnen. Eine Chance, die sich so nie wieder bietet. Also, eine Portion Mut und auf zu neuen Landen! Es lohnt sich!

Weblinks