LL.M. in Sydney

Nicolas Struckmeyer, Referendar am OLG Hamburg

LL.M. an der University of Sydney: Work hard, play hard

Wer sich für einen LL.M. an der University of Sydney entscheidet, der kann sich auf ein Jahr voll harter Uni-Arbeit auf der einen und voll Spaß und aufregender Erfahrungen auf der anderen Seite einstellen. Am Ende des Jahres hat man nicht nur den LL.M.-Titel in der Tasche, sondern ist auch um viele praxisnahe juristische Erkenntnisse und vor allem um jede Menge toller persönlicher Erfahrungen reicher.

Entscheidungsfindung und Vorbereitung

Weil ich noch nie für längere Zeit im Ausland war, hatte ich mich dazu entschieden, bereits vor dem Referendariat statt einer Promotion einen LL.M. zu machen. Dass es Sydney sein sollte, war schnell klar. Ich habe viele positive Berichte von Bekannten gehört, die sich nach ausgiebiger Recherche bestätigten. Ich hatte mich in Sydney an drei Law Schools beworben. Die Law School der USyd war aber meine erste Wahl, da sie in australischen und internationalen Rankings regelmäßig gut abschneidet. Mit den Vorbereitungen hatte ich ein halbes Jahr vor Studienbeginn angefangen. Nicht nur das Ranke-Heinemann-Institut, das Studentensekretariat aller australischen und neuseeländischen Unis in Europa, war eine große Hilfe. Auch die USyd selbst hat immer innerhalb weniger Tage auf jede Art von Anfrage reagiert. Das Visum beantragte ich reibungslos online. Finanzierung, Englischnachweis und Flug waren auch schnell organisiert. In Sydney hatte ich einen zweiwöchigen Puffer vor Studienbeginn eingeplant, um alles Nötige zu klären und schon einmal Land und Leuten auf den Zahn zu fühlen. Der perfekte Einstieg dazu war die Daily Arrival Session der USyd. Hier wurde den neu angekommenen International Students nicht nur das A und O des Lebens in Sydney erklärt – ich habe auch gleich die ersten Kommilitonen und Freunde kennengelernt.

Das Studieren an der USyd

Am ersten Tag des Semesters wurden alle Teilnehmer im altehrwürdigen Hauptgebäude auf dem wunderschönen Campus der USyd begrüßt. Das LL.M.-Programm der USyd ist sehr vielfältig. Zunächst kann man den LL.M. entweder by Research oder by Coursework absolvieren. Ich habe mich für Letzteren entschieden, der mit seinen Vorlesungen, Hausarbeiten und Klausuren dem deutschen Uni-Betrieb entspricht. Man kann den LL.M. by Coursework entweder als sogenannten General LL.M., bei dem man seine vier Kurse pro Semester aus einem Pool mit rund 150 verschiedenen Kursen aussucht, oder in Form eines der 13 sogenannten Specialist Masters absolvieren. Ich habe mich für Letzteres entschieden und den Master of Business Law gewählt, in dem ich nur bestimmte fachspezifische Kurse belegen konnte. Ich hatte beispielsweise Kurse wie International Private Law, Commercial Maritime Law oder Global Oil and Gas Contracts and Issues. Andere Specialist Masters waren zum Beispiel der Master of International Taxation oder der Master of Criminology. Um den LL.M. zu bestehen, musste man die acht gewählten Kurse bestehen – pro Kurs galt es, eine oder mehrere Klausuren oder mündliche Prüfungen abzulegen, Hausarbeiten zu verfassen oder an Rollenspielen teilzunehmen. Von den Vorlesungen, die von australischen und internationalen Dozenten gehalten wurden, war ich sehr angetan. Da sie durchweg aktuell, praxisnah und weniger wissenschaftlich als hierzulande lehrten, habe ich inhaltlich viel mitgenommen. Ärgerlich war jedoch, dass die Studienkosten nicht auf die hohen Studiengebühren (Stand 2011: ca. 24.000 Australische Dollar) beschränkt waren. Die erforderlichen Lehrbücher waren zum Beispiel regelmäßig nicht gerade günstige Publikationen (Kosten zwischen 50 und 200 Australische Dollar pro Buch), die die Dozenten selbst herausgaben und die nur schwer in der Bibliothek zu bekommen waren.

Das Leben in Sydney

Auch außerhalb der Uni ist das Leben in Sydney teuer. Ein WG-Zimmer etwa kostet pro Woche 180 bis 300 Australische Dollar. Man sollte also ausreichend Geld für das LL.M.-Jahr einplanen und damit rechnen, am Ende noch etwas draufzulegen. Wenn man sich damit abgefunden hat, kann man ungehindert ein schönes Jahr genießen. Sydney ist nicht umsonst eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität. Ich habe mir den Alltag angenehm gemacht, indem ich im ersten Semester in Glebe – einem der Studentenviertel – und im zweiten Semester in Manly Beach – dem vielleicht schönsten Stadtstrand – gewohnt habe. Ich war im Uni-Fitnessstudio, habe Fußball gespielt und bin immer, wenn ich es einrichten konnte, gesurft. Das Surfen verdient eine eigene Erwähnung, denn es ist fester Bestandteil des australischen Lebensstils. Vormittags beim Surfen Delfine zu sehen oder von den Strandlautsprechern wegen Hai-Alarms aus dem Wasser beordert zu werden und abends im Hörsaal zu sitzen – das ist ein normaler Tag in Sydney. Außerdem kann man sich das anstrengende Studium durch ein paar Reisen versüßen. Wann sonst hat man einmal die Gelegenheit, ins Outback, nach Westaustralien, Neuseeland oder auf die Fidschi-Inseln zu kommen?

Fazit

Ich habe in Sydney eines meiner schönsten Jahre erlebt und einen wichtigen Schritt für meine berufliche Zukunft gemacht. Der LL.M. an der USyd ist bisher überall – vor allem bei Vorstellungsgesprächen – auf positive Resonanz gestoßen. Ich kann jedem empfehlen, einen LL.M. an der USyd als ernsthafte Option im Auge zu behalten.

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