LL.M. an der University of Minnesota

Erfahrungsbericht von Jenny Döge; Promovendin am IMFS Universität Frankfurt am Main

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

Ich habe meinen LL.M. sofort an die Erste Juristische Prüfung angeschlossen, da ich gerne noch mal etwas völlig anderes und nicht-deutsches erleben wollte, bevor ich mich im Referendariat völlig auf den Beruf und das deutsche Recht konzentriere.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Da ich schon immer eine Affinität für die USA hatte und dort auch schon ein High-School-Jahr verbracht hatte, fiel mir die Wahl meines Studienlandes nicht schwer. Meine Erwartungen an das LL.M.-Programm waren vor allem, dass es auf meinem Studienschwerpunkt (Europa- und Völkerrecht) aufbaut und dass es sich um ein kleines Programm mit persönlicher Betreuung handelt. Die University of Minnesota war mir schon von meinem High-School-Jahr und von dem von e-fellows.net jährlich veranstalteten LL.M. Day ein Begriff. Zudem bietet die Fakultät mehrere bekannte Professoren auf dem Gebiet des Völkerrechts, insbesondere in den Bereichen Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht. Das Programm ist auf ca. 30 Studierende pro Jahr begrenzt, und man ist stark in das normale J.D.-Programm der amerikanischen Studenten integriert. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei einem amerikanischen Richter ein Praktikum zu machen, sodass man einen guten Einblick in das amerikanische Rechtssytem erhält. Obwohl die University of Minnesota meine erste Wahl war, habe ich mich parallel auch noch an einer anderen Law School beworben. Ich wollte sichergehen, dass ich am Ende eine Zusage erhalte, und habe mich daher noch an einer Universität beworben, bei der ich fest mit einer Zusage rechnen konnte.

Die Vorbereitungsphase

Ich habe mit der Vorbereitung schon relativ früh begonnen, insbesondere, da man für die Universitäten mehrere Empfehlungsschreiben und andere Unterlagen benötigt. Da die meisten Law Schools die gleichen Unterlagen verlangen, sollte man sich alle Dokumente mehrfach ausstellen lassen. Ich habe außerdem zu diesem Zeitpunkt auch schon alle Unterlagen für das Bar Exam zusammengesucht, da dies vom Ausland aus sehr schwer zu bewerkstelligen ist. Insbesondere Noten, Beglaubigungen und Übersetzungen des Staatsexamenszeugnisses sollte man rechtzeitig beschaffen. Da sich die Wohnungssuche von Deutschland aus sehr schwierig gestaltet, habe ich ein Angebot des International Student Service Centers der Universität in Anspruch genommen und für den ersten Monat ein Zimmer im Wohnheim bekommen. Dadurch hatte ich dann vor Ort genug Zeit, mich nach einer Unterkunft umzusehen. Minneapolis bietet mehrere private Wohnheime, aber auch viele Zimmer, die an Studenten vermietet werden. Insgesamt ist es relativ einfach, etwas Passendes zu finden. Aufgrund des kalten Winters sollte man aber darauf achten, nicht zu weit von der Universität entfernt zu wohnen.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Finanziert habe ich meinen Aufenthalt zum einen durch ein 50%-Stipendium der University of Minnesota, zum anderen durch einen Kredit des Bildungsfonds Career Concept. Dieser Kredit wird erst später im Berufsleben zurückgezahlt und ist daher sehr zu empfehlen. Um in das Programm aufgenommen zu werden, durchläuft man ein mehrteiliges Auswahlprogramm mit Assessment Center und Interview. Zudem wird man in das Netzwerk des Bildungsfonds aufgenommen, an dem viele bekannte Unternehmen beteiligt sind.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Besonders schön war es für mich zu erleben, wie man meinen Studienschwerpunkt in der Praxis anwenden kann. Völkerrecht hat mich schon immer fasziniert, aber zu sehen, wie insbesondere Menschenrechte praktische Anwendung finden, war sehr interessant. Minneapolis bietet gerade für Juristen, die am Bereich Menschenrechte interessiert sind, eine sehr große Community, in der man gut Kontakte knüpfen kann. Außerdem gab es häufig Veranstaltungen mit hochrangigen Gastprofessoren und anderen Rednern.

Das hat mir der LL.M. gebracht

Durch den LL.M. habe ich einen besseren Überblick über das amerikanische Rechtssystem gewonnen und zudem meinen englischen Rechtswortschatz erweitert. Da meine Dissertation rechtsvergleichend ist, war es mir möglich, dort in einschlägiger Literatur zu recherchieren. Auch die Kontakte, die ich zu dortigen Studenten und auch Professoren geknüpft habe, werden mir im späteren (Berufs-)Leben sicher zugutekommen. Außerdem konnte ich durch den LL.M. das Bar Exam in New York ablegen, sodass es mir möglich sein wird, in den USA zu arbeiten. Des Weiteren bietet mir der LL.M. die Chance, eine Karriere in einer internationalen Organisation einzuschlagen. Diese setzen grundsätzlich zwei Studienabschlüsse voraus, von denen der zweite in der Regel ein LL.M. ist.

Fazit

Ich würde jedem zu einem LL.M. raten, der vor dem Berufseinstieg noch einmal etwas anderes erleben möchte. Er bringt einen nicht nur fachlich, sondern auch menschlich weiter.


Auf unserer Webseite findest du einen Überblick über verschiedene LL.M.-Programme. Informier dich auch beim LL.M. Day und in unserem LL.M.-Ratgeber. Für e-fellows gibt es außerdem exklusive LL.M.-Stipendien.