LL.M. an der University of Johannesburg

Erfahrungsbericht von Andreas Remuta; Promovend an der Universität des Saarlandes und Referendar

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

Das LL.M.-Studium an der UJ bietet interessante Einblicke in die afrikanische Rechtsauffassung und Kultur. Johannesburg selbst präsentiert sich als lebendige afrikanische Metropole.

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

Von Juli 2008 bis Juni 2009 habe ich an der University of Johannesburg in Südafrika studiert. Die letzte mündliche Prüfung des Ersten Staatsexamens habe ich im Juni abgelegt. Dank der Empfehlung meines Professors konnte ich mich bereits vorher, auch ohne Examenszeugnis, an der UJ bewerben. So konnte ich einen Leerlauf zwischen dem Ende meines Studiums in Deutschland und dem Beginn des LL.M.-Studiums vermeiden. Das akademische Jahr in Südafrika beginnt im Januar, sodass ich im zweiten Semester beginnen musste. Da es sich aber um verschiedene Module in den einzelnen Semestern handelt, die nicht aufeinander aufbauen, war auch dies kein Problem. Ich würde auch jedem empfehlen, das LL.M.-Studium so schnell wie möglich und auf jeden Fall nach dem Ersten Staatsexamen zu absolvieren.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Auf Südafrika im Allgemeinen und auf Johannesburg im Speziellen bin ich durch den Kontakt der Universität des Saarlandes mit der UJ aufmerksam geworden. Südafrika war für mich interessant, da ich mich nicht für eines der typischen Master-Studien-Länder bewerben wollte, und von Johannesburg erhoffte ich mir, soviel wie möglich vom afrikanischen Kulturkreis mitzubekommen. Für das Programm International Law entschied ich mich, da ich es für sehr interessant hielt, völkerrechtliche Themen mit afrikanischen Studenten zu diskutieren. In jedem der vier verpflichtenden Kurse (Environmental Law, Counter Terrorism Measures, Int. Criminal Law und Human Rights) musste ich am Ende des Semesters eine achtstündige Klausur bestehen. Eine sogenannte Mini-Dissertation (ca. 50 Seiten) sollte ebenfalls angefertigt werden. Beides ist, gerade wegen der Sprache, am Anfang recht arbeitsintensiv, aber durchaus machbar. Die Kurse finden zwei Mal die Woche zur Abendzeit statt, da fast alle Kursteilnehmer berufstätig sind.

Die Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase fand bei mir parallel zum Ersten Staatsexamen statt, wobei ich kein offizielles Bewerbungsverfahren durchlaufen musste. Mithilfe von Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. mult. Michael Martinek konnte ich direkt mit meinem südafrikanischen Professor Kontakt aufnehmen, der auch entschied, ob ich an seinem Programm teilnehmen durfte. Die Anmeldung an der Universität verlief ebenfalls problemlos, auch wenn man etwas mehr Zeit als in Deutschland dafür einplanen muss. Gleiches gilt für Visum usw.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Als Teilnehmer eines Austauschprogramms zwischen der UdS und der UJ fielen für mich keine Studiengebühren in Südafrika an. Die Lebenshaltungskosten sind in Südafrika recht gering. Die Universität brachte mich mit drei weiteren Studenten in einem riesigen Haus in Campusnähe (inkl. Gärtner, Putzfrau und Sicherheitsdienst) für etwa 700 Euro pro Semester unter. Angenehm ist auch, dass Essengehen nicht viel teurer ist als Selberkochen, sodass man auch als Student regelmäßig sehr gute Restaurants besuchen kann. Bus- und Taxifahrten sowie Übernachtungen sind ebenfalls sehr günstig.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Neben den sehr interessanten Einblicken in die afrikanische Rechtsauffassung und -Anwendung war Johannesburg auf jeden Fall ein Highlight meines Studiums. In dieser Stadt ist das afrikanische Lebensgefühl greifbar. Wenn man sich nicht zu sehr von ihrem schlechten Ruf einschüchtern lässt, kann man hier auch allerhand erleben. Von kulturellen Aktivitäten im Apartheit Museum bis hin zur pulsierenden Partyszene gibt es in Johannesburg alles, was man zum Leben braucht. Neben Johannesburg selbst bieten der Rest von Südafrika sowie die angrenzenden Staaten natürlich auch eine unglaubliche Vielfalt an Ausflugsund Reisemöglichkeiten, die ihresgleichen sucht.

Das hat mir der LL.M. gebracht

In erster Linie hat sich durch das LL.M.-Studium mein Englisch ungemein verbessert. Davon abgesehen möchte ich die Erfahrungen mit der afrikanischen Kultur nicht missen. Nicht zuletzt habe ich durch meinen Aufenthalt in Afrika Geduld gelernt. Denn auch der afrikanische Weg führt zum Ziel.

Fazit

Johannesburg ist eine unglaublich schöne und lebendige Stadt, und man sollte sich nicht von ihrem Ruf abschrecken lassen. Wer mit dem Gedanken spielt, nach Südafrika zu gehen und bereit ist, ein paar Regeln zu beachten, sollte das LL.M.-Programm der UJ in Betracht ziehen. Man wird es nicht bereuen!

Auf unserer Webseite findest du einen Überblick über verschiedene LL.M.-Programme. Informier dich auch beim LL.M. Day und in unserem LL.M.-Ratgeber. Für e-fellows gibt es außerdem exklusive LL.M.-Stipendien.