LL.M. an der University of Edinburgh

Erfahrungsbericht von Andreas; Referendar am OLG München

LL.M. in Innovation, Technology and the Law an der University of Edinburgh

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

Wer sich sowohl für das Recht des geistigen Eigentums als auch für daran angrenzende Rechtsgebiete interessiert und neben dem Studium eine grandiose britische Stadt kennenlernen möchte, der liegt mit dem LL.M. in Innovation, Technology and the Law an der University of Edinburgh genau richtig.

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

Das Master-Studium habe ich im Anschluss an die Erste Juristische Prüfung und vor Beginn des Referendariats absolviert, um nach dem Zweiten Staatsexamen nicht wieder in den Hörsaal zurückzukehren, sondern direkt ins Berufsleben zu starten bzw. die Promotion zu beginnen.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Für die Wahl der schottischen Hauptstadt waren für mich neben dem Renommee der Law School in erster Linie die Beschreibung der von mir favorisierten Kurse und deren europarechtlicher Bezug ausschlaggebend. Die kulturelle Vielfalt Edinburghs empfand ich als überaus reizvoll, zumal sich sämtliche universitären Einrichtungen inmitten der historischen Altstadt befinden. Da ich das Glück hatte, nahe der Royal Mile zu wohnen, konnte ich alles zu Fuß erreichen. Der LL.M. in Innovation, Technology and the Law hat seinen Schwerpunkt im Intellectual Property Law. Daneben wurden zahlreiche Kurse zu angrenzenden Rechtsgebieten und zu Querschnittsmaterien angeboten. So lernte ich z. B. neben den Grundzügen des European Media Law auch den Bereich Law and Journalism kennen. Darüber hinaus bestand auch die Möglichkeit, einzelne Kurse anderer LL.M.-Programme, wie beispielsweise dem LL.M. in Commercial Law, auszuwählen. Die Qualität der Lehrveranstaltungen hing allerdings sehr stark von dem jeweiligen Kursleiter bzw. der Kursleiterin ab. Es ist daher zu empfehlen, in der ersten Studienwoche möglichst viele Veranstaltungen zu besuchen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

Die Vorbereitungsphase

Nachdem ich die Bewerbung rund acht Monate vor Studienbeginn eingesendet hatte, erhielt ich schon zwei Wochen später die Zusage der Law School. Die Wohnungssuche hatte ich bereits von zu Hause aus erledigt und mich dabei für ein nicht gerade preisgünstiges, aber für britische Verhältnisse hervorragend ausgestattetes Appartement bei einem privaten Betreiber von Studentenwohnheimen (UNITE) entschieden.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Die Studiengebühren beliefen sich auf knapp 5.000 Pfund. Während die Lebenshaltungskosten in Edinburgh nicht über dem Niveau einer deutschen Großstadt lagen, überstiegen die Mietkosten deutsche Verhältnisse doch deutlich. Die Finanzierung des Auslandsaufenthalts wurde mir aber durch ein Teilstipendium der Universität Augsburg sehr erleichtert.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Als sehr bereichernde Erfahrung erwies sich die im Vergleich zu Vorlesungen in Deutschland zunächst etwas ungewohnte Gestaltung der Kurse. Im Vorfeld jeder Veranstaltung waren zahlreiche Gerichtsentscheidungen und Lehrbuchkapitel zu lesen, die dann in den einzelnen Kurseinheiten meist im Rahmen einer gemeinsamen Diskussion aufgearbeitet wurden. Für eine besonders intensive Studienerfahrung sorgte dabei eine geringe Teilnehmerzahl von vier bis 25 Teilnehmern. Erfreulich war auch die Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft der Professoren und ihrer Mitarbeiter. Als äußerst spannend empfand ich die Internationalität der Studienkollegen, die z. B. aus Indien, Amerika, Irland, aus der Tschechischen Republik, aus den Niederlanden, aus Frankreich, Belgien, Dänemark, Sri Lanka, Taiwan und China kamen. Schließlich gab es an der University of Edinburgh eine ganze Reihe von Societies und Sports Clubs – in meinem Falle war es der Badminton Club, in dem ich viele nette Leute, vor allem auch Engländer und Schotten, kennenlernen durfte.

Das hat mir der LL.M. gebracht

Die zahlreichen Essays, die abschließende Master-Arbeit sowie die Diskussionen in den Kursen bildeten ein hervorragendes Training in der englischen (Fach-)Sprache. Des Weiteren sind im Laufe des Studiums einige internationale Freundschaften entstanden, die über das Auslandsjahr hinaus fortbestehen.

Fazit

Meine Studienzeit in Großbritannien war ein sehr eindrucksvolles und ereignisreiches Jahr, aus dem ich unzählige wertvolle Erinnerungen behalten habe – nicht zuletzt aufgrund der wunderschönen Stadt Edinburgh und des eigenwilligen, aber charmanten Scottish accent.


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