LL.M. an der University of Auckland 2011

Erfahrungsbericht von Ulrike Ebert; Doktorandin an der Universität Trier und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Hengeler Mueller

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

Nach Abschluss des Ersten Staatsexamens entschied ich mich für ein Master-Studium im Ausland. Bei der Ortswahl war schnell klar, dass es nicht das nahe gelegene England und auch nicht die USA werden sollten, sondern mein persönliches Traumland Neuseeland. Also hieß es für mich: nichts wie ab ins Paradies am anderen Ende der Welt!

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

Bereits während des Studiums zog es mich ins Ausland. Ich wollte mein Studium aber nicht für ein Auslandssemester unterbrechen und entschied mich deshalb, erst nach Abschluss des Ersten Staatsexamens ins Ausland zu gehen. Der Vorteil lag für mich darin, dass ich neben der Auslandserfahrung auch noch die Möglichkeit hatte, einen internationalen juristischen Titel zu erwerben. Den LL.M. wollte ich zudem direkt nach dem Ersten Staatsexamen absolvieren, weil ich mich nach der Examensvorbereitung nicht sofort wieder ins Referendariat stürzen, sondern mithilfe des Auslandsaufenthalts neue Motivation und Kraft für den weiteren Weg tanken wollte.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Aufgrund einer Kooperation meiner Universität mit der University of Auckland hatte ich bereits seit dem zweiten Semester jede Informationsveranstaltung zum LL.M. in Neuseeland besucht und träumte davon, dort meinen Master zu machen. Für die University of Auckland entschied ich mich zum einen wegen des großen Angebots an Kursen zum Commercial Law, die meist von internationalen Dozenten gehalten wurden. Zum anderen faszinierte mich Auckland – die City of Sails – als größte neuseeländische Stadt. Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt noch ein Abkommen zwischen Neuseeland und Deutschland, wonach postgraduierte Studenten dort zu den einheimischen Preisen studieren durften. Somit war der Master erheblich günstiger als z. B. in den USA. Leider besteht dieses Abkommen seit Kurzem nicht mehr.

Die Vorbereitungsphase

Für die Vorbereitung des LL.M. musste ich zunächst die Zusage der Universität Auckland abwarten, ein Visum beantragen und meinen Flug buchen. Alles in allem verlief die Vorbereitung in Deutschland recht einfach und ohne Komplikationen. Die Wohnungssuche nahm ich vor Ort vor, was sich auch als sinnvoll erwies, weil die im Internet angebotenen Unterkünfte überteuert waren. Ich buchte mich von zu Hause in einem Hostel ein und begab mich sodann auf Wohnungssuche. Man sollte idealerweise ein wenig vor dem Semesterbeginn anreisen, damit man ausreichend Zeit hat, sich eine nette Unterkunft zu suchen und sich ein wenig einzufinden.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Die Fixkosten für die Studiengebühren lagen insgesamt bei ca. 3.700 Euro, hinzu kam der Flug mit etwa 1.200 Euro. Als Finanzierungsart wählte ich zusätzlich zu meinen Ersparnissen eine Kreditaufnahme bei der KfW. Durch den Kredit erhielt ich einen Zuschuss zu den Fixkosten sowie ein monatliches Entgelt von 300 Euro, insgesamt handelte es sich um einen Betrag von rund 4.800 Euro. Die Lebenshaltungskosten in Neuseeland sind in etwa vergleichbar mit den hiesigen Kosten, natürlich sind die Mieten in einer Großstadt wie Auckland etwas teurer. Um das Land erkunden und gegebenenfalls Australien sowie die Südsee bereisen zu können, sollte natürlich ein wenig zusätzliches Reisegeld eingeplant werden.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Bereits das Studieren an der University of Auckland war durch eine unvergleichliche Multikulturalität der Studentenschaft sehr abwechslungsreich. Auch die angereisten Dozenten aus renommierten Hochschulen Großbritanniens und der USA trugen dazu bei. Die Hochschule kümmerte sich sehr herzlich um ausländische Studierende. Beispielsweise gab es viele Veranstaltungen, an denen man teilnehmen konnte, um neue Bekanntschaften zu schließen. Mittagessen im Park, nach der Uni an den Strand – ein Alltag, von dem man nur träumen kann. Auch an den Wochenenden konnte man tolle Ausflüge zu den umliegenden Inseln oder zu atemberaubenden Küsten machen. In den Semesterferien oder zwischen den Kursen, die oftmals als Blockveranstaltungen organisiert waren, standen natürlich längere Touren an, um dieses faszinierende Land zu erkunden.

Was besser hätte laufen können

Man muss sich in Neuseeland oftmals in Geduld üben, alles läuft etwas langsamer und relaxter ab. Mein Tipp: Nur kein Stress, es wird schon! Zudem waren aufgrund des zuvor erwähnten Abkommens zwischen Deutschland und Neuseeland sehr viele Deutsche im Programm, was sich aber mittlerweile aufgrund der erhöhten Studiengebühren relativiert haben dürfte.

Das hat mir der LL.M. gebracht

Der LL.M. bringt natürlich zum einen fließende Kenntnisse der englischen Rechtssprache, was in vielen juristischen Tätigkeitsbereichen Grundvoraussetzung ist. Was aber noch viel wertvoller ist, sind die unzähligen Erfahrungen, die man am anderen Ende der Welt sammelt. Es war ein unvergessliches Jahr – insbesondere für Naturliebhaber ist ein LL.M. in Neuseeland wärmstens zu empfehlen!

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