LL.M. an der Universität Münster

Erfahrungsbericht von Teresa Pottkämper, Senior Consultant bei der Andersch AG

Wirtschaftsrechtliche Ausflüge ins Münsteraner Studentenleben

Berufsbegleitend absolviere ich seit September 2013 einen LL.M. mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht und Restrukturierung an der Universität Münster. Das bedeutet, einmal im Monat einen mindestens dreitägigen Ausflug aus der Arbeitswelt zurück in das Studentenleben zu machen. Tagsüber finden die sehr abwechslungsreichen Vorlesungen entlang der Bandbreite des Wirtschaftsrechts statt, und abends kommt auch das studentische Leben nicht zu kurz.


LL.M. als BWLer – ist das sinnvoll?

Diese Frage stellte ich mir, als ich zum ersten Mal vom Abschluss LL.M. hörte. Eine Kollegin hatte gerade ihr LL.M.-Studium abgeschlossen und erzählte mir von ihren Erfahrungen. Schnell hatte sie mein Interesse geweckt. Obwohl ein Job als Unternehmensberaterin in der Restrukturierungsbranche abwechslungsreich und anspruchsvoll ist, wünschte ich mir eine neue intellektuelle Herausforderung. Neben der beruflichen Relevanz des Studiums war mir wichtig, mich unter Gleichgesinnten weiterzubilden, um mein Netzwerk zu erweitern. Zudem versprach die Aussicht auf das gemeinsame Studieren eine große Menge Spaß. Mein inzwischen vier Jahre zurückliegendes Erststudium an der Universität Maastricht und der EDHEC Business School absolvierte ich mit dem Schwerpunkt International Business. Demnach waren meine Kenntnisse des deutschen Wirtschaftsrechts wenig ausgeprägt. Beruflich spürte ich jedoch immer öfter, wie wichtig juristisches Wissen in der Wirtschaft ist. Insbesondere in der Unternehmensberatung erwarten die Kunden, dass ich die wesentlichen rechtlichen Chancen und Risiken einschätzen kann. Vieles lernt man on-the-Job; da die Projektarbeit aber zeitlich eng getaktet und mandantenspezifisch ist, bietet nur eine Qualifikation außerhalb der Firma eine umfassende theoretische Weiterbildung.


Berufsbegleitend, aber kein Fernstudium

Wesentlicher Entscheidungsgrund für einen LL.M. in Münster war das für mich vorteilhafte berufsbegleitende Angebot. Das Studium besteht aus Vorlesungen, die einmal im Monat von Donnerstag bis Samstag mitten in Münster stattfinden – einer Stadt, die bereits zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wurde. Durch die Aufteilung der Vorlesungen in Blöcke lassen sich die Anwesenheitszeiten für mich gut in den Berufsalltag integrieren. Dazu wird großer Wert daraufgelegt, dass die Studenten sich auch untereinander kennenlernen und ein Netzwerk knüpfen. Während der Einführungswoche gab es eine gemeinsame Stadtführung, und abends wurde für die Studenten ein Tisch in abwechselnden Lokalitäten reserviert. Abgesehen von der Organisation gemeinsamer Veranstaltungen bietet das Studium in Münster auch sehr gute Unterstützung im Studienalltag: Sämtliche Materialien (Vorlesungspräsentationen, Skripte, Gesetzestexte, Fallbeispiele etc.) liegen zu Beginn der Vorlesung ausgedruckt und abgeheftet in Ordnern auf jedem Platz. Während der gesamten Vorlesungszeit wird für das leibliche Wohl gesorgt, und immer stehen Ansprechpartner für jegliche organisatorische Frage zur Verfügung.


Eine recht rechtliche Herausforderung

Die Vorlesungen beinhalten Gesellschafts-, Steuer- und Insolvenzrecht mit besonderem Fokus auf der praktischen Relevanz. Trotz der festen Struktur des Studiengangs gehen die Dozenten stark auf Nachfragen und besondere Interessen der Studenten ein. Aufgrund meiner geringen Vorkenntnisse im Bereich des Wirtschaftsrechts stellte für mich besonders zu Beginn des Studiums das juristische Fachvokabular eine Herausforderung dar. Die Teilnehmer des Studiengangs setzen sich in ungefähr gleichen Anteilen aus Juristen und BWLern zusammen. Auf der einen Seite sind dadurch die Vorkenntnisse sehr unterschiedlich, sodass die Vorlesungen nur begrenzt in die Tiefe gehen können. Auf der anderen Seite ermöglicht die breite Wissensbasis der Teilnehmer ein intensives Lernen und Profitieren voneinander. Natürlich gehören auch Klausuren und eine abschließende Master-Arbeit zum LL.M.-Studium in Münster. Die Vorbereitung auf die Klausuren nach der Arbeit und an den Wochenenden stellt eine hohe zusätzliche Belastung zum regulären Arbeitsalltag dar – insbesondere vor dem Hintergrund der ohnehin schon gesteigerten Anforderungen in der Unternehmensberatung. Diese Doppelbelastung erfordert ein optimales Zeitmanagement und ein hohes Interesse an der Thematik. Eine wichtige Voraussetzung in diesem Zusammenhang stellt die Förderung durch meinen Arbeitgeber dar. Ich werde für die Anwesenheitszeiten in Münster freigestellt und kann mich somit an diesen Tagen ungestört auf das Studium konzentrieren.


Eine zusätzliche Belastung, die sich lohnt

Durch meine Entscheidung für ein LL.M.-Studium konnte ich meinem Wunsch nach einer karrierefördernden Abwechslung vom Job nachkommen. An der Struktur des LL.M.-Programms in Münster schätze ich insbesondere die ausgewogene Zusammensetzung der Studenten aus Juristen und BWLern. Das Potenzial für den Austausch ist somit sehr hoch und nur durch ein Präsenzstudium in dieser Intensität möglich. Dazu werden die oft sehr anstrengenden Phasen des berufsbegleitenden Studierens durch die neu gewonnenen Bekannt- und Freundschaften etwas versüßt.


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