LL.M. an der UEA Norwich

Erfahrungsbericht von Matthias Rassau; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Trier

LL.M. in Employment Law an der UEA Norwich (GB)

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

Mein Master-Studium an der University of East Anglia (UEA) in Norwich (Großbritannien) habe ich nach der mündlichen Prüfung des Ersten Staatsexamens absolviert. Schon während des Studiums hatte ich mich entschieden, nach dem Ersten Staatsexamen ein Jahr ins Ausland zu gehen. Der LL.M. bietet dabei im Gegensatz zum Erasmus-Jahr die Möglichkeit, das Auslandsstudium auch mit einem akademischen Grad abzuschließen.

Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium

Die Zeit direkt nach dem Ersten Staatsexamen hielt ich für den besten Zeitpunkt für ein LL.M.-Studium. Zum einen ist man noch an das Leben an der Universität gewöhnt, und der Altersunterschied zu den Kommilitonen ist noch nicht ganz so groß, zum anderen ist nach dem Referendariat ein fließender Übergang ins Berufsleben möglich.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Für mich war es wichtig, den LL.M. in einem englischsprachigen Land zu absolvieren, um meine englischen Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Zudem wollte ich thematisch im Arbeitsrecht bleiben, das auch schon Teil meines universitären Schwerpunktbereichs war. Meine Wahl fiel hierbei auf das Programm Employment Law der University of East Anglia.

Die Vorbereitungsphase

Die Vorbereitung lief parallel zur Vorbereitung auf das Erste Staatsexamen und nahm einige Zeit in Anspruch, bot dafür aber auch eine schöne Perspektive für die Zeit nach der mündlichen Prüfung. Wichtig ist es, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen. Insbesondere wenn das Jahr durch ein Stipendium (teil-)finanziert werden soll, sind teilweise ein Jahr vorher ablaufende Bewerbungsfristen einzuhalten. Auch ein eventuell erforderlicher Sprachtest (TOEFL, IELTS) muss frühzeitig geplant und vorbereitet werden.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Der Master an der UEA Norwich kostet etwa 4.000 GBP. Absolventen einer fachspezifischen Fremdsprachenausbildung (FFA) im angloamerikanischen Recht, wie sie mittlerweile von etlichen deutschen Universitäten angeboten wird, erhalten 20 Prozent Ermäßigung (außerdem wird auf den Sprachtest verzichtet, es ist ein Kurs weniger zu belegen, und ein Beginn ist bereits nach dem schriftlichen Teil der Ersten Juristischen Prüfung möglich). Die Lebenshaltungskosten in England sind etwas höher als in Deutschland, dies fällt insbesondere bei den Mieten auf. Ein Platz in einem der Studentenwohnheime auf dem Campus wird europäischen LL.M.-Studenten nicht garantiert, aber in der Regel trotzdem zugeteilt. Allerdings sollte man beachten, dass in den Studentenwohnheimen fast nur Studienanfänger wohnen und die Zimmer nicht billiger sind als auf dem freien Wohnungsmarkt. Eine gute Alternative ist es, sich mit anderen Studenten ein Haus zu teilen, das privat vermietet wird. Eine Zimmersuche ist aufgrund des entspannten Wohnungsmarktes in Norwich auch kurzfristig möglich. Ich bin drei Monate vor Beginn des Programms nach Norwich geflogen und habe mir ein paar Häuser angeschaut. Das ist aber nicht zwingend notwendig. Die meisten Studenten wohnen in typischen viktorianischen Reihenhäusern im Golden Triangle, zwischen Innenstadt und Campus. In diesem Viertel sind Geschäfte und Kneipen immer fußläufig zu erreichen. Eine gute Hilfe (nicht nur bei der Wohnungssuche) ist www. ueastudent.com.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Eine Besonderheit in meinem LL.M.-Programm Employment Law war, dass dort fast nur Engländer studiert haben, von denen einige auch bereits berufstätig waren. Dies war für mich gerade am Anfang eine sprachliche Herausforderung, bot dafür aber auch viele interessante Einblicke in die englische Arbeits(rechts)praxis. Die anderen LL.M.-Programme sind deutlich internationaler, was sowohl für Studenten als auch für Dozenten gilt. Auch die gute Betreuung ist hervorzuheben. So wurde ein Kurs im Europäischen Arbeitsrecht für nur zwei Studenten abgehalten. Gut gefallen hat mir das Sport- und Freizeitangebot in Norwich. Der vielfältige Hochschulsport bietet eine günstige Möglichkeit, Sport zu treiben (z. B. Tennis für 12 Pfund pro Jahr) und neue Sportarten kennenzulernen. Auf dem Campus liegt zudem ein modernes Sportzentrum, unter anderem mit Schwimmbad, Kletterwand und Fitnessstudio. Die Umgebung von Norwich lädt zu Ausflügen (z. B. an die Küste oder eine Bootstour auf den Norfolk Broads) ein. London ist mit dem Zug in zwei Stunden zu erreichen. Auch die zahlreichen Clubs und Societies an der Uni bieten vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Das hat mir der LL.M. gebracht

Das Jahr in Norwich war eine große Bereicherung in fachlicher, vor allem aber in persönlicher Hinsicht. Zahlreiche neue Freundschaften in aller Welt und unzählige Eindrücke aus einem Jahr in einem anderen Land habe ich zurück mit nach Deutschland gebracht. Insgesamt bin ich mit der Wahl des LL.M. in Norwich sowohl bezüglich der Qualität der Ausbildung, als auch der Atmosphäre auf dem Campus und in der Stadt sehr zufrieden. Ich blicke auf ein spannendes Jahr zurück.

Auf unserer Webseite findest du einen Überblick über verschiedene LL.M.-Programme. Informier dich auch beim LL.M. Day und in unserem LL.M.-Ratgeber. Für e-fellows gibt es außerdem exklusive LL.M.-Stipendien.