LL.M. an der Columbia Law School New York City (2009)

Erfahrungsbericht von Katharina Domnick

LL.M.-Erfahrungsberichte

Welcher LL.M. ist der richtige für mich? In der Rubrik "LL.M.-Erfahrungsberichte" berichten LL.M.-Absolventen von Australien bis Südafrika von ihrer Erfahrung.

  • Infos zu Vorbereitung, Auswahl und Finanzierung eines LL.M.-Studiums sowie weitere Infos zum Master of Laws bietet das Buch "Der LL.M.".

New York City spricht für sich selbst und die Columbia University auch. Studieren in einer der tollsten Städte der Welt und an einer der renommiertesten Universitäten der USA waren für mich die ausschlaggebenden Gründe, mich für das LL.M.-Programm an der Columbia Law School zu entscheiden. Doch all dies ist nicht billig zu haben. Die New Yorker Universitäten und so auch die Columbia verlangen für ihr LL.M.-Programm mittlerweile Studiengebühren in Höhe von $ 40.000, wobei jährlich von einer fünfprozentigen Steigerung auszugehen ist. Hinzu kommen die hohen Lebenshaltungskosten in NYC. Wer nicht pendeln will, muss für ein kleines WG-Zimmer in Manhattan mindestens $ 1.000 monatlich hinlegen, in Downtown Manhattan liegen die Preise sogar um $ 1.500. Ich selbst habe eine nette WG in Brooklyn gefunden und bei der Miete viel Geld gespart, dafür allerdings lange Anfahrtswege bis zur Law School in Kauf nehmen müssen. Wenn man alles zusammenzählt, kostet der Columbia-LL.M. schnell € 50.000 bis 60.000. Wer daneben noch vorhat, das Bar Examen zu absolvieren, muss noch zusätzliche Kosten für Kursgebühren (ca. $ 5.000) und weitere Lebenshaltungskosten für zwei Monate in NYC einrechnen.

So habe ich dann auch die Finanzierung, von den Examenshürden mal abgesehen, als größte Herausforderung beim Traum vom US-Elite-Master empfunden. Auf finanzielle Unterstützung durch die Columbia selbst sollte man nicht bauen. So genannter Financial Support für bedürftige Studenten existiert zwar, aber als Westeuropäer dürfte man nur in Ausnahmefällen qualifiziert sein. An weniger renommierten Unis sieht es anders aus, da werden mit etwas Verhandlungsgeschick oder zum Anwerben der LL.M.-Studenten eben mal $ 10.000 bis 20.000 erlassen. Trotz eines so verlockenden Angebots habe ich mich für die Columbia entschieden und es nicht bereut. Der Name einer Law School ist in den USA nach wie vor ausschlaggebend bei vielen Kanzleien. Das umfangreiche Kursangebot, die Qualität der Ausbildung und das riesige Netzwerk, auf das man Zugriff erhält, zahlen sich wirklich aus. Als Columbia-Alumni bleiben einem die Kontakte zudem ein Leben lang erhalten. Kleinere NYC Law Schools bieten zwar preiswertere LL.M.-Programme an, sind aber z.B. bei der größten Jobbörse für LL.M.-Studenten und -Absolventen im Januar jeden Jahres nicht vertreten.

Für mein großes Ziel habe ich zunächst tief in die eigene Tasche gegriffen und für meine Ersparnisse bei einer deutschen Bank zeitig ein Dollarkonto eröffnet. Wenn gerade ein günstiger Umtauschkurs besteht, unbedingt zuschlagen, so ist man unabhängig vom Dollarkurs bei Fälligkeit der Studiengebühren. Ich habe dadurch eine Menge Geld gespart, denn während meines USA-Aufenthalts ist der Dollarkurs kräftig gestiegen. Den Kurs kann man natürlich nicht vorhersehen, aber mit dem starken Euro der letzten Jahre ist der USLL.M. meiner Ansicht nach wieder finanzierbar(er) geworden. Ohne Hilfe ging es aber auch bei mir nicht, und so war ich fast ein Jahr damit beschäftigt, Unterlagen für Stipendiengeber zusammenzustellen und Bewerbungsrunden zu durchlaufen. Eine einjährige Vorlaufzeit ist bei deutschen Stipendiengebern durchaus üblich, deshalb unbedingt rechtzeitig (ca. eineinhalb Jahre vor Studienbeginn) darum kümmern und zuallererst die Fristen beachten. Dann heißt es Referenzen besorgen, Sprachtests absolvieren, CV und Personal Statements zu fertigen. Jeder will es ein bisschen anders. Allem in allem viel Arbeit, die aber lohnt, wenn es dann wie bei mir mit dem DAAD klappt. Als sog. Vollstipendium belief sich die Unterstützung insgesamt auf ca. € 22.000. Der DAAD übernimmt einen Teil der Studiengebühren, monatliche Lebenshaltungskosten, Flug und Versicherungen. Anzumerken ist, dass für die meisten Stipendienanbieter die Examensnote eine ausschlaggebende Rolle spielt und ohne Vorliegen der Note keine wirklichen Erfolgschancen bestehen. Die damit verbundene Bewerbungs- und Wartezeit, wenn man den LL.M. so wie ich nach dem ersten Examen absolviert, habe ich dafür genutzt, als freie Mitarbeiterin in einer Kanzlei zu arbeiten und damit mein finanzielles Polster für das LL.M.-Jahr aufgebessert. Schließlich hat der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angebotene zinsgünstige Bildungskredit noch einige meiner Budgetlücken geschlossen. Den Kredit kann jeder Student unabhängig von den Einkünften der Eltern beanspruchen, die Bürgschaft für die Rückzahlung übernimmt der Staat. Die Gewährung erfolgt sehr unkompliziert und schnell, allerdings ist die Leistung für die Dauer des LL.M. auf monatlich € 300 beschränkt.

Wer eine Zulassung von der Columbia in den Händen hält, sollte unbedingt zugreifen. Es ist die beste Zeit des Lebens und fast ein Garant für den Job in der Kanzlei deiner Wahl. Mit viel Engagement und guter Planung bekommt man auch die Finanzierung in den Griff. Und nicht vergessen, Vater Staat beteiligt sich mittelbar an der Finanzierung des LL.M. durch spätere Steuerrückerstattung. Deshalb unbedingt Belege sammeln und die Steuererklärung einreichen! Viel Glück und vor allem viel Spaß!!!