LL.M. NUS Singapur

Daria Madejska, Referendarin

Same same but different: LL.M. in Singapur

Zeitpunkt des LL.M.-Studiums

Mein LL.M.-Studium habe ich ungefähr ein Jahr nach dem Ersten Staatsexamen begonnen. Ein Vorteil dieses Zeitpunktes war, dass ich bei der Bewerbung für den LL.M. die Note des Ersten Staatsexamens bereits angeben konnte. Zudem konnte ich in der Zwischenzeit arbeiten gehen, um einen Teil der Kosten für das LL.M.-Studium zu finanzieren. Darüber hinaus bestanden zu diesem Zeitpunkt die universitären Kontakte für die notwendigen Referenzschreiben noch – eine Tatsache, die nach dem Zweiten Staatsexamen eventuell nicht mehr gegeben wäre. Als Nachteil dieses Zeitpunkts könnte man natürlich anführen, dass ich ein Jahr verloren habe. Aus meiner Sicht habe ich jedoch ein Jahr an Berufs- und Lebenserfahrung dazugewonnen.

Wahl des Studienlandes und des LL.M.-Programms

Für mich stand schon beim Entschluss für ein LL.M.-Studium fest, dass ich nicht in Europa bleiben, sondern in einen ganz anderen Kulturkreis eintauchen wollte. Asien hatte mich persönlich schon immer sehr gereizt. Die Wahl fiel dann schließlich auf Singapur, da diese ehemalige britische Kolonie dem Common-Law-Rechtssystem unterliegt. Zudem waren für mich auch die Sicherheitslage und der Lebensstandard in Singapur ausschlaggebend. Für ein Studium an der National University of Singapore (NUS) habe ich mich wegen des sehr guten Rufs der Universität, einer modernen Ausstattung, von der Studenten an deutschen Universitäten nur träumen können, und der erstklassigen Betreuung entschieden. Ein weiterer Vorteil des LL.M.-Programmes an der NUS war für mich, dass ich keine Master- Arbeit verfassen musste, sondern in fast jedem Fach eine 20- bis 25-seitige Seminararbeit schreiben konnte.

Da ich ursprünglich geplant hatte, mein Referendariat in Hamburg zu absolvieren und Singapur ein weltweites „Maritime Hub“ ist, entschied ich mich zudem für einen LL.M. mit dem Schwerpunkt Seerecht. Hervorzuheben ist bei diesem Schwerpunkt, dass der Leiter dieses Programms sehr bemüht war, uns bei mehreren Exkursionen die praktische Anwendung des Seerechts näherzubringen.

Vorbereitungsphase

Nachdem die Wahl auf die NUS gefallen war, begann ich, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen. Dies sollte so früh wie möglich geschehen, da auch an der NUS der TOEFL-Test gefordert wird, und dieser nicht monatlich in jeder Region angeboten wird. Zudem ist eine gewisse Vorbereitungszeit für den TOEFL-Test notwendig. Auch ist die Zeit für die Übersetzung der Unterlagen ins Englische nicht zu unterschätzen. Den geforderten medizinischen Test habe ich nicht in Deutschland, sondern im Health Care Center der NUS durchführen lassen, da es sich um einen Standardtest handelt und dieser an der NUS wesentlich günstiger ist. Mit der Wohnungssuche habe ich erst begonnen, als ich die Zusage der NUS hatte. Mein WG-Zimmer hatte ich durch Internetrecherche gefunden. Man kann jedoch auch die ersten Wochen in ein Hostel ziehen und von dort aus nach einer Wohnung suchen.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

Wie bereits erwähnt habe ich das LL.M.-Studium zu einem Teil von Erspartem finanziert, die restlichen Mittel kamen aus einem Studentenkredit. Die Studiengebühren an der NUS sind verglichen mit anderen Universitäten, die ebenfalls zu den weltweit führenden gehören, moderat und bewegen sich abhängig vom gewählten Schwerpunkt aktuell zwischen 5.800 und 11.500 Euro. Die Lebenshaltungskosten, touristische Reisen exklusive, variieren je nach Standard der Unterbringung zwischen 5.500 und 8.500 Euro für zehn Monate. Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass man nicht unbedingt europäischen Standard erwarten kann und eine Klimaanlage ein absolutes Muss ist.

Was hätte besser laufen können

Man sollte sich früh auf die andere Lehr- und Lernweise an der NUS einstellen. Für europäische Studenten sind der immense Lesestoff, die zeitintensive Vorbereitung auf die Vorlesungen sowie die recht hohen Erwartungen an Seminararbeiten am Anfang schlichtweg überwältigend. Es darf also nicht ignoriert werden, dass man – verglichen zum deutschen Studentenleben – an der NUS weniger Freizeit haben wird.

Fazit

Jeder, der ein LL.M.-Studium an der NUS beginnt, muss sich auf zwei sehr arbeitsintensive Semester einstellen. Im Gegenzug erhält er jedoch eine erstklassige Betreuung im Studium und unvergessliche Erlebnisse. Meine absoluten Highlights während des Studiums waren zum Beispiel eine Vorlesung per Videokonferenz, unzählige Freundschaften mit Studenten aus aller Welt und eine zweimonatige Reise durch Südostasien.

Auf unserer Webseite findest du einen Überblick über verschiedene LL.M.-Programme. Informier dich auch beim LL.M. Day und in unserem LL.M.-Ratgeber. Für e-fellows gibt es außerdem exklusive LL.M.-Stipendien.