LEI (Lokale studentische ERASMUS-Initiative)

Artikel über LEI (Lokale studentische ERASMUS-Initiative, eine studentische Gruppe, die Austauschstudierende betreut.

Organisation

Bei einer LEI handelt es sich um eine studentische Gruppe an einer deutschen Universität oder Fachhochschule, die Austauschstudierende - vorwiegend des Erasmus-Programms - betreut.

Die Mitarbeiterstruktur der LEI variiert. Zumeist setzt sich die Leitung aus ehemaligen deutschen ERASMUS-Studierenden, unter gelegentlicher Mitarbeit von ausländischen (ERASMUS-)Gaststudierenden zusammen. Darüber hinaus sind viele Studierende als Tutoren/innen aktiv, die sich einfach für diese völkerverbindende Idee einsetzen möchten und/oder ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen und daher die Betreuung einer oder mehrerer Austauschstudierender übernehmen. Während die Tutoren/innen stets ehrenamtlich arbeiten, sind die studentischen Leiter/innen einer LEI entweder ebenfalls ehrenamtlich aktiv oder aber als studentische Hilfskräfte für das Akademische Auslandsamt der jeweiligen Heimathochschule tätig.

Aktivitäten

Die Betreuungsaktivitäten der LEI konzentrieren sich in der Hauptsache auf alltägliche sowie landeskundliche Bereiche. So unterstützen die LEI die Akademischen Auslandsämter bei der Aufnahme neu ankommender ERASMUS-Stipendiaten/innen. Dabei helfen sie den sogenannten „Incomings“ bei der Erstorientierung an der Hochschule sowie am Hochschulort sowie bei den Behördengängen. Unterstützung gibt es auch bei der Erstellung des Stundenplans und dabei, die anfangs häufig vorhandene Scheu, Deutsch zu sprechen, abzubauen.

Während des Semesters unternimmt man landeskundliche Exkursionen in die umliegenden Städte und Regionen, veranstaltet Stadtführungen, Themen- oder Filmabende, Sportveranstaltungen, internationale Kochabende oder Stammtische.

Finanzierung

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit 1991 diese LEI mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Voraussetzung für die Förderung ist eine Antragsstellung beim DAAD, aus der das Engagement der studentischen Gruppe insbesondere im Bereich der Betreuung von ERASMUS-Studierenden hervorgeht. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Beratung angehender deutscher ERASMUS-Studierender mit praktischen Ratschlägen. Oftmals verfügen die studentischen Mitarbeiter einer LEI über eigene Erfahrungen in Sachen ERASMUS-Studierendenmobilität.

Zurzeit werden LEIs an 75 deutschen Hochschulen gefördert (bis 31.12.2010). Diese treffen sich auf Einladung des DAAD alljährlich im November in Bonn. Während dieser Jahrestreffen werden unter anderem Best Practice-Beispiele vorgestellt und mit Vertretern des DAAD über aktuelle Entwicklungen in Sachen EU-Bildungsprogramme diskutiert.

Kooperationen

Einige LEI gehören zu studentischen Vereinigungen wie AEGEE, EL§A oder ESN. Vertreter der genannten internationalen Organisationen sind ebenfalls bei den Jahrestreffen der LEI in Bonn anwesend.

Informationen

Persönliche Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag der LEI finden sich in der folgenden Publikation: Deutscher Akademischer Austauschdienst (Hrsg.): Generation ERASMUS - Auf dem Weg nach Europa. Die Betreuung von ERASMUS-Studierenden durch Lokale studentische ERASMUS-Initiativen an deutschen Hochschulen. Bonn: 2008