Internationales Informationsmanagement B.A. (Universität Hildesheim)

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Internationales Informationsmanagement

Die heutige Welt wird von zwei Tendenzen geprägt. Dies ist zum einen die Globalisierung, das heißt u.a. das Zusammenrücken verschiedener Sprachen und Kulturen, und zum anderen der zunehmende Einfluss der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie. Der Studiengang "Internationales Informationsmanagement" reagiert darauf mit seinen zwei Schwerpunkten Angewandte Sprachwissenschaft und Angewandte Informationswissenschaft. Im Hauptfach kann einer der jeweiligen Schwerpunkte gewählt werden, ohne dabei das andere Themengebiet zu vernachlässigen. Des Weiteren umfasst der Studiengang zwei Nebenfächer.

Hauptfach

Internationales Informationsmanagement ist das Hauptfach des gleichnamigen Studiengangs. Themen des Hauptfachs sind zum einen Probleme der Kommunikation beim Kontakt unterschiedlicher Sprach- und Kulturwelten, zum anderen Fragen der Beschaffung und kritischen Nutzung von Informationen. "Informationsmanagement" meint dabei Analyse und Verbesserung von Kommunikations- und Informationsprozessen, an denen Menschen und in der Regel auch Rechner beteiligt sind. "Internationales Informationsmanagement" bedeutet, dass dies unter den Bedingungen der Mehrsprachigkeit betrachtet wird. Diese beiden Perspektiven integriert das Hauptfach unter den Schwerpunkten Angewandte Sprachwissenschaft und Angewandte Informationswissenschaft.

Angewandte Sprachwissenschaften

Wissenschaftliche Grundlagen und Praxis der internationalen sprachlichen Kommunikation stehen im Mittelpunkt des Schwerpunkts Angewandte Sprachwissenschaft. Das bedeutet zunächst die Kenntnis von Fremdsprachen als unabdingbare Basis der mehrsprachigen Kommunikation. Englisch ist, gemäß seiner Bedeutung als lingua franca, verpflichtende erste Fremdsprache; hinzu kommen weitere Fremdsprachen je nach dem persönlichen Studienprofil.

Sprachkenntnisse allein genügen jedoch heute nicht: wer international handlungsfähig sein will, muss interkulturell verstehensfähig sein, muss mentalitäts- und kulturbedingte Verhaltensweisen kennen und ihre Bedeutung für konkrete Handlungsabläufe einschätzen können. Dafür ist die intensive Auseinandersetzung mit den Kulturräumen, in denen die Fremdsprache gesprochen wird, sowie die Reflexion der psychosozialen wie der organisatorischen Bedingungen und Hintergründe internationaler Kommunikation unabdingbar. Es werden daher theoretisch-analytische Kenntnisse sowie Methoden vermittelt, um Verständigungsprobleme analysieren und lösen zu können, die auf der Verschiedenheit von Kulturen beruhen.

Der kreative Umgang mit der Verschiedenheit von Sprachen und Kulturen steht auch im Mittelpunkt der Ausbildung in Translationskompetenz, also der Fähigkeit, Informationen aus einem Sprach- und Kulturkreis für einen anderen verfügbar zu machen. Auch hier gilt, dass die Beherrschung mehrerer Sprachen zwar eine Basis der Translationskompetenz bildet, aber nicht mit dieser gleichzusetzen ist. Erwartungen, Verstehensvoraussetzungen und Handlungsabsichten einer zielkulturellen Leser- oder Hörerschaft müssen antizipiert und bei der Produktion (schriftlicher oder mündlicher) Texte systematisch in Betracht gezogen werden. Auf der Grundlage von Erkenntnissen der Sprachwissenschaft, der Translationswissenschaft und der kontrastiven Kulturwissenschaft werden Methoden und analytische Verfahren vermittelt, die über Sprachkenntnisse hinaus beim Austausch von Informationen über Sprach- und Kulturgrenzen unverzichtbar sind und zu einer fundierten und reflektierten funktional-pragmatischen Translationskompetenz führen.

Angewandte Informationswissenschaft

Die Angewandte Informationswissenschaft beschreibt, erforscht und unterstützt die kritische Nutzung und Gestaltung der Informationstechnologie im Rahmen des Internationalen Informationsmanagements.

Informationswissenschaft ist die Wissenschaft von der Information in ihren verschiedenen Erscheinungsformen. Dabei wird Information definiert als Wissen, das von einer bestimmten Person oder Gruppe in einer konkreten Situation zur Lösung von Problemen benötigt wird und daher erarbeitet werden muss. Die Informationswissenschaft beschäftigt sich mit Informationsprozessen und -systemen, aber auch mit dem Informationshandeln und seiner gesellschaftlichen Relevanz. Im Zentrum der Informationswissenschaft stehen immer die kognitiven Fähigkeiten des Menschen. Diese besondere Perspektive unterscheidet die Informationswissenschaft von der Nachbarwissenschaft Informatik, mit der sie die Beschäftigung mit den Einsatzmöglichkeiten von Informationstechnologie teilt.

Informationswissenschaft hat verschiedene Anwendungen, zum Beispiel die spezifischen Informationsstrukturen in der Wirtschaft, der Verwaltung, der Kultur oder in einzelnen Fachgebieten. Im Zusammenhang des Studiengangs Internationales Informationsmanagement verstehen wir unter Angewandter Informationswissenschaft die Wissenschaft vom Informationsgeschehen insbesondere unter den Bedingungen der Mehrsprachigkeit.

Das Studium gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im theoretischen Teil geht es um allgemeine Methoden und Verfahren der Angewandten Informationswissenschaft, im praktischen Teil finden konkrete Übungen an Rechnersystemen statt. Dabei dominieren beim Computereinsatz nichtnumerische Problemstellungen. Es geht nicht darum, den Computer als "Rechenapparat" zu verwenden, sondern ihn zur Lösung komplexer Probleme bei der Informationsgewinnung und -weiterverarbeitung besonders unter den Bedingungen der Mehrsprachigkeit einzusetzen.

Nebenfächer

Im Magisterstudiengang Internationales Informationsmanagement werden außer dem Hauptfach zwei Nebenfächer studiert. Neben der Wahl des Schwerpunkts im Hauptfach führt vor allem die Wahl der Nebenfächer zur Herausbildung eines individuellen Studienprofils. Die Nebenfächer sind frei miteinander kombinierbar; es empfiehlt sich, bei der Wahl der Nebenfächer auf fachliche und/oder inhaltliche Bezugsmöglichkeiten zu achten. Das Studium der Nebenfächer vermittelt grundlegende Inhalte und Methoden der jeweiligen Disziplin sowie Kenntnisse in anwendungsorientierten Bereichen des Faches. Im Einzelnen sind dies: Bebriebswirtschaftslehre, Geschichte, Informationstechnologie, Literatur und ästhetische Kommunnikation, Medienwissenschaft, Musikwissenschaft, Philosophie, Politische Wissenschaft, Psychologie, Soziologie, Technik.

Praktikum und Auslandsaufenthalt

Zum Studium gehört ein sechswöchiges Berufspraktikum in einer Einrichtung, deren inhaltliche Arbeit dem Studienziel entspricht. Darüber hinaus ist ein Aufenthalt im Ausland ebenfalls verpflichtend, entweder als einsemestriger Aufenthalt an einer Hochschule oder als eine mindestens dreimonatige berufspraktische Tätigkeit (Praktikum) im Ausland.

Zielgruppe

Der Studiengang wendet sich an Studierende, die Neigungen und Fähigkeiten im Bereich Sprachen und Übersetzen ebenso mitbringen wie Interesse an der Informationsverarbeitung und der Kommunikation mittels neuester Informationstechnologie.

Voraussetzungen

Als Zulassungsvoraussetzung muss das Abitur oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss nachgewiesen werden.

Berufsfelder

Mit der Kombination von Informationswissenschaft, Sprachwissenschaft und interkultureller Kompetenz eröffnen sich je nach Schwerpunktwahl stärker informationswissenschaftliche oder sprach– und kulturwissenschaftliche Tätigkeitsfelder. Die Berufsfelder sind auf den ersten Blick durchaus unterschiedlich, die beruflichen Perspektiven jedoch hervorragend, und AbsolventInnen haben insbesondere bei global agierenden Unternehmen sehr gute Einstellungsmöglichkeiten.

Für den Schwerpunkt Angewandte Sprachwissenschaft bieten sich beispielsweise Tätigkeiten im Bereich Sprach- und Kulturmittlung, Kommunikationsberatung, interkulturelles Training, Marketing, Export oder Kundenbetreuung an. Mit dem Schwerpunkt Angewandte Informationswissenschaft sind Berufe im Feld der Informationsvermittlung (Information Brokering), der Systementwicklung oder auch des Informationsmanagements denkbar.

Weblinks