Hochschulen in Frankreich

Artikel über die Hochschullandschaft in Frankreich

Hochschultypen

In Frankreich gibt es mehr als 2,2 Millionen Studierende. Fast zwei Drittel sind an einer von über 80 Universitäten eingeschrieben. Das letzte Drittel verteilt sich auf andere Hochschulen, wie die écoles supérieures, oder auf berufspezifische Studiengänge. Siehe auch Profile der einzelnen Hochschulen.

Unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen

Universitäten und écoles supérieures (auch grandes écoles genannt) unterscheiden sich vor allem in ihren Zulassungsvoraussetzungen. Während an den Universitäten bis auf wenige Ausnahmen nur das baccalauréat (Abitur) verlangt wird, sind vor dem Studium an den écoles supérieures oft strenge Eignungsprüfungen (concours d'entrée) zu bestehen. Auf jeden Fall werden die bisherigen Leistungen des Bewerbers und seine Motivation genau unter die Lupe genommen (admission sur dossier). Die Zahl der Studienplätze ist streng begrenzt.

Einschreibe- oder Studiengebühren?

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt in den Studiengebühren. Französische Universitäten verlangen nur eine Einschreibegebühr. Die Studiengebühren an den grandes écoles können hingegen sehr hoch sein. Das gilt vor allem für private Einrichtungen.

Generalisten und Spezialisten

Die Universitäten bieten auch in Frankreich das breiteste Studienangebot. Die écoles supérieures hingegen beschränken sich auf sehr wenige Studienfächer. Sie sind Spezialisten für Wirtschaft, Ingenieurwesen und Politik. Brutkästen für die Führungselite von morgen. Wer diesen "heiligen Palast der Bildung" betreten möchte, muss sehr strenge Auswahlverfahren bestehen.

Austauschprogramme und integrierte Studiengänge

Nicht zweisprachig aufgewachsene Deutsche werden den extrem hohen sprachlichen Anforderungen der écoles supérieures und ihren Aufnahmeprüfungen kaum gerecht. Ein Schlupfloch bieten deutsche Hochschulen mit guten Austauschprogrammen. Noch besser entscheidest du dich schon zu Beginn des Studiums für einen integrierten Studiengang. Konkret heißt das: Es werden zwei Abschlüsse gemacht, der deutsche und der französische. Die Studiendauer verlängert sich nur unwesentlich. Entsprechend hoch sind die Lernanforderungen. Es ist also keinesfalls der bequeme Weg. Die Studiengebühren entfallen oder sind deutlich günstiger.

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH)

Eine interessante Variante ist die Deutsch-Französische Hochschule (DFH). Hierbei handelt es sich nicht um eine Universität im eigentlichen Sinne mit Campus und Hochschulgebäude, sondern um einen Verbund von Mitgliedshochschulen mit eigenem Hochschulstatus. Auch sie hat hochkarätige Gandes Ecoles im Angebot.

Rankings

Anders als beispielsweise in Großbritannien haben Hochschulrankings in Frankreich keine große Bedeutung. Bei den Universitäten wird eher nach Region und Spezialisierung gewählt. Man könnte meinen, alle Unis in Frankreich wären gleich gut. Dieser Eindruck täuscht: Zwischen den einzelnen Universitäten ist das Qualitätsgefällle groß.


Universitäten

Mehrere französische Zeitschriften ermittelen in regelmäßigen Abständen Rankings der Universitäten in Frankreich. Diese sind zwar nicht von großer Bedeutung, vermitteln aber einen Eindruck der Hochschullandschaft. Vereinfacht kann man sagen, dass die Grandes Ecoles besser sind als Universitäten und Hochschulen in großen Städten besser als in kleinen. Wenn du dich für eine Uni oder Grande Ecole interessierst, ist es am Besten, dich vor Ort zu informieren. Bei der Suche nach den - wenigen - aktuellen Rankings hilft dir auch die Studentenzeitschrift L'Etudiant.

Das folgende Ranking hat die Zeitschrift Le Capital 2003 für die "écoles supérieures de commerce et de managment" ermittelt.

  1. HEC
  2. ESSEC
  3. ESCP-EAP
  4. EM Lyon
  5. Edhec
  6. ESC Reims
  7. Audencia Nantes
  8. IECS Strasbourg
  9. ESC Lille
  10. ESC Bordeaux

Für Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure lohnt sich auch ein Blick auf die Rankings von "Le Point".

Interessant ist auch ein von der Financial Times veröffentlichtes Ranking der 25 besten Management-Masters in Europa. Demnach liegen zwei französische Programme vorne.

Weblinks

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