Heinrich-Böll-Stiftung

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Die Heinrich-Böll Stiftung (HBS) ist die Nachwuchsförderung, die der politischen Partei "DIE GRÜNEN" nahe steht. Der Namensgeber ist der Literaturnobelpreisträger 1972 Heinrich Böll (1917-1985), Autor u.a. von "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Ansichten eines Clowns","Billard um halbzehn", "Irisches Tagebuch" und zahlreiche Erzählungen. Böll engagierte sich gegen Antisemitismus und für die damals noch neugeborene ökologische Bewegung. Sein Motto, und das Motto der HBS, ist: "Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben".

Ziel der Nachwuchsförderung

Ziel der Nachwuchsförderung ist der Gewinn von MultiplikatorInnen, Fach- u. Führungskräfte in der Wissenschaft, der Politik, den Medien, der Wirtschaft und der Gesellschaft. Daher sucht die Stiftung gesellschaftspolitisch engagierte junge Menschen, die die Nähe zu den Grundwerten der Heinrich-Böll-Stiftung aufzeichnen: Solidarität, Demokratie, Gewaltfreiheit, Ökologie.

Die Besonderheit

Das Besondere an der HBS ist die Verbindung des Leistungsgedankes mit der Chancengerechtigkeit.

Gefördert werden insbesondere jene, die mit möglichen Benachteilungen in der Wissenschaft und der Gesellschaft konfrontiert sein können: Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, „people of colour“, Alleinerziehende, AbsolventInnen des zweiten.. Bildungsweges, Behinderte, u.a. Zudem möchte man auch Fachhochschüler, sowie Studierende aus nicht akademischen Elternhäuser fördern.

Profil der Nachwuchsförderung

Die KandidatInnen müssen folgende Merkmale ausweisen:

  • Gesellschaftspolitisches Engagement
  • Hervorragende Studienleistungen
  • Inter-/Transdisziplinarität
  • Internationaler Austausch
  • Teamgeist, Neugierde, Selbstreflexion, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Zielorientierung, soziale/geschlechter-demokratische und interkulturelle Kompetenz, Unabhängigkeit im Denken

Zahlen und Daten

Die meisten Geförderten stammen aus den Fächer Sprach- und Kulturwissenschaften (34,81%), gefolgt von den Sozialwissenschaften mit 20,52%. Juristen und Wirtschaftswissenschaften sind mit 6,44% und 2,62% die Fächer, die am wenigsten repräsentiert sind. Deswegen lohnt es sich insbesondere sich zu bewerben, wenn man diese Karriere studiert. (Zahlen aus dem Jahr 2004)

Regionale Verteilung Ost-West

Die Stiftungszentrale sitzt in Berlin. Vielleicht liegt es daran, dass viele der StipendiatInnen aus Berlin stammen, oder zumindest in Berlin ansässig sind. die HBS möchte diese ungleiche Verteilung in Zukunft korrigieren. Insbesondere werden Bewerbungen der neuen Bundesländern und aus Südwestdeutschland berücksichtigt.

Dreistufiges Auswahlverfahren

Da die einzelnen Schritte der Bewerbungsverfahren für Studierende und Promovierende im Wesentlichen identisch sind, werde ich sie an dieser Stelle gemeinsam beschreiben und auf Unterschiede hinweisen.

Den ersten Schritt bei der Bewerbung stellt das Einreichen der Bewerbungsunterlagen in dreifacher Ausführung (einmal im Original und zweimal in Kopie) dar, die der Stiftung jeweils bis zum 1. März oder dem 1. September vorliegen muss. Alle Bewerber müssen dabei den am Computer ausgefüllten Bewerbungsbogen, ein Motivationsschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und eine Referenz zum gesellschaftspolitischen Engagement einreichen. Bewerber um ein Studienstipendium außerdem einen Überblick über das bisherige Studium, ein Fachgutachten von einem Hochschullehrer/einer Hochschullehrerin, eine Kopie der Hochschulzugangsberechtigung und eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung. Bewerber um ein Promotionsstipendium müssen dagegen eine Kopie des zur Promotion berechtigenden Studienabschlussexamens, eine kurze Zusammenfassung und eine ausführliche Beschreibung des Promotionsvorhabens, zwei Fachgutachten und eine Bescheinigung über die Aufnahme als Doktorand/in einreichen. Für beide Stipendien gilt, dass Nichtmuttersprachler/innen deutsche Sprachkenntnisse nachweisen müssen. Auswahlkriterien für eine Teilnahme am weiteren Bewerbungsverfahren sind hier die Studienleistungen, das gesellschaftspolitische Engagement, internationale Orientierung und soziale Kriterien.

Wenn der erste Bewerbungsschritt erfolgreich war, wird man zu einem etwa einstündigen Bewerbungsgespräch mit einem Vertrauensdozenten/einer Vertrauensdozentin der Stiftung eingeladen. Schwerpunkte sind dabei unter anderem Fragen zur Studierfähigkeit, zu den Studienleistungen, Studienschwerpunkten und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Studienfach oder zum Promotionsthema, Forschungsinteressen und beruflichen Perspektiven. Auf der Basis dieses Gesprächs verfasst der Vertrauensdozent/die Vertrauensdozentin ein Gutachten. Die Aussagen dieses Gutachtens und die Qualität der schriftlichen Bewerbung sind ausschlaggebend für eine Berücksichtigung im letzten Schritt des Bewerbungsverfahrens.

In einer dritten Etappe werden nun etwa doppelt so viele Bewerber, wie Stipendien zur Verfügung stehen, zu einem Auswahlworkshop nach Berlin eingeladen. Dort findet ein etwa dreißigminütiges Gespräch mit einer Auswahlkommission statt, die sich aus Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen der Stiftung, externen Wissenschaftlern und einem bereits geförderten Stipendiaten oder einer Stipendiatin zusammensetzt. Zudem bekommt man am Tag des Auswahlworkshops Zeit, sich über ein Thema von aktueller gesellschaftspolitischer Bedeutung zu informieren, zu dem am Nachmittag eine einstündige Gruppendiskussion stattfindet. Hierbei sollen die persönlichen Kompetenzen der Bewerber begutachtet werden, um als finales Kriterium für eine Aufnahme in die Stiftung zu dienen.

Materielle Förderung

Die materielle Förderung wird nach zweierlei Kriterien differenziert. Einerseits StipendiatInnen, die ihre Finanzierung aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung erhalten (deutsche Studenten), und aus dem Auswärtigen Amt (ausländische Studenten). Andererseits unterscheidet sich die Förderuung zwischen Studien- und Promotionsförderung.

Das maximale Grundstipendium für Studierende beträgt zwischen €525 und €615, jeweils für BMBF und AA StipendiatInnen. Promovierende erhalten zwischen €920 (BMBF) und €975 (AA). BMBF-StipendiatInnen bekommen auch bis €80 Büchergeld (StudentInnen) und bis €100 Forschungskostenpauschale (Promovierende). Dazu werden BMBF-StipendiatInnen mit Familie mit €155, AA-StipendiatInnen mit €260 begünstigt, zzgl. Kinderbetreuungszuschlag, Krankenversicherung für Studierende und Jahrespauschalen für AA-StipendiatInnen.

Ideelle Förderung

Es liegt der Heinrich-Böll-Stiftung sehr am Herzen, ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten nicht nur materiell, sondern auch ideell zu unterstützen. So wird man zu Beginn der Förderung auf einem Einführungsseminar genauer mit der Stiftung, ihren Zielen und den Möglichkeiten stipendiatischer Partizipation vertraut gemacht. Eine weitere zentrale Veranstaltung stellt die alljährliche Sommerakademie der HBS, der so genannte Campus dar, auf dem die Geförderten neben der Möglichkeit des regen Austauschs untereinander auch Gelegenheit haben, in verschiedenen Seminaren und Workshops ihre Kompetenzen zu erweitern. Darüber hinaus bietet die Stiftung auch unter dem Jahr eine Vielzahl an Seminaren an und lädt ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten zu einigen besonders attraktiven Veranstaltungen wie internationalen Kongressen oder Studienfahrten ein.

Der Heinrich-Böll-Stiftung ist es außerdem wichtig, ihren Nachwuchs in die Gesamtstiftung zu integrieren. So existieren neben der stipendiatischen Online-Zeitung Diskus zahlreiche Arbeitsgemeinschaften, welche sich mit stiftungsrelevanten Themen beschäftigen und nicht zuletzt der StipendiatInnenrat (STIRA), der sich aus gewählten Vertretern zusammensetzt, die die Interessen der Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Gesamtstiftung vertreten.

Begleitprogramm

Die HBS bietet ein umfangreiches Begleitprogramm zur Weiterentwicklung ihrer StipendiatInnen. Es besteht aus einem jährlichen Campus im Sommer mit zahlreichen Veranstaltungen (Seminare, Promotionsforum, Workshops, Konferenzen, usw.), Veranstaltungen der Landesstiftungen im Rahmen des Gutscheinprogramm, Regional-, Arbeits- und Ad-hoc-Gruppen, gestaltet von den StipendiatInnen selbst.

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