Hans-Böckler-Stiftung

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Artikel zur Hans-Böckler-Stiftung und ihrem Stipendium

Allgemeine Infos zum Stipendiengeber

Die Hans-Böckler-Stifung ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sie wirbt und unterstützt in verschiedenen Bereichen den Gedanken der Mitbestimmung. Gegründet wurde die Stiftung 1977, als der DGB beschloss, die Vorläuferorganisationen "Hans-Böckler-Gesellschaft" und "Stiftung Mitbestimmung" zusammenzuschließen. Die Hans-Böckler-Stiftung vergibt Studiums- und Promotionsstipendien. Sie fördert den Zweiten Bildungsweg und unterstützt die berufliche Orientierung und den Übergang in den Beruf.

Mit welchen Eigenschaften und Kenntnissen hat man gute Chancen, das Stipendium zu erhalten?

Die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ist keine Voraussetzung für ein Stipendium, allerdings legt die HBS besonderen Wert auf gesellschaftliches Engagement. Tolle Noten sind zweitrangig. Wer sich seit mehreren Jahren kontinuierlich und mit einer Motivation, die einen roten Faden erkennen lässt, für die Gesellschaft engagiert, hat gute Chancen auf eine Förderung. Die Stiftung fördert schwerpunktmäßig Studierende, die auf dem 2. Bildungsweg das Abitur/ Studium angehen.

Welche Leistungen bietet es?

Die finanziellen Leistungen sind die gleichen, wie bei allen anderen Stiftungen: BaFöG-Satz (der natürlich hier nicht zurückgezahlt werden muss, den es aber nur für BaFöG-Berechtige gibt) plus 150€ „Büchergeld“ pro Monat, wobei kein Nachweis über Bücherkauf erbracht werden muss. Das Geld ist also universal einsetzbar. Zusätzlich gibt es Geld für Auslandspraktika, -studien oder Sprachkurse. Auch zur Umsetzung eigener Ideen und Projekte, für den Besuch sonst unfinanzierbare Seminare oder ähnlichem lässt sich mit persönlichen AnsprechspartnerInnen bei der Stiftung oft gut sprechen.

Die ideelle Förderung, die alle StipendiatInnen genießen, beinhaltet ein großes Angebot von Seminaren und Beratung. Die AnsprechspartnerInnen kennen ihre „Zöglinge“ in der Regel gut und können Stärken einschätzen und bei Entscheidungen helfen. Wenn es um Studieninhalte geht, kann auch mal eine Fahrt und ein Termin mit einer stiftungsnahen Expertin ermöglicht werden, die bei dem Referat oder der Diplomarbeit behilflich ist. Zu den Seminaren ist bemerkenswert, dass es neben den üblichen Angeboten, besondere studienspezifische Cluster-Seminare gibt, in denen man nicht nur spannende inhaltliche Fragen diskutieren kann, sondern dann auch ab und zu die gleichen Leute wieder trifft und insofern an alte Diskussionen anknüpfen und ein schönes Netzwerk aufbauen kann.

Die Informationen über Seminare, AltstipendiatInnen und alles andere finden sich auf einer internen Homepage, zu der alle Geförderten Zugang haben.

Welche Verpflichtungen gehen mit dem Stipendium einher?

Es wird natürlich erwartet, dass das gesellschaftliche Engagement auch während der Studienzeit weitergeht. Gerne sieht es die Stiftung, wenn sich ihre StipendiatInnen auch innerhalb der Stip-Gruppe an der jeweiligen Uni einsetzen und Projekte durchführen. Das ist aber nicht unbedingt notwendig und hängt natürlich auch von der Größe Eurer Gruppe ab. Am Ende jeden Semesters ist ein Semesterbericht über das Studium und das gesellschaftliche Engagement fällig, über die die AnsprechspartnerInnen am Studienleben der StipendiatInnen Teil haben. Als eigene Reflexion über die vergangenen sechs Monate ist der Bericht allerdings nicht unbedingt eine verhasste Pflicht, sondern kann auch gewinnbringend sein: Was habe ich eigentlich das ganze letzte Semester gemacht? Teil des Lebens als HBS-StipendiatIn ist das Schreiben von Gutachten für neue BewerberInnen. Siehe dazu das nächste Kapitel.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Da die HBS die Stiftung der Mitbestimmung ist, bestimmen die StipendiatInnen auch maßgeblich bei der Aufnahme neuer Mitglieder mit.

Für BewerberInnen, die nicht Gewerkschaftsmitglieder sind, geht der erste und wichtigste Kontakt über die StipendiatInnengruppe der eigenen Uni. Setzt Euch mit ihnen in Kontakt (Adressen bekommt Ihr bei der Stiftung). Aufgrund Eurer Unterlagen (tabellarischer Lebenslauf und in einer extra Datei eine Beschreibung Eures gesellschaftlichen Engagements) und eines ausführlichen Gutachtengesprächs mit Euch, erstellen diese ein Gutachten über Euch, damit die Stiftung Euch kennen lernen kann. Ein weiters (kürzeres) Gutachten schreibt der oder die VertrauenzdozentIn der Stiftung, in dem Eure „Studierfähigkeit“ beurteilt wird. Außerdem gibt es auf der Website der Stiftung einen Bewerbungsbogen, den Ihr ausfüllt und an die Stip-Gruppe gebt. Dann werden beide Gutachten und der Bewerbungsbogen an die Stiftung geschickt, in der zunächst ein Gremium aus Studierenden über die Anträge entscheidet und dann noch mal ein Gremium von Stiftungsangehörigen. Zuletzt erhalten die meisten Bewerber dann ihre sichere Zu- oder Absage. Lediglich die Wackelkandidaten werden dann noch einmal zu einem Gespräch mit der Kommission eingeladen, bei dem die Stiftung sich dann endgültig für oder gegen den Bewerber entscheidet. Bei diesem Gespräch ist es von Vorteil, sich näher mit den Grundsätzen der Stiftung auseinandergesetzt zu haben und beispielsweise zu wissen, wer Hans Böckler war. Insgesamt zieht sich das Bewerbungsverfahren ca. 4-5 Monate hin.

Für Abiturienten gibt es zudem die Möglichkeit, sich um ein Stipendium bei der "Böckler Aktion Bildung" zu bewerben. Voraussetzungen hierbei sind, dass man bedürftig (bzw. Bafög-Anspruch hat) und leistungsbereit ist und sich sozial/ gesellschaftspolitisch engagiert. Hier läuft die Bewerbung so ab, dass ihr den Bewerbungsbogen, welcher online verfügbar ist, ausfüllt und zusammen mit einem aussagekräftigen Gutachten über euer soziales Engagement (z.B. verfasst von dem Leiter des Jugendclubs, in dem ihr euch engagiert etc.) an die Stiftung schickt. Anschließend bekommt ihr dann ein Bestätigungsschreiben und eine Stip-Gruppe und ein Vertrauensdozent der Stiftung (meist aus der Nähe eures Wohnortes) nehmen mit euch Kontakt auf, um sich zu einem Gespräch mit euch zu verabreden. Der Rest der Bewerbung verläuft dann so, wie bei bereits studierenden Bewerbern, die nicht Gewerkschaftsmitglieder sind. Die Atmosphäre bei den Gesprächen ist sehr angenehm und hat keinerlei Verhörcharakter. Die Stip-Gruppe legt bei ihrem Gespräch meist den Schwerpunkt auf euren persönlichen/ familiären Hintergrund, der Vertrauensdozent legt den Schwerpunkt auf euren Studienwunsch. Ihr solltet also schon gut über euer zukünftiges Studienfach informiert sein und wissen, welche Perspektiven es euch ermöglicht und vielleicht auch keine naiven "Ammenmärchen" erzählen, zum Beispiel, dass ihr glaubt, dass bei einem Psychologiestudium ein reines "Therapiestudium" und null Mathematik auf euch wartet etc. Ihr solltet eben einfach gut informiert sein, das reicht schon.

Für BewerberInnen, die Gewerkschaftsmitglieder sind, läuft das Verfahren über die Gewerkschaft. Ihr bewerbt Euch direkt bei Eurer Einzelgewerkschaft oder bei DGB. Diese leiten Eure Bewerbung mit einem entsprechenden Gutachten an die Stiftung weiter. Dann kontaktiert diese Euch und nennt Euch die Kontaktdaten Eurer Stip-Gruppe, die dann wiederum mit Euch einen Termin für ein Gutachtengespräch ausmachen und ein Gutachten schreiben. Auch hier gibt es ein zusätzliches Gutachten über die „Studierfähigkeit“, das von der VertrauesdozentIn erstellt wird.

Aufgrund dieser drei Gutachten entscheidet ein Stiftungsgremium über Eure Aufnahme.

Kontaktpersonen und Bewerbungsfristen

Alle Unterlagen müssen von den Stip-Gruppen bis 1. Februar bzw. 1. September eingereicht sein. Allerdings kostet das Schreiben der Gutachten Zeit. Meldet Euch also spätestens im Dezember oder Juli bei Euren Gruppen. Für Bewerbungen über die Gewerkschaften gelten anderen Fristen, die die Stiftung Euch nennen kann.

Kontakt

Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Straße 39
40476 Düsseldorf
Telefon: +49 211 7778 0
Telefax: +49 211 7778 120
Studienförderung Bewerbung:
Dietrich-Einert@boeckler.de

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