HAWAII PACIFIC UNIVERSITY

Mein Auslandssemester an der Hawaii Pacific University in Honolulu zum WS 2013 / 2014

Bereits nach einem 12-monatigem Auslandsaufenthalt in verschiedenen Ländern im Jahr 2012 und vor Beginn meines Studiums in Berlin stand für mich fest, mein Studium durch ein Auslandssemester in einem anderen Land, mit anderen Kulturen und Studenten aus aller Welt zu ergänzen. Um herauszufinden, welche Universitäten für mich die besten Studienangebote darstellen, informierte ich mich bereits vorab über diverse Kursmöglichkeiten an verschiedenen Universitäten im Ausland. Dabei kristallisierte sich für mich nach intensivem Sammeln von Informationen die Hawaii Pacific University in Honolulu heraus. Das umfassende Kursangebot, der Gesamteindruck und natürlich die meeresnahe Lage der 49 Jahre alten Universität überzeugten mich persönlich sehr. Was die Planung und die Vorbereitung der Bewerbung dafür betraf, war ich jedoch etwas spät dran, da ich mir immer sagte; „Ich habe ja noch Zeit“. Als ich dann kurz vor Ende der Bewerbungsfrist jedoch von der Deadline erfuhr, kam ich kurzzeitig etwas ins schwitzen, schaffte es jedoch noch rechtzeitig mit dem Einreichen meiner Unterlagen und dann hieß es erstmal abwarten und den Englischtest an meiner Hochschule zu bestehen. Kaum zu glauben und fast wie ein kleines Wunder, kam die Zusage von meiner Heimathochschule für ein Auslandssemester an der Partneruniversität, der Hawaii Pacific University kurz vor Weihnachten 2012 ins Haus geflattert und stellte das schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt für mich dar….:)


Reiseplanung:

So, nachdem ich die Zusage nun schon einmal in der Tasche hatte, ging es auch bald so langsam mit meiner Reiseplanung los. Damit ich mir erstmals einen Überblick über diverse Formalitäten verschaffen konnte, habe ich mich bzgl. der Einreisebestimmungen und Visavoraussetzungen etc. etwas belesen in Büchern und im Internet. Hierbei habe ich schon immer fleißig Notizen gemacht, damit ich auch ja zum Ende hin nichts vergessen werde, was auch sehr gut klappte. Wichtig ist bei der Planung auch, dass du vor Deiner Abreise auf jeden Fall nochmals alle nötigen Ärzte in Deutschland besuchst und darauf achtest, dass Du gegen alles notwendige geimpft bist. Das gute an Hawaii ist zwar, dass es hier keine giftigen Tiere oder ähnliches gibt, aber ohne alle nötigen Impfungen könnte es zu Problemen führen.


Auslandskrankenversicherung:

Es empfiehlt sich bereits vor Abreise eine Auslandskrankenversicherung in Deutschland abzuschließen. Wichtig ist dabei, dass man auf den Versicherungsschutzumfang achtet.


Visum:

Bzgl. der Visabeantragung empfiehlt es sich, dieses erst nach der Zusage von der Uni online zu beantragen und sich dafür Zeit zu nehmen. Nach erfolgreicher Beantragung bekommt man einen Termin zugeteilt, zu dem man persönlich im Konsulat erscheinen muss mit all seinen Unterlagen. Die Konsulate für die USA sind in Berlin, Frankfurt oder München und man sollte das Visum so früh wie möglich beantragen, da es zu einer Überlastung der Konsulate führen kann. Insgesamt sollte man bei den Visumskosten ca. 300 € einplanen. Mit einem gültigen Visum kann man dann bis zu 4 Wochen vor Studienbeginn vorher nach Hawaii fliegen. Bei Deiner Reiseplanung solltest Du ebenfalls beachten, dass Du mit einem J1-Visa die USA 30 Tage nach Deinem Studienende an der HPU verlassen musst. Solltest Du Deinen Auslandsaufenthalt jedoch selbst organisieren und auch selbst bezahlen, dann bekommst Du ein anderes Visa ausgestellt und kannst bis zu 2 Monate nach Studienende in den USA bleiben. Bitte erkundige Dich hier genau bzgl. der Ein- und Ausreisebestimmungen für Deine Reise!


Flugbuchung:

Bevor die Reise ins Abendteuer jedoch losgeht, sollte man sich mit der Flugbuchung in Ruhe beschäftigen und sich schon einmal grob Gedanken darüber machen, mit welcher Airline man fliegen möchte und in welchem Zeitraum. Bzgl. den Airlines empfiehlt sich: British Airways, Lufthansa, Delta, STA-Travel…etc. Die Flugdauer liegt im Schnitt bei 25 - 30 Std. und man muss mit 1.200 € - 1.400 € an Flugkosten rechnen (Hin- und Rückflug). Wer sich jedoch mit dem Zeitraum noch nicht ganz sicher ist oder sich bei der Buchung nicht festlegen möchte, kann jedoch auch erstmal nur einen Hinflug buchen und einen Rückflug später (wird jedoch teurer) oder einfach gegen Aufpreis seinen Rückflug später umbuchen (das habe ich gemacht). Aus der eigenen Erfahrung heraus empfiehlt es sich, zwei Wochen vor Studienbeginn nach Hawaii zu fliegen, da die Uni für Studenten eine Einführungswoche (letzte Augustwoche) anbietet und man sich in dieser Zeit auch schon nach Zimmern umschauen kann (dazu später mehr). Mein Hinflug hatte ich also nach Blick in den Kalender auf den 21.08.2013 ins Paradies gebucht und trotz Erschöpfung nach meiner Ankunft am Flughafen in Honolulu habe ich bereits sofort gemerkt, hier will ich bleiben, hier fühl ich mich wohl und hier sind meine Sorgen für die nächsten Monate vergessen…


Wohnmöglichkeiten:

Da das Problem mit einem Zimmer für die Zeit in Honolulu zu 98 % jeder Student am Anfang hat, habe ich mir wie fast alle internationalen Studenten ein Hostel online für die ersten zwei Wochen in Waikiki gebucht (Seaside Hostel, sehr zu empfehlen). In dieser Zeit ging es dann wenige Tage nach meiner Ankunft bereits an die Zimmersuche und nach etwas über einer Woche war das Problem auch erledigt und ich konnte mich über ein möbliertes Zimmer in einem super schönem Haus nahe der Uni freuen. Als Tipp kann ich noch mit auf den Weg geben, dass ich auf gar keinen Fall in ein Studentenwohnheim der Uni ziehen würde, da es dort zum einen sehr teuer ist und es weit entfernt liegt vom Zentrum Honolulu´s. Am besten empfiehlt es sich, Zimmer als erstes im Internet zu suchen, sie dann persönlich anzuschauen und sich dann zu entscheiden. Die meisten Studenten wohnen in Waikiki (Strand nah, aber sehr touristisch & teuer) oder in Downtown. Bekannte Internetseiten zum durchstöbern für Zimmer sind bspw.: craigslist, HPU Homepage oder aber auch Facebook-Gruppen.

Ich persönlich habe mein neues zu Hause für die nächsten Monate auf der HPU Homepage gefunden und fühlte mich dort vom ersten Tag an pudelwohl. Ich lebte in Honolulu Downtown (10min. Fußweg von der Uni) in einem tollen Haus mit 2 anderen Studenten und einem Hund und genoss wirklich jeden Tag dort mit meinen Jungs...


Unileben:

Am 01.09.2013 war es dann soweit und der Unibeginn am Downtown Campus stand vor der Tür, womit eine neue Herausforderung in meinem Leben begann…. Bereits vorab wusste ich, dass die Hawaii Pacific University aus insgesamt 3 Campussen besteht, welche untereinander durch kostenlose Shuttle-Busse erreichbar sind (diese fahren ca. aller 15 min von spezial HPU Bushaltestellen). Bzgl. der Unikurse an der größten Privatuniversität in Hawaii war es für mich persönlich mit den deutschen Vorlesungen überhaupt nicht vergleichbar und Anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, da dort alles sehr verschult ist. Meiner Meinung nach wird dort viel mehr Wert auf ein individuelles Studium und die eigenen Interessen der Studenten gelegt, da es auch keine standardisierten Klausuren gibt. Zu den Kursgrößen (max. 25 Studenten & international sehr gemischt) kann ich sagen, dass dadurch ein sehr vertrautes Verhältnis zwischen Professoren und Studenten entsteht und die Lehrer ihre einzelnen Studenten persönlich kennenlernen. Ebenfalls versuchen die Professoren allen Kursteilnehmern das Nötigste an Lernstoff beizubringen um sie durch die Prüfung zu bringen, wobei es im Gegensatz zu meiner Berliner Hochschule um die akademische Qualität des Abschluss geht und wenig Rücksicht auf Nachzügler genommen wird.

Ich hatte mich für folgende 4 Kurse an der HPU entschieden:

- Introduction to Business

- Principles of Management

- Principles of Marketing

- Business Law I


Als Bachelor-Studentin hatte ich die Wahl bis zu 5 Kurse zu wählen und mindestens 4 Kurse waren Pflicht. Glücklicherweise wurden meine ausgewählten Kurse auch von meiner Heimathochschule angerechnet, was ich rechtzeitig vor meiner Ausreise mit meiner Studiengangsleiterin in einem persönlichen Gespräch abklären konnte. Zu den Kursen kann ich im allgemeinen sagen, dass es überall Anwesenheitspflicht gab, ebenfalls mussten 4-5 Präsentationen in kleinen Gruppen abgehalten werden, regelmäßige Papers mussten angefertigt werden, unangekündigte Test´s wurden geschrieben und wöchentlich musste ich zu Hause mehrere Chapter lesen (30-40 Seiten für jeden Kurs). Zum Schwierigkeitsgrad der Kurse kann ich sagen, dass es zwar nicht so schwer wie in Deutschland war, der Arbeitsaufwand dafür jedoch enorm höher war und nicht vergleichbar mit unserem deutschem System. Alles in allem kann ich jedoch sagen, dass all meine Lehrer sehr offen und hilfsbereit bei Problemen waren und jederzeit ihre Unterstützung anboten. Außerdem gibt es an der HPU auch Tutoren in manchen Fächern, wenn es Probleme gibt (hiermit habe ich jedoch keine Erfahrungen gemacht). In all meinen Kursen wurden auch Bücher verwendet, welche sich die Studenten alle selbst kaufen müssen oder im Bookstore leihen konnten (gegen Gebühren). In der Regel sollte man ca. 300 $ – 400 $ extra für diese Bücherkosten einplanen.


Leben in Honolulu:

Im Allgemeinen ist Honolulu eine Großstadt mit allem was das Herz begehrt. Hier leben ca. 450.000 Einwohner, wovon sehr viele Japaner sind. Zum täglichen Leben in Honolulu lässt sich sagen, dass hier alles etwas teurer als in Deutschland ist, da vieles eingeflogen werden muss. Auch gibt es hier traurigerweise sehr viel Armut auf den Straßen und obdachlose Menschen. Bzgl. der Kriminalität hatte ich jedoch nie Angst, da es überall Sicherheitspersonal gibt (auch an und um der Uni). Anders wie in den meisten größeren Städten in Deutschland gibt es in Honolulu an öffentlichen Verkehrsmitteln nur Busse, welche alle 10-15 min. fahren, jedoch kann man sich hier nicht immer auf die Pünktlichkeit verlassen. Der Einzelfahrschein pro Strecke beträgt $ 2,50, aber als Student besteht die Möglichkeit ein Busticket für $ 155,00 im Bookstore der HPU zu erwerben (was zu empfehlen ist). Die Busse fahren täglich bis nach Mitternacht, jedoch nicht die ganze Nacht durch. Solltest Du also nicht in Waikiki leben und trotzdem abends in einen Club oder in eine Bar gehen wollen, so kannst Du problemlos auch ein Taxi nach Hause nehmen. Zum Wetter auf Hawaii lässt sich sagen, dass es hier sehr sonnig und warm ist, ab und an regnet es auch mal ein wenig (meist zum Ende eines Monats), was für mich jedoch nicht weiter tragisch war. In den Bussen, Geschäften und in der Uni ist jedoch alles klimatisiert und manchmal sogar etwas frisch. Die Regenzeit auf Hawaii ist von Januar – Februar, wo es manchmal etwas öfters regnen könnte und ein Schirm in der Tasche recht hilfreich ist.


Finanzierung:

Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Antrag auf Auslands-Bafög beim zuständigen Amt in Hamburg zu stellen, selbst wenn man im Inland nicht Bafög berechtigt ist. Ungefähr würde ich schätzen, braucht man so ca. $ 1.600 an Lebensunterhaltskosten auf Hawaii und man kommt definitiv nicht nur mit Auslands-Bafög dort aus. Auch etwas angespartes Geld für das Reisen nach der Uni sollte man in seinem Bugjet einplanen und für Reisen auf die anderen Inseln aufheben.


Reisen:

Die Highlights eines Auslandssemesters in Honolulu sollte definitiv nicht nur die Insel Oahu sein, da die anderen Inseln ebenfalls alle sehr sehenswert sind. Empfehlenswert für die übrigen Inseln ist auf jeden Fall ein Mietwagen, da die anderen Inseln ohne Auto nicht erkundbar sind. Ich für meine Verhältnisse würde nur Jeeps mieten wegen dem Allradantrieb und da einige Erlebnisse und Wege für „normale Autos“ nicht zum befahren erlaubt sind. Insgesamt sind auf Hawaii ca. 6-8 Inseln besuchbar. Die Menschen auf Hawaii sind hier sehr gastfreundlich und man kann z.B. Vulkane auf Big Island, schwarze und grüne Sandstrände, Sonnenaufgänge / untergänge, schnorcheln, surfen, hiken… und viele tolle andere Sachen sehen, machen und besuchen. Grad ein Besuch der Vulkaninsel Big Island ist ein MUSS in meinen Augen und stellt eine einzigartige, fast unwirkliche Landschaft dar, welche von Naturgewalten über Jahrmillionen geformt wurde und Millionen von Touristen jährlich anzieht. Ein anderer Höhepunkt meiner Reisen war eine Wale-Watching-Tour auf Maui, welche einen atemberaubenden Sonnenuntergang auf dem Meer mit Walen und Delfinen bot und einen alles um sich herum vergessen ließ.


……zum Abschluss lässt sich noch sagen:

Für mich persönlich hat Hawaii weniger mit Amerika zutun und stellt durch den Aloha-Spirit etwas Unbeschreibliches dar. Mein gesamtes Erwartungsbild an hawaiianischer Kultur wurde durch diesen Spirit durchaus bestätigt und löste stetig eine angenehme Atmosphäre in mir aus… Meine Zeit auf Hawaii verflog wie im Fluge. Wie bei jedem Auslandsaufenthalt wird alles zum Ende am schönsten, man lernt sich noch einmal besser kennen, man erlebt aufregendere Abenteuer und blickt schließlich traurigen Herzens der Abreise entgegen. Da der Aufenthalt für alle zeitlich durch die Visabestimmungen begrenzt war, hatten wir ähnliche Abreisetermine, veranstalteten bei jedem einzelnen Abreisenden noch einen gemeinsamen Abschiedsabend und dann hieß es Koffer packen und eine schöne Zeit hinter sich lassen im Paradies HAWAII mit vielen Tränen….

Abschließend möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, die diesen Aufenthalt für mich ermöglicht haben; sei es finanziell durch meine Familie, organisatorisch durch meine Heimathochschule und der Hawaii Pacific University sowie meiner Freunde und Mitbewohner die diese Erfahrung zu dem gemacht haben, was sie letztendlich war für mich – einzigartig und unvergesslich!!!


Dieser Bericht wurde von Juliane Heide im Februar 2014 verfasst.