Friedrich-Naumann-Stiftung

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Artikel über die Studierenden- und Graduierendenstipendien der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) versteht sich als Stiftung für liberales Gedankengut. Sie widmet sich als politische Stiftung dem Politikdialog und -verständnis und steht politisch der FDP nahe. Ihr Arbeitsfeld ist national (Regionalbüros und Bildungsstandorte verteilt über das gesamte Bundesgebiet) als auch international (Regionalbüros auf allen Kontinenten und Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen) aufgestellt.
Die Stiftung wurde am 19. Mai 1958 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss und 14 weiteren Persönlichkeiten gegründet und zu Ehren Friedrich Naumann benannt. Der Sitz der Stiftung befindet sich in Potsdam.

Für die Stipendiaten bietet die Stiftung ein breites Angebot an Informationsveranstaltungen, Seminaren, Ferienakademien, Arbeitskreisen und vielen Veranstaltungen mehr. Die FNF lebt vor allem von einer aktiven Stipendiatenschaft, die auch als Organistor und Veranstalter in den Vordergrund tritt. Eine Informationen zu den stipendiatischen Aktivitäten findet man auf der Homepage der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Die Veranstaltungen sind zum Großteil für alle interessierten Bürger - also eben nicht nur für Stipendiaten - offen.

Liberales Institut

Das Liberale Institut (think tank der Stiftung) widmet sich politischen Grundsatzfragen verschiedenster Art und veröffentlicht diese in Form von Positionspapieren, Studien und Publikationen. Die Veröffentlichungen des Insituts können zum Teil im Internet eingesehen und von Interessenten bestellt werden.

Virtuelle Akademie

Die Virtuelle Akademie ist das Vorzeigeprojekt der Stiftung. Interessenten auf der ganzen Welt können hier an Online-Seminaren zu verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Themen teilnehmen. Seminare dauern in der Regel 2-3 Wochen und dienen der Informationsfindung genau so wie dem Informationaustausch. Als Ansprechpartner werden Spezialisten geladen, die in Chat-Veranstaltungen angesprochen werden können.

Theodor-Heuss-Akademie

Die Theodor-Heuss-Akademie ist das Bildungszentrum der Friedrich-Naumann-Stiftung in Gummersbach. Dort finden Seminare, Workshops, Tagungen zu diversen politischen und gesellschaftlichen Themen statt. Die Teilnahme an der Veranstaltungen ist jedem Interessenten gegen eine überschaubare Teilnehmegebühr möglich. Die Akademie ist Standort des Archivs des Liberalismus mit umfangreichem, historischem Material über Liberale und den Liberalismus.

Begabtenförderung

Die Begabtenförderung der FNF kann in drei Bereiche gegliedert werden:

  • Deutsche Studienförderung
  • Ausländische Studienförderung
  • Deutsche und ausländische Graduiertenförderung

Bewerbung

Allgemein gesagt sucht die Stiftung ihre Bewerber nach einem Dreiklang aus: Persönlichkeit, gesellschaftliches Engagement und Leistung. Dabei kann unter gesellschaftlichem Engagement eine Menge an unterschiedlichen Betätigungen gefasst werden. Neben politischem Engagement (was nicht bei der FDP sein muss) zählt ein Freiwilligendienst im Altenheim, eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr wie auch freiwillige Betätigung als Leiter einer Schwimmgruppe etc. Die Stiftung will keine Parteikaderschmiede sein, sondern möglichst eine Mischung aus interessanten Bewerbern aus den unterschiedlichsten Disziplinen zusammenführen.

Die Bewerbung für ein Stipendium erfolgt in mehreren Schritten. Bewerber sollten sich zunächst über die Auswahlkriterien der Stiftung informieren. Diese sind auf der Homepage der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit einsehbar.

Interessenten können dann das Bewerbungsmaterial direkt herunterladen. Die Bewerbungsunterlagen bestehen erstens aus einem Fragebogen, in dem Informationen zur Person, über das Studium, über gesellschaftliches und politisches Engagement und die Motivation für die Bewerbung um ein Stipendium eingetragen werden müssen. Zweitens sind Nachweise zu bisher erreichten Noten, eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses einzureichen sowie eine Immatrikulationsbescheinigung einzureichen; Graduierte müssen Informationen über ihre Promotion (Hochschule, Thema und Zeitplan) bereithalten. Drittens werden zwei Gutachten von Hochschulprofessoren verlangt, für die ein Leitfaden bereitgestellt wird.

Neu ist das Angebot eines Probestipendiums, für das sich Abiturienten noch vor Antritt ihres Studiums bewerben können. Die einzureichenden Unterlagen sind ähnlich, nur die beiden Gutachten von Hochschulprofessoren werden durch ein Gutachten eines Oberstufenlehrers ersetzt. Nach zwei Semestern Förderungsdauer müssen die Probestipendiaten nochmals an einem vereinfachten, rein schriftlichen Bewerbungsverfahren teilnehmen, um in die Grundförderung übernommen zu werden.

Bewerbungen können zweimal im Jahr eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Mai und 15. November eines Jahres für das jeweils folgende Semester.

Auswahlgespräch

Erfolgreiche Bewerber werden dann zu einem ca. 30-minütigen (eher Studienförderung) bzw. 45- bis maximal 60-minütigen (eher Promotionsförderung) Auswahlgespräch nach Gummersbach in die Theodor-Heuss-Akademie eingeladen. Diese Gespräche finden als Einzelgespräche mit einem i.d.R. dreiköpfigen Auswahlgremium statt. Der gesamte Auswahlausschuss der Begabtenförderung entscheidet dann über die Aufnahme in die Stiftung.

Das Auswahlkomitee besteht aus 3 bis 4 Personen. In der Regel ist mindestens ein Vertreter der Wissenschaft und ein Vertreter der Wirtschaft dabei. Die Fachbereiche sind gemischt, jedoch kennt sich mindestens ein Mitglied mit dem Fachbereich des Bewerbers aus.

Im Auswahlgespräch sollte man vor allem auf aktuelle Themen gefasst sein. Es empfiehlt sich die regelmäßige Lektüre einer Zeitung oder einer äquivalenten Informationsquelle. Man sollte wissen, warum man sich gerade bei einer Stiftung liberaler Politik beworben hat, und es schadet auch nicht schon einmal etwas von der Person Friedrich Naumann gehört zu haben. Man muss aber nicht unbedingt FDP-Mitglied sein, um seine liberale Gesinnung unter Beweis stellen zu können. Wichtig ist es, die eigene Bewerbung vertreten zu können und auch auf Nachfragen zu einzelnen Punkten des Lebenslaufs vorbereitet zu sein. Es kann einem auch durchaus passieren, einem Komitee gegenüber zu sitzen, das die Fremdsprachen, in denen man sich als verhandlungssicher bezeichnet hat, auch spricht. Doktoranden stellen zusätzlich kurz ihr Expose vor. Es wäre gut erklären zu können, wie und warum man zu gerade diesem Promotionsthema gekommen ist. Ansonsten kann ich beruhigen: Das Gremium bemüht sich i.d.R. um eine lockere Atmosphäre, stellt aber durchaus auch kritische Fragen. Auf eine übertriebe Kleiderordnung ist meiner Ansicht nach nicht zu achten.

Stipendienhöhe

Die Stipendienhöhe bei Studierenden richtet sich nach dem Bafög-Satz, ist also an das Einkommen der Eltern gekoppelt. Ein Büchergeld in Höhe von 150 € monatlich ist jedem Stipendiaten sicher. Promovierende erhalten eine vom Elterneinkommen unabhängige Förderung i.H.v. 1050 € monatlich. Die Stiftung beteiligt sich außerdem an Fahrtkosten zu den Veranstaltungen (pauschal 0,12 € pro km) und fördert diese in Form sehr geringer Teilnahmegebühren (meist zwischen 50 und 80 €). Jährlich sollen Stipendiaten an mindestens zwei Veranstaltungen teilnehmen.

Arbeitskreise der Stipendiaten

Die Stipendiaten der FNF haben Arbeitskreise zu folgenden Themengebieten gebildet: Bildung, Demokratie, Innovation&Umwelt, Internationales, Kultur und Wirtschaft&Soziales. Hier kann sich jeder Stipendiat einbringen und beispielsweise Seminare zu Themen organisieren, die ihn interessieren. Einige Arbeitskreise wurden auch bereits publizistisch tätig. So haben z.B. der AK Bildung mehrere Broschüren und der AK Demokratie ein Buch herausgegeben, die über die FNSt erhältlich sind.

Inhaltliche Themenschwerpunkte

Die Stiftung gibt in regelmäßigen Abständen Themenschwerpunkte für ihre Arbeit vor. Diese sind derzeit:

  • Globalisierung und Entwicklung
  • Bildung als Grundlage einer freien Gesellschaft
  • Friedenssicherung und Konfliktprävention
  • Aktive Bürgerschaft und Kommunalpolitik
  • Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Verfassungsreform

Querschnittsthema

  • Die liberale Informationsgesellschaft

Ein Großteil der laufenden Veranstaltungen sind entsprechend an diesen Themen orientiert. Von der Homepage der Stiftung aus können weitere Seiten erreicht werden, die sich den Themenschwerpunkten widmen.

Weblinks