ETH Zürich

Artikel über die Eidgenössisch technische Hochschule (ETH) in Zürich.

Die ETH

In der Stadt mit der zweithöchsten Lebensqualität, ein paar Meter über der Limmat, zu erreichen mit der altehrwürdigen Polybahn, steht das Hauptgebäude der ETH, der Eidgenössischen technischen Hochschule. Das meiste historische über die ETH könnt ihr am besten bei Wikipedia oder der ETH-Homepage nachlesen. An dieser Stelle nur so viel: Eidgenössisch heißt, dass die ETH zusammen mit der EPFL (Lausanne) und vier Forschungsinstituten direkt dem Bund untergeordnet ist. Das verschafft ihr einige Freiheiten, einen direkten Einfluss auf die Forschungspolitik und nicht zuletzt ein recht komfortables Budget.

Der Campus

Die ETH ist aufgeteilt in einen Campus in der Innenstadt (Mathematik, Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik) und einen Campus auf dem Hönggerberg (Chemie, Architektur, Physik, Materialwissenschaften), der in den nächsten Jahren noch zu einer so genannten Science City ausgebaut werden soll. Die beiden Studienorte sind mit Pendelbussen verbunden. Zusätzlich hierzu sind einige Departements in anderen Städten der Schweiz anzufinden (zum Beispiel in Basel).

Studium

Jeder deutsche Abiturient kann theoretisch ein Studium an der ETH beginnen. Eventuell muss er vorher noch eine Aufnahmeprüfung bestehen. Die prüfungsfreie Zulassung erlangt man (so war es im Maschinenbau 2006) mit einer nicht allzu ausgefallenen Wahl der Kurse in der Kollegstufe und mindestens 70% der maximalen Punktzahl im Abitur (entspricht 2,1).

Alle Informationen rund um den Studienbeginn in der Schweiz findest du hier.

Die Fächer

Das Studium ist mit der Umsetzung der Bologna-Reform recht stark strukturiert worden und bietet nicht mehr so viele Freiheiten. Fachlich gibt es dementsprechend auch keine so großen Unterschiede zu den guten technischen Hochschulen in Deutschland. Allerdings ist die Betreuung ziemlich gut und die Übungsgruppen relativ klein (etwa 15-20 Studenten). Und ein wenig theoretischer und mathelastiger scheint der Unterricht an der ETH auch zu sein. Das hat aber nicht nur Nachteile. Man bleibt recht breit begabt und die Forschungsgebiete sind gerade im Maschinenbau sehr an die amerikanischen Universitäten angelehnt, was einem bei einem späteren Austausch noch helfen kann. Zumal die Dozenten zum größten Teil auch Verbindungen über den großen Teich haben.

Auch Geisteswissenschaften müssen sein

Pflicht ist an der ETH des Belegen von so genannten Geistes- und sozialwissenschaftlichen Zusatzfächern. Im Bachelor sind z.B. 6 Kreditpunkte auf diese Weise zu sammeln. Darunter fallen Sprachkurse aber auch Vorlesungen aus den Philosophie, Geschichte, Wirtschaft, Psychologie, Jura und Politikwissenschaften. Manchmal flucht man darüber, manchmal freut man sich über die Abwechslung. Ganz verkehrt ist es aber sicher nicht. Mit der Vorlesung Patentrecht beispielsweise wird so manch einer noch etwas anfangen können.

Prüfungen

Die Durchfallquoten unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen technischen Universitäten.

Im Maschinenbau wurden innerhalb der ersten zwei Jahre so in unserem Jahrgang aus 300 Studenten knapp 200. Von denen wiederum hat gut die Hälfte alle Prüfungen im ersten Anlauf geschafft.

Die Prüfungen im Mathematik- und Physik-Bachelor sind in den ersten zwei Jahren in mehrere Prüfungsblöcke eingeteilt. In jedem dieser Prüfungsblöcke gilt es, einen ausreichenden Gesamtschnitt aller Prüfungen zu erreichen, also eine Note gleich oder besser als 4.0 von 6 zu erzielen. Im Falle des Nichtbestehens bietet sich in der darauf folgenden Prüfungssession, ein halbes oder ganzes Jahr später, die Möglichkeit für einen zweiten Versuch. Fällt man bei dieser Wiederholung ebenfalls durch, wird man entsprechend vom Studiengang ausgeschlossen. Nach dem ersten Jahr findet die sogenannte Basisprüfung statt, für die die Durchfallquote in den Studiengängen Mathematik und Physik zumeist bei etwa 50%, für 2013 bei 55% lag. In den beiden folgenden Prüfungsblöcke am Ende des 3. und 4. Semesters sinkt die Durchfallquote für beide Studiengänge zumeist auf 30% resp. 20%. Am Ende des zweiten Jahres blieben vom Physikjahrgang 2012, der mit etwa 300 Studenten gestartet war, noch etwa 80 Studenten.

Generell ist es auch möglich, sich nach dem Erhalt eines deutschen Vordiploms an der ETH für bis zu 2 Semester als Gaststudent einzuschreiben. Der organisatorische Aufwand dafür ist relativ gering und die Unterstützung durch die ETH vorbildlich. Insbesondere für Studien- und Diplomarbeiten bietet sich dieser Weg an.

Doktorat/Promotion

Das Doktorat stellt einen wesentlichen Teil der wissenschaftlichen Arbeit an der ETH Zürich dar. Jedes Jahr beginnen rund 700 Kandidatinnen und Kandidaten ihr Doktorat an der ETH, die Hälfte kommt aus dem Ausland.

Offizielle Informationen zum Doktoratsstudium wie Aufbau, Zulassung, Finanzierung, etc. gibt es auf den Webseiten der ETH. Immer wieder schreibt die ETH Doktorandenstellen im Akademischen Stellenmarkt von e-fellows.net aus.

Das Leben in Zürich

Ein vorweg: Das Leben in Zürich ist sehr schön, aber auch sehr teuer. Der Student muss an jeder Ecke aufpassen und manchen Luxus gönnt man sich hier halt nicht so oft. Bei Dönerpreisen um 9 CHF (8.20 EUR) und Pizzapreisen von selten unter 15 CHF (13.60 EUR) ist daheim Kochen angesagt. Die ETH schätzt, dass man als Student 1900 CHF (1700 EUR) im Monat braucht. Man kann aber auch mit weniger auskommen. Das fängt bei einer guten und günstigen Wohnung an. WG-Zimmer gibt es ab 300 CHF (270 EUR) , die meisten liegen bei etwa 500 CHF (450 EUR). Einzelzimmer gibt es selten unter 800 CHF (730 EUR).

Wohnungssuche

Wohnungen sucht man am besten bei

Ausgehen

Auch die Parties sind teurer in der Schweiz. Wenn man sich nicht gerade mit den Parties im kleinen aber feinen Studentischen zentrum StuZ2 zufrieden gibt, muss man schnell mal für den Eintritt bis zu 30 CHF (27 EUR) zahlen und für den Gin Tonic noch einmal 15 CHF (13.60 EUR).

Auch an der Organisation von Festen kann man mitwirken. So zum Beispiel am Polyball, dem größten dekorierten Uniball Europas und vielleicht der ganzen Welt. Fast 10000 Gäste kommen jährlich an den von einer kleinen studentischen Gruppe organisierten Ball.

Löhne

Immerhin sind auch die Löhne höher. Studentische Hilfskräfte werden mit etwa 25 CHF/Std (23 EUR/Std) entlöhnt, Nachhilfe kann bis zu 40 CHF/Std einbringen (36 EUR/Std). So lange man nicht die maximale Arbeitszeit pro Woche nicht überschreitet (15 Std), hat auch das Migrationsamt (=Ausländeramt) nichts dagegen. Die Löhne für Doktoranten sind i.A. deutlich höher als in Deutschland. Davon wird wiederum ein kleinerer Prozentsatz automatisch an den Staat überwiesen (keine Steuererklärung für Ausländer). Der genaue Prozentsatz variiert zum Teil deutlich zwischen den Kantonen, wenn man also einen längeren Fahrtweg in Kauf nimmt kann man u.U. durch geringere Miete, Steuern und Nebenkosten einiges ansparen.

Vereine

Den Kontakt zu den Einheimischen herzustellen ist etwas schwieriger, aber wenn man sich mal an das Schweizerdeutsch gewöhnt hat geht's schneller. Sehr schnell geht es dann, wenn man in den Fachvereinen (=Fachschaften) oder im Verband der Studierenden an der ETH (VSETH) tätig wird. Und auch in einem der vielen Sportkurse des Akademischen Sportverbandes Zürich (ASVZ) kann man Kontakte knüpfen.

Weblinks