ESB Cycling Tour for Charity and Children

Die ESB Cycling Tour for Charity and Children fand dieses Jahr zum 9. Mal statt und stand unter der Schirmherrschaft des deutschlandweit bekannten Extremradsportlers Hubert Schwarz. Infos zu den Aktivitäten und der Tour sind auf www.esbradler.de zu finden. Der Spendenerlös geht jeweils zur Hälfte an zwei wohltätige Vereine, von deren Arbeit sich die Studenten direkt vor Ort überzeugen konnten. Der Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen e.V. engagiert sich seit 1982 für krebskranke Kinder und deren Familien und unterstützt somit die Arbeit der Kinderklinik in Tübingen. Der Reutlinger Verein Integramus e.V. setzt sich schwerpunktmäßig für die Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit in Kenia und Osteuropa (Weißrussland & Ukraine), sowie für die Integration ausländischer Mitbürger in Deutschland ein. Die Radler unterstützen mit der Spende den Bau einer Grundschule in Kenia.


1001km mit dem Rad von Reutlingen zum IBWE nach Bischofsmais (Anmerkung: Das International Business Weekend ist ein jährliches Treffen von Studenten die im International Partnership of Business School Verbund studieren, mehr Infos hier: http://de.wikipedia.org/wiki/International_Partnership_of_Business_Schools)

Strahlender Sonnenschein, 27 °C, Sekt, Lachshäppchen, ein strahlender Bürgermeister, 30 glückliche IMD-Studenten und ein erleichterter Professor Dr. Naeve. Unsere Ankunft am 27. April in Bischofsmais - dem diesjährigen Austragungsort des IBWE - hätte famoser nicht sein können. Auch die kurz vor der Zieleinfahrt in mühevoller Schweißarbeit erklommenen 750 Höhenmeter konnten unsere gute Laune nicht trüben. Ganz im Gegenteil! Wir waren stolz darauf, was wir als Team die letzten 1001 km und 10 Tage geleistet hatten.

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Eine Tour der Wetterextreme

Während diesen 10 Tagen haben wir das allbekannte Aprilwetter in seiner pursten Form überstanden. Pünktlich zur Abfahrt von der Reutlinger Marienkirche am 18. April setzte Regen ein, 2 Tage später mussten wir wegen Regenfall und überraschender Dunkelheit kurz vor unserem Ziel in Strasbourg die Etappe abbrechen und auf einer vom Regen nassen Holzbrücke ereignete sich unser glücklicherweise einziger und zugleich auch relativ glimpflich verlaufender größerer Sturz. Im Voralpenland auf dem Weg nach Konstanz kämpften wir uns durch Hagel und bei unserer Abfahrt in Aarau in der Schweiz holten wir unsere kleinen Abenteuer dadurch, dass wir nicht die üblichen Radwege benutzten/fanden, sondern einen schönen schlammigen Weg direkt an der Aare fuhren. Nach etlichen Pfützen und Schlammlöchern waren unsere Fahrräder inklusive Fahrer voll mit Dreck. Unsere Fahrt am Bodensee entlang nach Kempten bei strahlenden Sonnenschein und kurzen Trikots machte all das wieder wett, doch schon am Tag darauf trauten wir unseren Augen nicht, denn als wir um 7 Uhr morgens aus dem Fenster schauten, schneite es und das Thermometer hielt sich wacker bei ganzen 2°C! Nicht wirklich für winterliche Bedingungen ausgerüstet, entschieden wir trotz erhöhter Erkältungsgefahr loszufahren. Bereits nach wenigen Minuten waren unsere Handschuhe durchnässt und die Finger langsam taub. Nach und nach mussten RadlerInnen auf Grund von platten Reifen oder unterkühlten Körpern die Etappe aufgeben. Nachdem der Schnee an der Straße bereits einige Zentimeter hoch war, packten auch die letzten 7 Musketiere, 5 Jungs und 2 Mädels, nach gut der Hälfte der 120 km Etappe ihre Sachen in die warmen Autos. Schon am Tag darauf fand man uns unter bayrisch blauem Himmel mit Sonnenbrille auf dem Münchner Marienplatz wieder - auf dieser Tour war alles möglich.

Traumhafte Orte und Landschaften – verbunden mit Radsport

Zwar ist die Relay ein Charity- und Sportevent, doch unsere Strecke war eine Reise durch 4 Länder. Und diese zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Am Rhein entlang, im Elsass, bei unserer Fahrt durch den malerischen Schwarzwald und die Bilderbuchlandschaften der Schweiz, am Bodensee sowie im Allgäu am Ziel im bayerischen Wald – immer wieder hatten wir eine grandiose Aussicht auf Berge, Täler und Seen und genossen die Nähe zur Natur. Das Gefühl, nach 5km mit Spitzensteigungen von 21% und 400 bezwungenen Höhenmetern (60m mehr als der Eifelturm hoch ist), völlig erschöpft auf die schneebedeckten Alpengipfel zu blicken, ist unbeschreiblich.

Teambuilding einmal anders

Jeder und jede wuchs bei diesem Anstieg über sich hinaus und meisterte fast den gesamten Anstieg im Sattel. Und das nur, weil am Strassenrand und aus Transportern heraus 10 begeisterte Begleitfahrzeugfahrer und Beifahrer die 20 Radler anfeuerten, was das Zeug hielt. Die täglich wechselnden Begleitteams kümmerten sich um Frühstück, Mittags- und Stärkungspausen, schnelle Hilfe auf der Strecke (20 platte Reifen wollten geflickt werden), Einkäufe, das Auskundschaften der Unterkunften und die Zubereitung des Abendessens. Besonders für die Mittagspausen kümmerte sich das Begleit-Team um besonders eindrucksvolle Rastplätze und Wurstbrotkreationen um die Radler weiter zu motivieren. Und am nächsten Tag gab das nächste Team zurück und schickte sich an, den Job mindestens genauso gut zu machen. Uns verband ein Team-Spirit, der sich besonders abends beim gemeinsamen Singen und Trinken, Fussballspielen und Musik Hören und vielen kleinen Spässen auf der Tour zeigte. Das steckte offenbar an: nämlich Prof. Dr. Naeve, der uns auf unser letzten Etappe begleitete. Als Krönung hatten wir uns auf der Schlussetappe den 11km langen und harten Anstieg hinauf zum 1.092 m hohen Dreitannenriegel, der zwischen Deggendorf und Bischofsmais liegt, aufgehoben. Vollkommen unvorbereitet und von den Radlern angefeuert meisterte er ohne abzusteigen wie die ganze Gruppe den mörderischen Anstieg, bei dem einige von uns am ersten Tag noch das Handtuch geworfen hätten.

Die Relay lebt von ihren Förderern

Trotz langen und mühsamen Etappen führten wir in den größeren Städten, in denen wir Halt machten, Spendenaktionen durch. So konnten wir in Freiburg, Konstanz, Kempten, München und Deggendorf mit dem ESBär und hochmotivierten durchgeschwitzten Radlern innerhalb von 60-90 Minuten mit unseren selbst gebastelten Spendenbüchsen jeweils etliche Hundert Euro einsammeln.

Praktisch eine Spende stellten auch die verschiedenen Unterkünfte bzw. Räumlichkeiten dar, die wir kostenlos (und manchmal sogar inklusive Abendessen) zur Verfügung gestellt bekamen. Egal ob beim Fechtclub Pforzheim (wo der ESBär sein erstes Fecht-Match bestritt und haushoch verlor), in einem französischen Boxclub (Duschen), in einer schweizerischen Bunkeranlage (Feldbetten direkt neben dem OP Saal), oder in einem katholischen Gemeindehaus im tiefsten Bayern (wo dem Pfarrer der Messwein, das Bier, der Leberkäs und die Witze nicht ausgingen) – die Gastfreundschaft uns gegenüber war einfach unglaublich und ein Erlebnis an sich.

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Rekordergebnis an begünstigte Wohltätigkeitsvereine übergeben

Die großzügigen Spenden haben uns ermöglicht, am 27. Juli anlässlich des Final Get Togethers des IMD Studiengangs, die Summe von 22.500 EUR an die Vereine zu übergeben. Die Vereine erhielten jeweils einen Scheck über 15.250 EUR, da der Relay-Spendenbetrag traditionell mit den Einnahmen des Kultur&Charity Ressorts, dieses Jahr stolze 8.000 EUR, aufgestockt wird. Beide Ressort-Einzelsummen sowie der Gesamtbetrag von 30.500 EUR entsprechen einem absoluten Rekordergebnis und bestätigen die harte Arbeit der involvierten Studenten.

Das Projekt „ESB Cycling Tour for Charity and Children“ sorgt für glückliche Gesichter bei allen Beteiligten – die Vereine freuen sich über eine Rekordsumme, und wir erinnern uns gerne an die Tour unseres Lebens.