ERASMUS Intensive Language Course (EILC)

Artikel über die Sprachkurse des ERASMUS Intensive Language Course (EILC).

Allgemeine Informationen

EILC-Stipendien sind Intensivsprachkurse für weniger verbreitete Sprachen der Europäischen Union und die Sprachen der Länder, die am ERASMUS-Programm teilnehmen. Der Sprachkurs findet im jeweiligen Gastland statt und dauert maximal sechs Wochen. Im Zeitraum 2007/08 werden in folgenden Ländern EILC-Kurse angeboten: Belgien (flämischsprachiger Teil), Bulgarien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden und Türkei.

Wer kann sich bewerben?

Grundsätzlich kann sich jeder bewerben, der für den Zeitraum des Sprachkurses am ERASMUS-Programm teilnimmt. Studenten, die bereits die Sprache ihres Gastlandes studieren, sind jedoch üblicherweise von der Teilnahme ausgeschlossen.

Wie bewirbt man sich?

Bewerbungen müssen per E-Mail an das Akademische Auslandsamt der Heimatuniversität geschickt werden, die diese dann an die zuständigen Institute im jeweiligen Gastland weiterleitet. Die Institute suchen die Sprachkursteilnehmer schließlich aus.

Was bietet das Stipendium?

Niveau und Länge des Sprachkurses variieren nach Land und Vorkenntnissen des Studenten. Üblicherweise gibt es einen "Beginner"- und einen "Intermediate"-Kurs. Maximal dauert der Kurs sechs Wochen und es werden mindestens 60 Unterrichtsstunden abgehalten. Finanziert wird der Kurs von der Europäischen Union, die üblicherweise auch das Lehrwerk bereitstellt. Einige Universitäten gewähren für die Dauer des Kurses zusätzlich einen ERASMUS-Zuschuss, der allerdings von der Summe, die man für die anderen Monate im Gastland erhält, abweichen kann.

Welche Verpflichtungen gehen mit dem Stipendium einher?

Die einzige Verpflichtung, die das Stipendium mit sich bringt, ist die, dass man den Kurs am Ende evaluieren muss. Zusätzlich wird eine regelmäßige Teilnahme am Unterricht und an den organisierten Ausflügen erwartet.

Wann findet der Sprachkurs statt?

In der Regel gibt es für diejenigen, die im Wintersemester ins Ausland gehen, einen Kurs im August/September und für alle, die das Sommersemester im Gastland verbringen, einen im Februar/März. Manche Länder bieten jedoch nur den Kurs im August/September an.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Die Bewerbung um das Stipendium ist relativ simpel: Man füllt das Antragsformular aus, in dem persönliche Angaben, sowie Angaben zur Heimat- und Gastuniversität abgefragt werden. Des Weiteren muss man kurz begründen, warum man die Sprache lernen möchte und angeben, in welcher Stadt man den Sprachkurs machen möchte. Diese muss nicht zwingend mit der Stadt übereinstimmen, in der man später studieren wird. Das ausgefüllte Formular schickt man per E-Mail an das Akademische Auslandsamt (AAA) der Heimatuniversität, die es dann an die organisierenden Institute in den einzelnen Ländern weiterleitet. Im März wird die zentrale Website zu den EILC-Stipendien jeweils aktualisiert und die genauen Daten für die Sprachkurse werden veröffentlicht. Bis April/Mai muss die Bewerbung beim AAA erfolgen. Jede Uni kann allerdings innerhalb dieses Zeitraums ihre eigene Deadline für den Bewerbungsschluss setzen. Ende Juni/Anfang Juli werden dann für die Sommerkurse die Zu- bzw. Absagen von den jeweiligen Landesinstituten verschickt. Die Zu-/Absagen für die Winterkurse werden Ende November/Anfang Dezember verschickt.

Persönliche Erfahrungen mit dem EILC-Sprachkurs in Finnland

Ich habe im August 2007 einen vierwöchigen EILC-Sprachkurs im finnischen Vaasa gemacht. Bei der Bewerbung zahlt sich Hartnäckigkeit aus. Zufällig hatte ich von anderen Studenten erfahren, dass sie bereits eine Zusage für den Kurs in Vaasa bekommen hatten, während ich noch gar nichts gehört hatte. Nach mehreren Telefonaten bekam ich dann jedoch auch eine Zusage, weil ein anderer Teilnehmer abgesprungen war. Ziemlich unglücklich war allerdings, dass meine Zusage erst etwa vier Wochen vor dem Beginn des Sprachkurses kam. Dadurch wurde der Flug, den ich erst nach Erhalt meiner Zusage buchen konnte, ziemlich teuer.

Das Bewerbungsverfahren

Beworben hatte ich mich für Vaasa und Helsinki, allerdings habe ich in der Bewerbung angegeben, dass ich prinzipiell in jeder finnischen Stadt den Sprachkurs absolvieren würde. Vaasa habe ich deshalb als erstes angegeben, da ich gehofft hatte, durch den Kurs schon Studenten kennen zu lernen, die dann – so wie ich – das ganze Semester in Vaasa verbringen würden. Im Endeffekt sind dann von den 48 Teilnehmern außer mir nur zwei geblieben und alle anderen haben in anderen Städten weiterstudiert. Nichtsdestotrotz habe ich meine Entscheidung überhaupt nicht bereut, da ich in den vier Kurswochen ausgiebig Gelegenheit hatte, die Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen und somit den ERASMUS-Studenten, die einen Monat nach mir zum Semesterbeginn angekommen sind, einiges voraus hatte. Dadurch dass die meisten Teilnehmer dann in anderen Städten studiert haben, hatte ich außerdem viele Freunde in ganz Finnland. – Das kann ziemlich praktisch sein, wenn man gerne reist.

Der Finnisch-Kurs

Vom Kurs selber war ich absolut begeistert. Wir wurden in drei Gruppen à 16 Studenten eingeteilt und es wurde sehr darauf geachtet, dass sich die Nationalitäten bunt gemischt haben. Für jeden Kurs war eine Lehrerin zuständig, dazu gab es noch eine Assistenzlehrerin und eine Kurssekretärin, die sich alle hervorragend um uns gekümmert haben und jederzeit ein offenes Ohr hatten. In der Regel hatten wir zwischen sechs und acht Stunden Unterricht pro Tag – ein echter Intensivkurs also. Auch wenn sich das zunächst anstrengend anhört, hat es sehr viel Spaß gemacht und die Lernfortschritte kamen ziemlich schnell. Als ich in Finnland ankam, hätte ich Finnisch nicht einmal von Ungarisch oder Estnisch unterscheiden können, nach den vier Wochen konnte ich dann schon einfachere Dinge wie beispielsweise Einkaufen auf Finnisch erledigen.

Unterrichtsinhalte

Der Unterricht war sehr an den täglichen Gebrauch einer Sprache angepasst. Wir haben zunächst die klassischen Dinge gelernt: Wie stelle ich mich vor oder wie erkläre ich, wo ich wohne. Dann folgten Zahlen, Lebensmittel, Kleidung, die Bezeichnungen für verschiedene Möbelstücke etc. Neben Grammatik und Vokabeln haben wir immer wieder Vorträge über die finnische Kultur gehört und finnische Filme (mit englischen Untertiteln) geguckt.

Zusatzprogramm

Besonders toll war auch das zusätzliche Programm, das ebenfalls komplett von der EU finanziert wurde: Wir waren in mehreren Museen, haben Ausflüge in die Umgebung unternommen, waren unter anderem in einer echten finnischen Rauchsauna und in einem großen Wildpark mit Elchen, Rentieren, Wölfen und Eisbären.

Insgesamt kann ich jedem nur raten, sich für einen EILC-Kurs zu bewerben, wenn man die Chance dazu hat. Der Kurs ist eine tolle, unvergessliche Zeit, die einem die Möglichkeit gibt, sich intensiv mit der Sprache des "Heimatlandes auf Zeit" auseinanderzusetzen und dabei viele Leute aus ganz Europa kennen zu lernen.