EPF Lausanne

Artikel über die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne).

Allgemeine Informationen

Die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) ist eine technisch-naturwissenschaftliche Universität und das Pendant zur ETH Zürich.
Lausanne liegt am Rande des Genfer Sees in der französischsprachigen Schweiz. Mit 125.000 Einwohnern ist Lausanne die viertgrößte Stadt der Schweiz und gleichzeitig auch die Hauptstadt des Kantons Waadt (Vaud). Der Campus der EPFL liegt zusammen mit der eher auf geisteswissenschaftliche Studiengänge ausgerichteten Université de Lausanne (UNIL) auf einem großen Areal etwas außerhalb des Stadtzentrums in unmittelbarer Nähe des Genfer Sees.
Der Campus besteht aus einer Mischung aus 70er und 80er Jahre Bauten und vielen, teilweise architektonisch sehr beeindruckenden, modernen Gebäuden. Teil des Areals ist auch ein Wald, viele Grünflächen und einem Strand. Es umfasst weiterhin mehrere privat geführte Kantinen, mehrere kleinere Supermärkte, eine Post, zwei Banken, ein Reisebüro etc. Das Areal ist aus der Lausanner Innenstadt heraus bequem mit Hilfe der U-Bahn oder dem Auto (10 Minuten) zu erreichen. An der EFPL lernen und arbeiten 15.000 Personen, darunter ca. 6.300 Studenten, über 1.500 Doktoranten und ca. 250 Professoren.
Die EPFL ist Mitglied in diversen Netzwerken und belegt immer wieder hohe Positionen in internationalen Rankings.

Studium

Studienangebot

Die Universität umfasst 19 Fachbereiche:

  • Architecture
  • Civil Engineering
  • Environmental Science and Engineering
  • Mechanical Engineering
  • Microengineering
  • Materials Science
  • Electrical and Electronics Engineering
  • Communication Systems
  • Computer science
  • Mathematics and Applied Mathematics
  • Computational Science and Engineering
  • Physics
  • Nuclear Engineering
  • Chemistry and Chemical Engineering
  • Life Sciences and Technology
  • Bioengineering
  • Management, technology and entrepreneurship
  • Financial Engineering
  • Energy Management and Sustainability

Für alle Studiengänge werden Abschlüsse auf Bachelor- und Master-Niveau angeboten. Auch für Doktoranten ist das Angebot sehr reichhaltig.

Formelles und Zulassungsvoraussetzungen

Zwei Mal jährlich organisiert die Hochschule einen Besuchertag für alle Interessierten, bei dem alle Fachbereiche vorgestellt werden. Das Anmeldeverfahren [1] für das Wintersemester des gleichen Jahres endet immer Ende April. Die offiziellen Semesterdaten sind im "academic calendar" zu finden. Ein Studienjahr ist in zwei Semester und drei Prüfungsabschnitte gegliedert.
Die EPFL ist Teil des ERASMUS-Netzwerks der europäischen Hochschulen, wobei man sich auch als sog. „Free-Mover“ (wenn die eigene Hochschule keine Partnerschaft mit der EPFL hat) bewerben kann. Die Vorlesungen sind allesamt European Credit Transfer System (ECTS) bewertet, was sie vergleichbar macht und was auch die Anerkennung für Austauschstudenten erleichtert.
Zulassungsvoraussetzung ist die Schweizer Maturität oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Dazu zählen das deutsche Abitur und das französische baccalauréat. Die Swiss University hilft bei allgemeinen Fragen zum Studium und den Zulassungsverfahren in der Schweiz.

Einrichtungen

Die Universität verfügt über eine Vielzahl von Lern- und Arbeitsräume, Computerräume, Labore und Rechenzentren, welche für den Studierenden in der Regel rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Das Learning Center bietet den Studierenden weitere Möglichkeiten zum Lernen. Das Gebäude, von SANAA Architects entworfen, wurde mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Es enthält u. a. eine sehr gut ausgestattete Bibliothek mit großem Bestand an englischer, französicher und deutscher Fachliteratur. Ein schöner Service ist auch die unproblematische Fernleihe, gewünschte Werke sind innerhalb von 48 Stunden verfügbar.

Lehre

Die Universität ist sehr stark mit Unternehmen aus der Wirtschaft vernetzt. Bekanntest Beispiele dürften Alinghi (offizieller wissenschaftlicher Partner), Logitech, Nestlé, IBM oder Solar Impulse sein. Die Partnerschaften bestehen z.B. aus gesponserten Lehrstühlen, gemeinsamen Projekten oder hochmodernen Forschungslaboren. Das Studium besteht aus einer Mischung aus „klassischer“ Lehre und Projektarbeit, wobei jeder Studiengang auch mehrere Projekte, ein Praktikum und interdisziplinäre Kurse vorsieht.
Vor Vorlesungsbeginn, hat man die Möglichkeit sich über das Online-Kursprogramm IS-Academia eine Kursbeschreibung der Kurse anzuschauen. Hier können auch die Kursbeschreibungen für die Voranerkennungen besorgt werden. Welche Kurse im jeweiligen Semester angeboten werden, lässt sich am besten über die Homepage des Fachbereichs herausfinden. Dabei kann man sich auch an den vergangenen Semestern orientieren, wobei es auch ein von Jahr zu Jahr wechselndes Vorlesungsangebot gibt. Als Austauschstudent wird man im Bachelor in der Regel in das dritte Studienjahr eingestuft, wobei man seine Kurse weitestgehende frei wählen kann. Zu beachten ist dabei die teils vorhandene Anwesenheitspflicht.

Organisatorisches

Erster Ansprechpartner für alle Austauschstudenten ist das Büro „Service des affaires étudiantines“, dessen Team einem bei fast jeder Angelegenheit weiterhelfen kann.

Prüfungen

Der Prüfungsaufwand hängt mit der Anzahl an Credits (ECTS) zusammen. Es gibt sowohl mündliche (15-30 Minuten) als auch schriftliche (2-3 Stunden) Prüfungen, welche in einer drei- bis vierwöchigen Periode stattfinden. Diese beginnt eine Woche nach Semesterende. Zur Prüfungsanmeldung bekommt man zu Beginn des Semesters einen Anmeldebogen zugeschickt, den man schon relativ früh, nach etwa Wochen Vorlesungszeit beim „Service Académique“ wieder ausgefüllt abgeben muss. Die Prüfungsergebnisse hängen nicht öffentlich aus, sondern werden per Post zugeschickt.

Sprachkurse

Den Austausch-Studenten wird die Möglichkeit geboten vor Semesterbeginn an einem kostenlosen, vierwöchigen intensiv-Sprachkurs teil zu nehmen. Auch während des Semesters gibt es eine Vielzahl von Sprachkursen.

Behörden

Einwohnermeldeamt

Die erste Behörde, mit welcher man im Normalfall in Kontakt tritt, ist das „Contrôle des habitants“. Dort muss man sich spätestens 8 Tage nach seiner Ankunft melden, das Einreiseformular ausfüllen und die Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Die Höhe dieser Gebühr ist jedoch vom Wohnort abhängig. Die Aufenthaltsgenehmigung gilt in der Regel ein Jahr. Beim „Contrôle des habitants et bureau des étrangers“ sind auch eventuelle Wohnungswechsel anzuzeigen. Zum Ende des Aufenthaltes muss an sich dort abmelden.

Versicherungen

Man benötigt man in der Schweiz eine gültige Kranken- und Unfallversicherung. Dazu kann man sich entweder in der Schweiz versichern oder entsprechende Pakete mit der heimischen, ausländischen Versicherung vereinbaren, sofern diese nicht per se auch im Ausland gilt. Die Unterlagen sind dem „Organe Cantonale de Contrôle“ vorzulegen. Außerdem ist eine Fahrradhaftpflichtversicherung verpflichtend.

Wohnungssuche

Die Wohnungssituation in Lausanne ist sehr angespannt, man sollte sich frühzeitig um eine Unterkunft kümmern. In zentraler Lage sind Zimmer um die 500-600 CHF zu haben. Folgende Liste kann bei der Suche von großem Nutzen sein:

  • www.fmel.ch
  • www.etudiants.ch
  • www.wgzimmer.ch
  • www.students.ch
  • www.wg-gesucht.ch

Die Zimmer in den Wohnheimen werden von einer zentralen Stelle vergeben. Nach der Bewerbung (mind. 6 Monate im Voraus), muss man seine Anmeldung monatlich wiederholen bzw. bestätigen. Der Zustand der Wohnheime ist modern und gut. Wer lieber allein wohnt, der muss sich auf Wartelisten, Bürgschaften und zwei Monatsmieten Kaution einstellen.

Arbeiten

Nicht-Schweizer können nicht ohne weiteres arbeiten, sie benötigen in den meisten Fällen eine Arbeitserlaubnis. Es ist zu beachten, dass die maximale Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche nicht überschritten wird. Die EPFL verschickt einen wöchentlichen Newsletter, welcher aktuelle Job-Angebote ausweist. Weiterhin finden sich viele HiWi-Stellen und ähnliche Jobs an den einzelnen Fachbereichen. Die Stundenlöhne bewegen sich etwa zwischen 12,- und 35,- CHF. Studentische Hilfskräfte werden mit ca. 21,- CHF vergütet.

Freizeit

Lausanne als Studienort hat sicherlich eine der denkbar besten Kombinationen von Ausbildung auf hohem Niveau, Internationalität und einem einzigartigen Freizeitwert. Die Landschaft und die ca. 15.000 Studenten in Lausanne tragen einen großen Teil dazu bei. Die Lage am See verleiht der Stadt ein mildes Klima, sodass an den Ufern Palmen zu finden sind. Das Stadtbild ist von der Lage am Berg geprägt und so sind Steigungen von 10% keine Seltenheit, um den Höhenunterschied zwischen dem auf Seehöhe gelegenen Stadtteil Ouchy und der restlichen Innenstadt zu überwinden. Die Stadt besitzt viele Grünflächen und Parks, die zur Erholung und zum Sport die direkt am Ufer des Sees einladen. Der See selber bietet die Möglichkeit diversen Wassersportarten nachzugehen. In Lausanne befindet sich der Sitz des Schweizer Bundesgerichtes sowie diverser internationaler Organisationen wie der des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Lausanne ist der Mittelpunkt des abend- und nächtlichen Lebens der Region, es finden sich diverse gute Restaurants, Kneipen und Clubs. Kulturell hat die Stadt ebenfalls einen internationalen Stellenwert, nicht zuletzt durch ihre Konzerte, ihre Museen und Galerien oder der diversen wichtigen Preise und Auszeichnungen, welche dort verliehen werden. Für sämtliche sportlichen Aktivitäten ist das Centre Sportif die richtige Anlaufstelle. Der Jahresbeitrag liegt bei 20,- CHF, womit fast alle Aktivitäten offen stehen. Besondere Erwähnung findet die außerordentlich gute Lage und Anbindung für Wintersportler, man erreicht innerhalb einer Stunde bequem große Skigebiete wie Verbier.

Sonstiges

Die EFPL hat einen Kooperationsvertrags mit der Université de Lausanne (UNIL), welcher es Studenten aller Fachbereiche ermöglicht, an einer Vielzahl der von der UNIL angebotenen Veranstaltungen teil zu nehmen. An der UNIL findet man die Fachbereiche:

  • Theologische und Religionswissenschaftliche Fakultät
  • Rechts- und Kriminalwissenschaftliche Fakultät
  • Schule für Kriminalwissenschaften
  • Philosophische Fakultät
  • Schule für Französisch als Fremdsprache
  • Ferienkurse
  • Sozial- und Politikwissenschaftliche Fakultät
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
  • Geo- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
  • Biologische und Medizinische Fakultät
  • Pharmazie

Näheres dazu findet man auf Anfrage im Studienbüro an der EPFL.
Mehrmals jährlich finden Karrieremessen und andere Recruiting-Events auf dem Campus statt. Die wichtigste ist dabei das Forum EPFL, bei dem sich ca. 150 Unternehmen vorstellen, und wo sich viele Studenten Praktikumsplätze sichern können.
Zudem unterhält die EPFL ein Career Center, welches die Brücke zwischen der Universität und den Unternehmen schlägt. Dabei kann man auch auf die breite Unterstützung des Ehemaligen-Vereins bauen, welche durch A3 sichergestellt wird. Für innovative Geister gibt es ebenfalls ein großes Angebot, welches von Einrichtungen wie CRAFT bis hin zum Innovation Park reicht.

Referenzen und Weblinks

Weitere Informationen zum Studienbeginn in der Schweiz sind hier zu finden: