Deutsch-Französischer Bachelorstudiengang Rechtswissenschaft Köln/Paris I (Panthéon-Sorbonne)

Der Deutsch-Französische Bachelorstudiengang Rechtswissenschaft Köln/Paris I führt in Umsetzung des Bologna-Prozesses den seit 1990/91 bestehenden Deutsch-Französischen Magisterstudiengang Rechtswissenschaft Köln/Paris I fort.

Leitlinien des Studiengangs

Der Deutsch-Französische Bachelorstudiengang unterscheidet sich sowohl strukturell als auch inhaltlich erheblich von den verbreiteten kurzfristigen Austauschprogrammen zwischen europäischen Hochschulen. Als integrierter Studiengang ist für ihn wesentlich, dass französische und deutsche Teilnehmer von Beginn an gemeinsam in einer homogenen Gruppe die gleichen Fächer studieren. An dem Studiengang nehmen deutsch- und französischsprachige Studenten in gleicher Anzahl teil.

Erste Studienphase: Universität zu Köln

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Das Studium beginnt jeweils zum Wintersemester mit einem zweijährigen Aufenthalt an der Universität zu Köln. Dort belegen die Teilnehmer neben den Lehrveranstaltungen des Grundstudiums zusätzliche Lehrveranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften im Französischen Recht und in der Privatrechtsvergleichung.

Zweite Studienphase: Université Paris I (Panthéon-Sorbonne)

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Nach dem Bestehen aller Prüfungen an der Universität zu Köln wird das Studium weitere zwei Jahre an der Université Paris I (Panthéon-Sorbonne) fortgesetzt. Hier wird den Teilnehmern der für die französische Maîtrise erforderliche Lehrinhalt vermittelt. Es besteht die Möglichkeit, sich im vierten Jahr zu spezialisieren (Unternehmensrecht, Internationales Wirtschaftrecht, französische Anwaltschaft).

Doppeldiplom: Bachelor of Laws und Maîtrise en droit

Nach dem erfolgreichen Abschluss auch dieses zweiten Studienabschnittes in Paris erwerben die Teilnehmer die Maîtrise en Droit (mention Droits français et allemand) der Université Paris I und den Bachelor of Laws LL.B. Köln/Paris I der Universität zu Köln. Die Maîtrise (Master 1) eröffnet als Abschluss des regulären französischen Jurastudiums den Zugang zu den Bewerbungsverfahren bei den weiterführenden Richter-, Verwaltungs- und Rechtsanwaltsschulen sowie die Möglichkeit der Teilnahme an einem einjährigen Aufbaustudiengang (Master 2).

Karriereperspektiven

Die Vorzüge des Studienganges liegen darin, dass die Teilnehmer nach einem vierjährigen Studium eine Ausbildung in beiden Rechtssystemen erhalten haben, welche sie für juristische Tätigkeiten mit länderübergreifendem Bezug besonders qualifiziert. Dies wird durch die Erfahrungen mit früheren Absolventen bestätigt. Viele davon haben ihr Studium im Nachbarland fortgesetzt; etliche erreichten außerdem überdurchschnittliche Ergebnisse bei den Eingangsprüfungen zur französischen Anwaltschaft oder zur Richterschule, sowie zu den europäischen Institutionen. Stellenangebote zeugen von breitgefächerten beruflichen Möglichkeiten nicht nur in der Anwaltschaft, sondern auch in der Privatwirtschaft, in international tätigen Interessenverbänden und in internationalen Organisationen.

Sieht der Absolvent seine berufliche Zukunft in Deutschland, empfiehlt sich der Abschluss der zwei Staatsexamina. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bachelor of Laws und der Maîtrise ist es möglich, sich um den Eintritt in den Höheren Dienst im Auswärtigen Amt zu bewerben.

Finanzielle Förderung

Zur Unterstützung während des Auslandsaufenthaltes erhalten die Studierenden in dieser Zeit eine Mobilitätsbeihilfe der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) in Höhe von derzeit 250 Euro monatlich. Es steht den Studierenden weiterhin frei, diese Förderung mit anderen Stipendien und Förderungen zu kumulieren.

Studienplatzvergabe und Studienbeginn

Jährlich zum Wintersemester werden jeweils dreißig deutschsprachige und französischsprachige Teilnehmer zugelassen. Auf die Nationalität der Bewerber kommt es für die Zulassung zum Studiengang grundsätzlich nicht an. Zwischen 100 und 180 Bewerbungen liegen pro Universität regelmäßig vor. Die Bewerbungen der deutschen Bewerber (Anträge auf Teilnahme am Eignungsfeststellungsverfahren) und derjenigen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, müssen bis zum 15. Mai eines jeden Jahres bei der Universität zu Köln vorliegen. Bei deutschen Bewerbern ist die Zuteilung eines Studienplatzes im ersten Fachsemester für das Fach Rechtswissenschaften mit dem Abschlussziel erstes juristisches Staatsexamen durch die ZVS Teilnahmevoraussetzung. Französischen Teilnehmern ist die zusätzliche Bewerbung um einen Studienplatz mit dem Abschluss erste juristische Staatsprüfung freigestellt.

Bewerbung

Nach Eingang der Bewerbungsunterlagen erfolgt eine Einladung zum Verfahren zur Feststellung der studiengangbezogenen Sprachkenntnisse.

Bewerbungsunterlagen

Bis zum 15. Mai eines jeden Jahres sind an die u.g. Adresse folgende Unterlagen einzusenden:

  • ein formloser Bewerbungsantrag
  • ein Abiturzeugnis (für Schüler der 13. Klasse eine Notenauflistung; das Abiturzeugnis ist nachzureichen)
  • ein tabellarischer Lebenslauf mit Foto und Angabe von E-Mail und Telefonnummer
  • eine Motivationserklärung

Auswahlverfahren

Die Sprachkenntnisse werden in einem von der Universität zu Köln durchzuführenden Feststellungsverfahren ermittelt. Das Verfahren wird in schriftlicher Form durchgeführt. Es gliedert sich in einen allgemeinen und einen besonderen Teil. Von der Teilnahme am allgemeinen Teil – einer Übersetzung eines Textes allgemeinen Inhalts von der deutschen in die französische Sprache – sind diejenigen Kandidaten befreit, die im Rahmen des Erwerbs der allgemeinen Hochschulreife im Leistungsfach Französisch mindestens die Note „ausreichend“ erzielt, das französische „Baccalauréat“ oder den „Diplôme Approfondi de Langue Française“ erworben haben. Der besondere Teil umfasst das Verständnis, die Wiedergabe und die Anfertigung von Texten mit aktuellen politischen, wirtschaftlichen und juristischen Themen (in französischer Sprache). Er beinhaltet die Wiedergabe eines in deutscher Sprache vorgelesenen Textes in französischer Sprache, das Beantworten von Verständnisfragen zu einem in französischer Sprache vorgelesenen Text und abschließend die Anfertigung eines Aufsatzes (ebenfalls in französischer Sprache) zu einem gestellten Thema.

Da hiermit die studiengangbezogenen fachsprachlichen Kenntnisse festgestellt werden sollen, nehmen alle Kandidaten teil. Der zeitliche Rahmen umfasst einen Vormittag. Orientieren können Sie sich an Schulfranzösisch auf hohem Leistungskursniveau. Hilfreich ist die regelmäßige Lektüre französischer Zeitungen (etwa Le Monde oder Le Figaro). Auch ein Frankreichaufenthalt vor der Prüfung ist als sinnvoll zu bewerten.

Kontakt

Deutsch-Französische Rechtswissenschaften Köln/Paris I
Zentrum für Internationale Beziehungen
Aachener Str. 201
50931 Köln
Öffnungszeiten des Büros:
Montag – Donnerstag: 10.00 – 12.30 Uhr und 13.30 – 16.00 Uhr.

Tel. +49 (0)221/168 21 603
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