Chinesisch Lernen

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Chinesisch Lernen ist eigentlich ganz einfach, allerdings ...

... etwas Willen braucht es schon

Aufbau der Sprache

Denn Chinesisch ist eine Sprache, die im Gegensatz zum Deutschen nicht auf einem einfachen 40-teiligen Lautalphabet (mit Vokalen und Konsonanten, stimmhaftem und verschlucktem "r", ...) aufgebaut ist, sondern aus über 400 verschiedenen Silben besteht, bei denen es auch noch darauf ankommt, die Tonhöhe richtig wiederzugeben. Im Deutschen werden Tonhöhe oder Stimmlage nur im Unterschwelligem, also zum unbewussten (manchmal auch bewussten) Ausdrücken bestimmter Emotionen (Verärgerung, Unmut, Überraschung, Unwissen) variiert.

Dazu ein paar Beispiele:

Das deutsche Wort "Mama" (Mutter) wird dankenswerter Weise im Chinesischen genauso ausgesprochen:

mā ma

Achtung: das erste "a" ist ein "ā", wird also gleichmäßig gesprochen, während das zweite "a" ein neutrales ist, sprich ohne besondere Betonung.

Jetzt gibt es aber auch das deutsche Wort "Pferd", das im Chinesischen folgendermaßen ausgesprochen wird:

Dieses "a" ist ein "ǎ", wird also fallend-steigend ausgesprochen, wie ein Knick in der Tonhöhe.

Neben diesem Zungenbrecher gibt es dann noch das scharfe fallende "à" und das fragende steigende "á".

Stellt euch diese vier verschiedenen Laute nun mit sämtlichen Vokalen vor! Und Achtung: In Kombination mit den einzelnen Konsonanten, die wir kennen, klingt das Ganze wieder etwas anders.

Und das war erst PinYin

So, damit hätten wir den Einstieg geschafft: Denn im Chinesischen gibt es wie in jeder Sprache eine Lautschrift. Manche kennen diese noch aus den Schul-Oxford Bänden oder von Englischlehrern, die auch in Klausuren auf dieser geschriebenen Lautsprache bestehen. Im Chinesischen ist dieses sogenannte "PinYin" aber eine große Hilfe!

Denn anstatt sämtliche 25000 Characters einzeln zu lernen, startet man im Chinesischkurs erst mal mit dieser Lautsprache.

Alle Kombinationen aufgelistet, ergibt sich eine lange Tabelle mit insgesamt etwa 300-500 Lauten, die man aber gut lernen kann, da sie - Lautsprache sei dank - nach gewissen Regeln aufgebaut ist und man sich über die Buchstaben Assoziationen aufbauen kann. Ins Detail zu gehen fällt aufgrund der Menge an Lauten schwer, aber nehmen wir ein paar Beispiele:

"a", wird wie bei uns "a" ausgespochen

"j", wird wie das amerikanische "j" von "jeans" ausgesprochen

und "w" wird ähnlich dem englischen "w" von "what" (mit britischem Akzent) ausgesprochen

--> Siehe dazu auch die Links am Ende <--

Ni hao? Hallo!

Hat man das Pinyin einigermaßen gelernt und verinnerlicht, kann man sich an die Grammatik und damit an das wagen, was einem Spaß macht: Das gnadenlose drauflosquatschen mit dem nächsten Chinesischtouristen... aber halt! Wie ist das mit dem Sprechen lernen?

Sprechen lernen ist im Vergleich zur Aussprache ein Katzensprung. Die grammatikalische Tiefe der deutschen Sprache ist in den Anfangsschritten des Chinesisch nicht gegeben. Wieder ein paar Beispiele:

Ich gehe arbeiten.

Du gehst arbeiten.

Er/sie/es geht arbeiten.

Wir bemerken, dass das Verb "gehen" in drei Formen auftaucht: "gehe", "gehst" und "geht". Nehmen wir nun alle Zeiten, Konditionen und Fälle zusammen und schreiben diese auf ein Blatt Papier, kommen wir mit der Rückseite gerade aus.

Im Chinesischen heißt das einfach: qù und zwar unabhängig ob ich gehe, du gehst oder er/sie/es geht. Unabhängig davon, ob es morgen ist oder gestern war . Das Verb selber kann sich nicht ändern, denn es gibt nur ein Schriftzeichen dafür, ein Character! Für Konditionalfälle oder Vergangenheiten wird deswegen nur ein weiteres Zeichen angehängt und glücklicherweise ist das immer das gleich Zeichen, sprich ob es jetzt "gehen" ist oder "kommen", beidesmal gibt es das gleich Zeichen für die Vergangenheitsform.

Was heißt das? Das heißt, unsere zwei Seiten Papier zum Auswendiglernen pro Verb reduzieren sich auf ein Zeichen, einen Laut! Das heißt, man kann sehr, sehr schnell viele Wörter lernen, ohne sich groß um Konjugation oder Deklination kümmern zu müssen.

Nicht, dass man denken sollte, dass es im Chinesischen keine Grammatik gibt. Weit gefehlt! Aber eben nicht im Anfängerbereich, solange man lediglich einfache Sätze bilden muss. Außerdem gibt es nicht wie im Deutschen die Hürde von Deklination und Konjugation. Für Einsteiger empfehlenswert!

Schön und gut, aber... wer hilft mir?

Und jetzt kommen wir zum spannenden Teil: Es gibt ein komplexes Aussprachesystem, eine leicht zu erlernende gesprochene Sprache und ein recht schweres schriftliches System.

Apropos Schreiben: Da hilft nichts! Ab auf die Schulbank, in einen Chinakurs und üben, üben, üben! Gleichgültig, ob man sich an der Uni einschreibt oder in der Volkshochschule lernt, sogar in China ist es so: Man sollte seine 1000 Zeichen pro Tag schreiben (wiederholen, wiederholen, wiederholen), ansonsten kommt man über das reine Lesen nicht hinaus.

Apropos Sprechen: Sprechen ist schließlich in den meisten Fällen das, was man als erstes können möchte. Hier kann ich die Podcasts von Chinesepod.com empfehlen. Diese werden von einem englisch-chinesischen Unternehmen aus Shanghai herausgegeben und bieten kostenlos und für jedermann Chinesischlektionen als 15-20-minütige Mp3s zum Download an. Diese gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade (Anfänger, Fortgeschrittenen, etc.) und sie werden sowohl von native speakers als auch von Amerikanern geleitet. Sehr zu empfehlen.

Ausgewählte Lektionen

Nachdem wir gerade schon über Chinesepod.com geredet haben und man sich vielleicht die Seite auch im neuem Tab angeschaut hat, kommt die Frage: Wo anfangen? Darum hier ein paar ausgewählte Lektionen von Chinesepod:

Was ist eigentlich mit ... Lernen in China?

Wenn man daran denkt, nicht nur zu Hause am PC oder in einer deutschen Sprachschule Chinesisch zu lernen, und vorrausgesetzt man hat Zeit, Willen und natürlich auch Geld, dann kann man in China natürlich am besten Chinesisch lernen.

Weiter unten findet ihr weitere Links zu den Themen Hochschullandschaft Chinas, Studiengebühren und Studienvorraussetzungen. An dieser Stelle möchte ich nur eine Schule hinzufügen, die mir selber sehr positiv aufgefallen ist:

Di Qiu Cun Language School in Peking (Beijing), Stadtteil Wu Dao Kou, direkt 250 Meter entfernt von der Bei Da (Beijing University) und der Foreign Language University of Beijing. Zwar wird sie vorwiegend von koreanischen Studenten genutzt, es kommen aber auch Amerikaner, Briten und andere Nationalitäten an diese Schule, um im Gruppenunterricht Chinesisch zu lernen, zumeist als Vorbereitung in den Semesterferien auf das eigentliche Studium an der Bei Da oder der Foreign Language University.

Positiv sind vor allem die auch für chinesische Verhältnisse recht günstigen Preise: 14 RMB pro Stunde Gruppenunterricht, also ungefähr 1,4 Euro pro Stunde. Anmelden bzw. einschreiben kann man sich mit mehreren Stunden pro Tag für jeweils zwei Wochen und zwar unabhängig vom jeweiligen Visum (also auch mit Touristenvisum).

Infos im Netz

  • Chinesepod.com - besagte Webseite zum Thema Chinesisch Lernen
  • PopupChinese.com - weitere Website zum Thema Chinesisch-Lernen mit vielen kostenlosen Lektionen
  • hantrainerpro.de - Multimedialer Chinesisch Vokabeltrainer in Flash mit 4 kostenlosen Lektionen
  • Pinyin.info - Infoseite über die Lautsprache Pinyin inklusive eines Onlinetools zum automatischen Umwandeln von Chinese Characters in HTML Unicode
  • Was ist Pinyin - PinYin auf Wikipedia.de
  • JMemorize - Lernkarteitrainer
  • www.lernechinesisch.de: Chinesisch lernen in 8 Schritten.

Weblinks