Certificat des Notions Fondamentales de Droit International, Européen et Comparé

Das "Certificat des Notions Fondamentales de Droit International, Européen et Comparé" bezeichnet ein einjähriges Programm der Juristischen Fakultät der Université Robert Schuman in Straßburg, das für ausländische Studierende angeboten wird. Ähnliche Programme finden sich jedoch an anderen Juristischen Fakultäten Frankreichs.

Zulassung

Die Zulassung zum Certificat kann nur zum Wintersemester erfolgen und setzt eine Immatrikulation und entsprechende Bewerbung voraus. Diese Bewerbung hat ein Motivationsschreiben und Kopien relevanter Leistungsnachweise zu enthalten. Sie muss der Delegation aux Relations Internationales et Européennes bis spätestens Juli des Jahres, in dem das Programm begonnen werden soll, zugehen. Für Teilnehmer am Erasmus-Programm der Europäischen Union reicht es indes aus, wenn die Bewerbungsunterlagen nach Vorlesungsbeginn im September eingereicht werden.

Unbedingte Voraussetzung der Zulassung ist ein mindestens zweijähriges vorheriges Studium an einer Juristischen Fakultät. Darüber hinaus bleibt die Bewerbung grundsätzlich eine Formalität.

Inhalt

Das Certificat beinhaltet sieben Prüfungsfächer, die in Form von Vorlesungen abgehalten werden und jeweils verbindlich sind, ohne dass die Anwesenheit kontrolliert wird: Droit International Public I Droit International Public II Systèmes Juridiques Communautaires Droit Èconomique Communautaire I Droit Èconomique Communautaire II Droits de l´Homme Droit Comparé

Die Veranstaltungen zum Droit International behandeln dabei schwerpunktmäßig die Akteure und Rechtsquellen des Internationalen Rechts. Das Europarecht unterteilt sich ebenfalls in die Lehre der Rechtsquellen und in Teile des Europäisches Wirtschaftsrechts wie den freien Waren- und Personenverkehr.

Zusätzlich zu diesen Fächern bleibt den Studierenden frei, sog. Travaux Dirigés (Arbeitsgemeinschaften) zu einzelnen Prüfungsfächern des Certificat zu besuchen und an weiteren Lehrveranstaltungen teilzunehmen sowie Prüfungen hierüber abzulegen.

Prüfungsregime

Die Prüfungen jener sieben Fächer werden auf zwei Semester verteilt am Ende des jeweiligen Semesters ausschließlich mündlich von den Dozenten der jeweiligen Veranstaltung im Einzelgespräch durchgeführt. Die Benotung folgt dem französischen System von 0-20 Punkten. Zehn Punkte reichen hierbei zum Bestehen aus, ab 16 Punkten hat man bereits die Bestnote mit Très Bien erzielt. Dabei reicht es zum Bestehen des Certificat aus, im Durchschnitt der gesamten sieben Fächer auf 10 Punkte zu kommen. Es ist also keinesfalls fatal, durch einzelne Prüfungen zu fallen, wenn entsprechend ausgeglichen werden kann. Bei einem Schnitt von mindestens 10 Punkten wird auf dem Zertifikat die Durchschnittsnote mit entsprechender Bezeichnung (Bsp: "Assez Bien") ausgewiesen.

Prüfungsablauf

Zumeist hat man vor der Prüfung eine Vorbereitungszeit von in der Regel zehn Minuten, bei der man bereits mit im Prüfungsraum sitzt und die laufende Prüfung verfolgen kann. Es wird dabei erwartet, dass man zu einer oder zwei allgemeineren Fragen oder Stichworten eine Präsentation ausarbeitet, die etwa fünf Minuten dauern soll.

Bei der Präsentation bietet es sich an, dem typischen französischen Aufbau einer sog. dissertation zu folgen oder zumindest sein Exposé angekündigt zu strukturieren. Meist stellt der Dozent im Anschluss zusätzliche Fragen, um Feinheiten der einschlägigen Rechtsthemen abzufragen oder das Wissen über andere Themenfelder zu testen.

Tipps

Die Travaux Dirigés können zwar durch das Aufarbeiten und die Vertiefung des Vorlesungsstoffes zur Prüfungsvorbereitung beitragen. Zur Mitarbeit ist jedoch ein immenser Arbeitsaufwand erforderlich, der oft als außer Verhältnis zum Lernfortschritt mit Blick auf die Prüfungen angesehen wird. Etwa 50 Seiten Urteile und Aufsätze, die regelmäßig jede Woche zu lesen und stets mit einer Hausarbeit verbunden sind, werden für ausländische Studierende oft zu viel. Demzufolge ist zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen nur bedingt zu raten.

Die eigentliche Prüfungsvorbereitung orientiert sich vor allem an dem Lernen von Fakten. Meist präsentieren die französischen Dozenten ein Vorlesungsskript im Monolog, das sie bereits in den Vorjahren verwendet haben. Hierzu sei angeraten, sich bei ehemaligen Absolventen nach ihren Mitschriften zu erkundigen. Auch französische Mitstudenten sind oft hilfsbereit, mit ihren Unterlagen Problemen ausländischer Studierender beim Protokollieren auszuhelfen.

Die Prüfungen fassen meist mehrere Dutzend Studierende in einem Prüfungstermin zusammen, ohne dass eine Reihenfolge der Studierenden festgelegt wird. Frühzeitiges Erscheinen kann hier Auseinandersetzungen oder ein stundenlanges Warten auf seine Prüfung vermeiden.

In den Prüfungen selbst bietet es sich erfahrungsgemäß an, in der Anfangspräsentation sein gesamtes Wissen auszuschöpfen. Die Dozenten limitieren sich meistens auf zehn Minunten pro Prüfung, sodass nach einem langen Exposé zusätzliche Fragen des Dozenten entfallen, ohne dass dies ersichtlicherweise dem Prüfling negativ angerechnet würde.

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