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Biomedizin B.Sc./M.Sc. (Universität Würzburg)

Biomedizin (B.Sc. / M.Sc.)

"Die Biomedizin ist die Wissenschaft im Grenzbereich von Medizin und Biologie."

Im Wintersemester 2001/2002 gegründet, reihte sich der Studiengang Biomedizin der Bayrischen Julius-Maximilians Universität Würzburg in den Reigen der medizinisch/naturwissenschaftlichen "Life Science"-Studiengänge ein. Sowohl ein 6-semestriger Bachelor, als auch ein anschließender 3-semestriger Masterstudiengang sollen den Jungforscher auf seinen Weg vom Laboralltag zur Publikationsfabrik bringen.

Aller Anfang ist schwer: Die Chance einen der 24 Plätze für den Bachelorstudiengang zu erhalten ähnelt einem Lotteriespiel: Meist bewerben sie derart viele Studenten, dass ein Numerus Clausus (NC) von 1.0 - 1.3 gesetzt wird. Zu Beginn eines jeden Semesters lichten sich jedoch die Reihen und auch Studenten mit einem höheren Abiturergebnis erhalten einen Studienplatz. Dies resultiert aus dem Bewerbungsverhalten der Studenten, die in die Richtung "Life Science" drängen: Meist erfolgt eine Bewerbung an mehreren Unis (Zum Abschnitt "Verwandte Studiengänge"), so dass zu Beginn die NCs künstlich in die Höhe getrieben werden. Sobald sich die kommenden Erstsemester für einen Studiengang entschieden haben, fällt auch der NC... Somit heißt es "nicht verzagen!", falls es zu Beginn mit dem Wunschstudienort nicht klappt. Eine Besonderheit am Würzburger Studiengang ist zudem, dass jährlich ein Platz für einen "Zweitstudenten" -mehr freiwillig als geplant- freigehalten wird.

Ermöglicht wurde der Studiengang durch die Gründung des Rudolf Virchow Zentrums (RVZ) an der Universität Würzburg. Dies ist ein DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin und wurde als eines der ersten "Centers of Excellence" in Deutschland gegründet. In diesem vereinen sich biomedizinische Forschung und Ausbildung auf höchstem Niveau. So konnten in den letzten Jahren sowohl einige hochkarätige Forscher aus den USA, als auch junge aufstrebende Forscher für Nachwuchsarbeitsgruppen ans RVZ geholt werden.

Aber nun zu den inhaltlichen und fachlichen Details des Studiengangs (geteilt in Bachelor- und Masterstudiengang):

B.Sc. Biomedizin

Insgesamt sind in 6 Semestern Vorlesungen, Seminare oder Praktika in folgende Fachrichtungen zu erbringen:


Prüfungsbereiche mit Leistungspunkten

Allgemeine Biologie (einschl. Tier- oder Pflanzenzytologie, -anatomie und -physiologie) 24
Physik 8
Chemie 8
Biomathematik (Statistik) 4
Biochemie (einschl. Molekularbiologie und Proteinbiochemie) 24
Anatomie und Zellbiologie 12
Physiologie 12
Pharmakologie und Toxikologie 12
Pathologie und Histopathologie 6
Mikrobiologie und Virologie 8
Immunologie 6
Bioinformatik 4
Gefahrstoffkunde, Versuchstierkunde, Strahlenschutz, Gentechnik 4
Genetik und Humangenetik 6
Pathophysiologie und klinische Demonstrationen 6
Thesis 24
Kolloquium 12
Summe: 180 Leistungspunkte


Insgesamt ist dies ein guter Mix aus theoretischen Vorlesungen und Praktika. Genau hier liegt der Vorteil der "Biomediziner": Bereits sehr früh (1.Semester!) wird Wert auf Praxis bzw. Laborarbeit gelegt. So haben die Biomediziner Ihren Kommilitonen der Medizin oder Biologie meist eine gewisse Laborerfahrung voraus. Die Betreuung erfolgt sowohl durch studienbegleitende Seminare, als auch durch ein hilfsbereites und extra für den Studiengang eingerichtetes Studentenbüro. Ein Nachteil dieser bevorzugten Behandlung ist die leicht verlorengehende studentische Freiheit und Selbstständigkeit. Die Notengebung erfolgt durch das European Credit Point - System derart, dass jede Vorlesung / Praktika mit einer benoteten Klausur/Testat/etc. abgeschlossen wird. Diese Noten werden gemäß der Leistungspunkte (siehe Auflistung) zur Gesamtnote verrechnet. Abgerundet wird der B.Sc. durch eine Abschlussarbeit (Thesis, 3 Monate) mit anschließendem Kolloquium. Die Thesis ist sozusagen eine kleine "Diplomarbeit", in der das selbstständige wissenschaftliche Arbeiten so richtig unter Beweis gestellt wird.

M.Sc. Biomedizin

Der 3-semestrige Masterstudiengang besteht aus folgenden Pflichtleistungen:


Prüfungsbereiche mit Leistungspunkten

Praktikum Biomedizinische Modellorganismen 18
Praktikum im Wahlpflichtfach I 10
Praktikum im Wahlpflichtfach II 10
Vorlesung Molekulare Pathologie 3
Vorlesung Medizinische Materialwissenschaften 3
Vorlesung Kardiovaskuläre Biologie 3
Vorlesung Neurobiologie 3
Thesis 30
Kolloquium 10
Summe: 90 Leistungspunkte


Hat man den B.Sc. erfolgreich Bestanden (Note < 2.5 oder Eignungsprüfung) wartet der abschließende M.Sc. auf den Biomediziner. Bisher haben sich fast alle Studenten für den konsekutiven Master entschieden, da er (1) sehr kurz ist, (2) gut in das bestehende Konzept integriert ist und (3) auch etwas Zeit für die Promotion spart. 4/5 der Masterzeit verbringt man wieder im Labor: Anfangs mit einem anspruchsvollen und herausragenden Modellorganismuspraktikum, in dem der Jungforscher alles über Viren, Drosophila, E.Coli, Candida, C.elegans, Zebrafisch etc. pp erfährt. Zwei frei wählbare Wahlpflichtpraktika (ähnlich den FII-Praktika der Biologen) a 6 Wochen runden die Laborzeit ab. Zudem besteht die Möglichkeit, seine Vorlesungen selbst zusammenzusuchen, sofern sie den oben aufgeführten äquivalent bzw. ähnlich sind. Finalemente wartet wieder die diesmal 9-monatige Masterthesis (vgl. Diplomarbeit). Ein angenehmer und praktischer Vorteil ist hierbei, dass diese Arbeit direkt in eine Promotion münden kann, sofern das Thema bzw. die Ergebnisse dazu beitragen.

Mögliche Berufsfelder

Anders als der Name vermuten lässt, eröffnet das Studium der Biomedizin keine Arbeit als praktizierender Mediziner bzw. Arzt. Der Sinn und Zweck dieses und auch anderer Studiengänge ist der schnelle Weg in die Forschung. Diese ist jedoch nicht nur auf den universitären Teil beschränkt: Schon früh werden Kontakte zu jungen Biotechnologiekonzeren oder Pharmakonzernen geknüpft oder auch Praktika angeboten. Als wichtiger Nachteil biowissenschaftliche Studiengänge wird of die fehlende Zugehörigkeit genannt (nicht Fisch (Biologe), noch Fleisch (Mediziner)). Deshalb sind diese Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt nicht sehr bekannt, was für einen Bewerber sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Zudem ist der B.Sc. z.Z. in Deutschland kein berufsqualifizierender Abschluss, d.h. der M.Sc. sollte auf jeden Fall ergänzt werden.

Verwandte Studiengänge

Wieso Biomedizin in Würzburg?

  • Forschungseinrichtungen wie das Rudolf-Virchow-Zentrum, Biozentrum und andere Forschungsinstitute als optimale Anlaufstelle für Praktika, Bachelor- bzw. Masterarbeiten, etc.
  • Geringe Studentenzahlen mit daraus resultierender besserer Betreuung
  • Rel. frühe Mitarbeit in hochrangigen Forschungslabors
  • Rel. geringe Studienzeit (9 Semester)

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