5-Euro-Business

5-Euro-Business
Methode Businessplanwettbewerb
Entstehungsdatum WS 1999/2000
Initiator LMU München, Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Das „5-Euro-Business“ ist ein Existenzgründerwettbewerb für Studierende, bei dem studentische Unternehmen mit einem Startkapital von EUR 5,- als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) versuchen, innerhalb eines Semesters ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln und ihre Geschäftsidee real am Markt zu erproben.

Ursprüngliche Idee

Die Idee des 5-Euro-Business kommt ursprünglich aus Kanada. Kanadische Studenten gründeten einen Immigrationsservice mit einem Startkapital von nur einem Dollar. Das Unternehmen war aus dem Stand ein großer Erfolg: In den ersten beiden Wochen nahm das studentische Unternehmen CAD 15.000,- ein.

Entwicklung des Projekts in Deutschland

Der Gedanke, Studenten könnten mit einem geringen Grundkapital den Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen legen, schlug schnell hohe Wellen. So wurde schon kurze Zeit darauf in den USA unter dem Titel „1-Dollar-Business“ ein Business-Plan-Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem Studenten mit geringem Kapitaleinsatz Unternehmen gründeten. Das Unternehmen, das innerhalb eines bestimmten Zeitraums das nachhaltigste Geschäftsmodell präsentieren konnte, gewann ein Preisgeld. Kurze Zeit später kam das Konzept auch in Deutschland an: Die Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer der LMU München und das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. boten für das Wintersemester 1999/2000 an der LMU ein Pilotprojekt unter dem Namen „5-Euro-Business“ an. Inzwischen sind bereits 60 Wettbewerbsdurchläufe an bayerischen Hochschulstandorten durchgeführt worden. In Bayern gliedert sich der Wettbewerb in eine etwa dreiwöchige Theoriephase, in der die Teilnehmer in Crashkursen (Ideenentwicklung, Marketing, Projektmanagement, Recht) auf den Wettbewerb vorbereitet werden, und eine ca. sechs- bis achtwöchige Unternehmensphase, in der die Teams versuchen, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung erfolgreich am Markt zu verkaufen. Dabei werden sie von Mentoren aus regionalen Unternehmen, sogenannten Wirtschaftspaten, begleitet. Der Wettbewerb findet seinen Höhepunkt in einer Abschlussveranstaltung, auf der die Gründerteams ihr Unternehmen einer Jury und geladenen Gästen in Interviews, an Ständen und in einer Kurzpräsentation vorstellen. Neben diesen drei Bewertungskriterien fließen auch die Geschäftsidee, das Geschäftsergebnis und der Geschäftsbericht, in dem die Teams ihre unternehmerischen Tätigkeiten dokumentieren, mit in die Wertung ein. Im Mittelpunkt des „5-Euro-Business“ stehen Motivation und Qualifizierung der Studierenden hinsichtlich einer Entrepreneurship Education. Die Bedeutung unternehmerischer Selbständigkeit wird praktisch vermittelt und Eigenverantwortung als soziale Schlüsselqualifikation geschult.

Teilnahme von Studierenden und Universitäten

Seit dem Pilotprojekt im Wintersemester 1999/2000 wurde das "5-Euro-Business" an weiteren Hochschulen angeboten. Dabei nahmen Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen teil. Aus vielen studentischen Projekten entstanden funktionierende Unternehmen. Zu nennen sind dabei zum Beispiel Veranstaltungsagenturen, Online-Vergleichsportale, Originelle Stadtführungen oder Flohmarktevents.

Weblinks