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Wie die Politik den Medikamentenmarkt beeinflusst

Medikamente Pharma pixabay [Quelle: pixabay.com]

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Melanie setzt sich in ihrer Promotion mit Regulierungen im Arzneimittelmarkt auseinander. Nach ihrem Doktortitel kann sie sich gut vorstellen in der Industrie zu arbeiten, wo sie den Marktzugang von neuen innovativen Medikamenten sicherstellen möchte, um Patienten mit der bestmöglichen Therapie zu versorgen.

Wann und warum hast du dich für eine Promotion entschieden?

Ich glaube hier hat meine Studienwahl entscheidend mit reingespielt. Ich habe Molekularmedizin studiert und da die ganzen medizinischen Studiengänge meist noch eine Promotion anschließen, war mir das im Studium schon recht früh klar. Durch ein paar Praktika und meine Masterarbeit bei AstraZeneca habe ich dann gemerkt, dass mich die Bereiche Arzneimittelzulassung und Marktzugang von Medikamenten sehr interessieren und dass ich mir gut vorstellen könnte darin zu promovieren. Zu Beginn meines Studiums hatte ich aber absolut nicht damit gerechnet, dass es eine ökonomische Promotion wird, und ich die Klinik und das Labor verlasse.

Wie bist du auf dein Graduiertenkolleg oder deinen Doktorvater gestoßen?

Ich habe während meiner Masterarbeit gesehen, dass am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) eine Promotionsstelle ausgeschrieben war, die thematisch einfach perfekt gepasst hat. Also habe ich mich sofort beworben. Meinen Doktorvater habe ich dann im Bewerbungsgespräch kennengelernt und die Graduiertenschule auf einer Informationsveranstaltung für neue Doktoranden vorgestellt bekommen.

Erläutere dein Thema in ein paar laientauglichen Sätzen.

In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit Themen rund um den Pharmamarkt. Ich forsche viel zu Regulierungen im Arzneimittelmarkt (vor allem zum AMNOG), zur Preisbildung von Medikamenten, und auch wie politische Entscheidungen das Marktverhalten beeinflussen. Das AMNOG (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz) ist 2011 in Kraft getreten und wurde zur Kostensenkung im Gesundheitssystem eingeführt. Seitdem müssen Hersteller für ihre neuen Medikamente einen Zusatznutzen im Vergleich zu einer zweckmäßigen Vergleichstherapie nachweisen. So können sie in die Preisverhandlung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen treten, wo der Erstattungspreis des neuen Präparats verhandelt wird. Ich schaue mir in meiner Doktorarbeit unter anderem an, ob die Einführung des AMNOGs zu einem Launch Delay, also einer Marktzugangsverzögerung der neuen Arzneimittel, geführt hat.

Wie hast du dein Thema gefunden?

Das war durch meine Zeit bei AstraZeneca. Dass mich der Marktzugang von Medikamenten sehr interessiert, wusste ich schon lange. Aber dass er mich so sehr interessiert, dass ich darin promovieren möchte, habe ich erst dort gemerkt. Die spezifischen Themen für die Publikationen haben sich aber erst im Laufe der Promotion ergeben.

Was ist für dich an deinem Promotionsmodell besonders positiv und was besonders negativ?

Das HCHE ist ein gemeinsames Institut des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Hamburg. Insgesamt arbeiten wir hier mit über 80 Wissenschaftlern an der Schnittstelle zwischen der Medizin und Ökonomie. Dadurch gibt es immer einen großen Austausch mit anderen Doktoranden.

Was mir besonders gut gefällt, ist, dass bei uns alles sehr interdisziplinär ist. Am HCHE forschen neben Ökonomen und Gesundheitsökonomen auch Mediziner, Mathematiker, Politiker, etc. Hier kann jeder von jedem noch was Neues lernen.
Außerdem haben wir die Möglichkeit unsere Forschung auf internationalen Konferenzen oder jährlichen Doktorandenseminaren und HCHE Zentrumstagen zu präsentieren. So bekommen wir auch immer genug Feedback zu unserer Arbeit. Was ich auch sehr schätze ist, dass wir am Lehrstuhl alle eine sehr gute Betreuung durch den Doktorvater haben. Außerdem mag ich das gute Gruppenklima am ganzen HCHE.

Wie hilft dir dein medizinisches Studium für die ökonomische Promotion?

Das Molekularmedizin-Studium kann man ganz gut als Mix zwischen Humanmedizin und Pharmazie beschreiben. Wir hatten im Studium viele humanmedizinische Module wie Anatomie, Onkologie, Pathologie, und Physiologie, haben aber auch viel über die Zusammensetzung und molekularen Wirkmechanismen von Arzneimitteln in Modulen wie Pharmakologie, Immunologie und Chemie gelernt. Das Wissen hilft mir jetzt ungemein, weil ich gerne indikationsübergreifend arbeite und mir verschiedenste Arzneimittel und Krankheiten für ökonomische Analysen anschauen kann. Durch weitere Module zu klinischen Studien und dem Fach Epidemiologie im Studium fällt mir außerdem das Arbeiten mit den AMNOG-Dossiers und den Fachinformationen von der Europäischen Arzneimittelagentur leicht.

Was planst du nach der Promotion?

Nach meiner Promotion möchte ich gerne in der Industrie arbeiten. Mir ist es als Molekularmedizinerin sehr wichtig, dass neue innovative Arzneimittel nicht nur im Labor erforscht werden, sondern auch wirklich auf den Markt kommen. Dadurch kann Patienten bestmöglich geholfen werden. Da möchte ich unbedingt meinen Teil beitragen.

Welche Tipps kannst du anderen (künftigen) Doktorand:innen mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste, was ich künftigen Doktoranden gerne mit auf die "PhD-Reise" geben würde, sind folgende Punkte:

• sei immer freundlich und optimistisch
• habe nie Angst, Fragen zu stellen
• Zeitmanagement ist alles
• arbeite hart, aber auch smart
• kleine Fortschritte sind auch Fortschritte
• Erfolg kommt mit Beständigkeit
• Disziplin wird dich dorthin bringen, wo du mit reiner Motivation nicht mehr hinkommst
• vergleiche dein Kapitel 1 nicht mit dem Kapitel 23 von jemand anderem

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Viele Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net promovieren. Du möchtest auch deine Doktorarbeit vorstellen? Schreib eine E-Mail an Sebastian Blum.

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