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Frauen und Mentoring

Männernetzwerke für die Karriere gibt es schon lange. Man denke zum Beispiel an die Tradition der Studentenverbindungen. Herren aus gutem Hause organisierten sich schon früh in Clubs, die als Karriereschmieden für den männlichen Nachwuchs galten. So lernten Männer schnell, Kontakte für die berufliche Laufbahn zu nutzen. Mentoring-Tandems ergaben sich oftmals von selbst.

Karrierenetzwerke der Frauen: ein junges Phänomen

Frauen fehlt diese Geschichte der informellen Netzwerke, die sie auch für ihre Karriere nutzen könnten. An Universitäten und zu leitenden Positionen hatten Frauen lange Zeit keinen Zugang. Während die Männer im öffentlichen Leben unter sich waren, beschränkte sich die gesellschaftliche Rolle der Frau auf den privaten Bereich. An Heim und Herd gebunden, pflegten die Frauen auch nur in diesem Umfeld Netzwerke.

Chancengleichheit im Job: theoretisch ja, praktisch nein

Was die fachlichen Qualifikationen anbelangt, können Frauen seit Jahrzehnten mit den Männern gleichziehen. Das eigentliche Problem ist aber nicht der Einstieg in den Beruf, sondern der Aufstieg in die Führungsetage. Die "gläserne Decke" versperrt den Frauen den Weg ins gehobene Management. Vor allem in technischen Berufen scheint sie undurchdringlich. Bauleiterinnen oder Ingenieurinnen im Chefsessel? Ein seltener Fall, obwohl nicht wenige Frauen in den klassischen Männerberufen arbeiten. Aber woran liegt's?

Karrierebremse oft ein strukturelles Problem

Studien belegen: Gleich und gleich gesellt sich gern. An der Spitze der Firmenhierarchie bleiben die Männer lieber unter sich. Frauen bekommen aufgrund ihres Geschlechts den Stempel "anders" aufgedrückt. Und haben das Nachsehen, wenn sich der Chef für den männlichen Prototypen entscheidet. Dass Frauen schwerer an leitende Positionen kommen, ist aber auch ein hausgemachtes Problem. Sind einmal Kinder da, verpassen Frauen oft den Wiedereinstieg in ihren Job. Oder sie gehen ihre Karriere als Einzelkämpferin an und setzen auf dem Weg zu ihrem Wunschberuf oft nur auf Qualifikationen. Doch wer nicht netzwerkt, kann seine Leistungen anderen auch nicht verkaufen. So bleiben Frauen oft hinter ihren Möglichkeiten zurück, die Beförderung geht an männliche Kollegen.

Mentoring als Durchbruch

Mentoren kennen die firmeninternen Strukturen und können dem Mentee gezielt bei der Karriereplanung helfen. Doch Mentoring unter Frauen geht oft darüber hinaus. Mentorinnen zeigen den angehenden Unternehmerinnen, wie sie die gläserne Decke zur männlichen Führungsebene durchbrechen. Dazu gehört, sich besser zu vermarkten, Netzwerke für die Karriere zu nutzen und vor allem, den unterschwelligen "Geschlechterkrieg" für sich zu entscheiden. Neben ihren Tipps bietet die Mentorin Berufsanfängerinnen einen weiteren entscheidenden Vorteil: oft hat sie schon eine leitende Position inne. Von dort kann sie Studentinnen helfen, ihren Weg nach oben zu verfolgen.

Karrieretipps von Frau zu Frau

In den letzten Jahrzehnten haben Frauen verstärkt damit begonnen, berufliche Netzwerke zu gründen. Viele engagieren sich ehrenamtlich als Mentorinnen. Unternehmen wie die Allianz und Deutsche Bank haben das Potenzial der Frauen für das Management erkannt und initiierten Förderprogramme für weibliche Nachwuchskräfte. e-fellows.net veranstaltet Power Breakfasts, bei denen Stipendiatinnen weibliche Fach- und Führungskräfte aus den unterschiedlichsten Unternehmen, Hierarchiestufen und Fachbereichen kennenlernen und Fragen zum Berufseinstieg klären. Die McKinsey-Direktorin Claudia Funke meint sogar: "Talentmanagement von Frauen muss Chefsache sein". Mentoring für Frauen gehört dazu.

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