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Storytelling

Die Amerikaner haben das Erzählen von Geschichten zwar nicht erfunden, aber bereits in den 70er Jahren angefangen, das "Storytelling" für die Berufswelt zu nutzen. US-Universitäten laden regelmäßig Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft oder Sport zu Seminaren ein, damit sie ihre Erfolgsgeschichte erzählen. Auch beim Mentoring bildet das Storytelling eine Grundlage für den Wissenstransfer, die Entscheidungshilfe oder das Aufzeigen von möglichen Karrierepfaden. Warum empfindet der Mentee es als lehrreich, wenn der Mentor von seinen Erlebnissen erzählt? Warum lässt sich Wissen in Form von Geschichten so gut transportieren?

Das Geheimnis von Geschichten

Alle guten Geschichten haben eins gemeinsam: Sie wecken Interesse und sprechen Emotionen an. Beim Storytelling kommt neben der Sprache auch die Gestik, Mimik und Stimme zum Einsatz. So bindet die Geschichte den Zuhörer ein, der die Inhalte nicht nur hört, sondern auch miterlebt.
Das hat zwei Vorteile: Der Zuhörer versteht die Aussage der Geschichte besser und kann sich auch besser an sie erinnern. "Diese Merkmale entsprechen genau den Anforderungen von effektivem Lernen", sagt Professor Dr. Frank Thissen, der zum Thema "Kraft des Storytellings" einen Workshop organisiert hat. Bietet die Geschichte darüber hinaus noch Identifikations-möglichkeiten für den Zuhörer, ist der Lerneffekt maximal.

Storytelling als Lernmethode an Universitäten

Aber auch Geschichtenerzählen will gelernt sein. Die Handelshochschule Leipzig (HHL) hat deshalb Storytelling als Soft Skill in den Lehrplan des MBA-Programms International Management aufgenommen. "Damit Strategien in einem Unternehmen umgesetzt werden können, muss die ganze Belegschaft sie verstehen. Das kann man über Storytelling erreichen", sagt der HHL-Pressesprecher Volker Stößel.

Geschichten stiften Sinn

Der Mentor vermittelt dem Mentee durch seine Erzählungen nicht nur Wissen. Geschichten helfen auch, Sinn zu stiften, weil sie das Erlebte interpretieren und verständlich machen. Auf diese Weise leuchten dem Mentee Zusammenhänge ein, die vorher unklar waren. Das hilft dann auch, den individuellen Karriereweg des Mentees zu bahnen.

Eine Geschichte, mehrere Schlüsse

Wenn wir Erlebtes erzählen, kommt es auch auf das Wie an. Die gleiche Geschichte kann zu unterschiedlichen Schlüssen führen, je nach der Perspektive des Erzählers. Steve Jobs, der Mitgründer von Apple, hat sein Scheitern im Nachhinein als größten Glücksfall gesehen: Hätte er nicht sein Studium geschmissen, wäre er nicht auf die Idee gekommen, Apple zu gründen. "You can only connect the dots looking back", sagt er auf einer Abschlussfeier der Stanford University. Einzelne Geschehnisse aus der Vergangenheit zu einem größeren Sinn in der Gegenwart verknüpfen - genau das kann der Mentor durch seinen Erfahrungsvorsprung leisten. Und die Lektionen als gute Geschichten an seinen Mentee weitergeben.

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