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18-Punkte-Skala erlaubt Differenzierung – und funktioniert

Nun haben Korrektoren den Vorteil, dass juristische Arbeiten auch innerhalb einer Notenstufe differenziert werden können. Wer eine Leistung abliefert, die in jeder Hinsicht den durchschnittlichen Anforderungen gerecht wird und dabei leider die Aspekte auslässt, die seine Arbeit überdurchschnittlich werden lassen, bekommt neun Punkte. Wer vielleicht an zwei Stellen unsauber oder mangelhaft gearbeitet hat, dafür an anderer Stelle überdurchschnittlich argumentiert, kann in der Summe auch noch in jeder Hinsicht den Anforderungen gerecht werden, beispielsweise mit 7 Punkten. Da es nicht einfach ist, in jeder Klausur überdurchschnittlich zu sein, gibt es das begehrte Prädikat "schon" bei einem Durchschnitt von neun Punkten.

Liest der Korrektor eine Klausur, in welcher der Bearbeiter gravierende Fehler begeht, die mit dem Gesetz schlicht unvereinbar sind, soll er das Recht haben, ihm nur einen – oder auch gar keinen – Punkt zu geben. Schreibt ein anderer ebenfalls völlig am Sachverhalt vorbei und macht vergleichbare Fehler, zeigt aber, dass er eigentlich juristisch arbeiten kann, möchte er womöglich differenzieren und zwei Punkte vergeben. Liefert ein Teilnehmer eine hervorragende Arbeit ab, bekommt er das "Sehr gut". Wie der Wortlaut "besonders hervorragende Leistung" schon deutlich macht, kommt dieser Fall zwar sehr selten vor. Aber er kommt eben vor und das sollte ein Korrektor entsprechend honorieren können. Mit einer Notenskala von eins bis sechs geht das nicht.

Die juristische Notenskala erlaubt eine Differenzierung, die vielen anderen Fächern vorenthalten ist. Das ist ein Vorteil. Es gibt Studiengänge, in denen mit einem Abschluss mit einem Schnitt von unter 1,3 kein Job mehr zu finden ist, und Fachrichtungen, in denen ein gewaltiger Prozentsatz der Teilnehmer pauschal in den ersten Semestern mit 5,0 für immer ausscheidet. Im ersten Beispiel weiß der potentielle Arbeitgeber regelmäßig nur anhand der Noten nicht, wie gut der Bewerber tatsächlich ist, und muss stattdessen andere Kriterien suchen. Von welcher Uni kommt er, welche Softskills bringt er mit und hat er vielleicht schon Praktika absolviert? Das Ergebnis des juristischen Staatsexamens hingegen lässt in den allermeisten Fällen zumindest einen Rückschluss auf den Umgang mit unbekannten Fällen unter hohem zeitlichen und psychischem Druck zu.

Die bestehende Benotungskultur funktioniert

Man liest und hört vielerorts, die Examensklausuren würden seit Jahrzehnten immer länger und schwerer. Selbst wenn das stimmen sollte: Die Notenverteilung bleibt dennoch weitgehend konstant. Das ist – leider – kein Zeichen dafür, dass die Studenten schlauer oder fleißiger werden. Vielmehr ist es Zeichen einer funktionierenden Benotungskultur.

Auch Korrektoren sind nur Menschen. Es gibt gute und schlechte Prüfer, genau wie es Korrektoren gibt, die sich Mühe geben und die (womöglich holprige) Argumentation des Prüflings zu durchdringen versuchen, und diejenigen, die mit der Korrektur von zehn Examensklausuren in zwei Stunden ihr Einkommen aufbessern wollen. Dass die Benotung einer juristischen Klausur in jedem Fall immer ein Stück weit immer subjektiv geprägt bleibt, ist dem Fach geschuldet. Wesentliche Teile der Korrektur sind dennoch objektiv überprüfbar, ein wesentliches Abweichen von Erst- und Zweitkorrektor ist der Ausnahmefall.

Viele Beschwerden und Remonstrationen gründen letztlich auf dem persönlichen Gefühl, ungerecht benotet worden zu sein. Dieser Eindruck kann berechtigt sein oder eben nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit, in allen Examensklausuren unfair bewertet zu werden, ist gering. Natürlich müssen Klausuren fair und Benotungen transparent sein. Außer Frage steht auch, dass eine gute Korrektur eine Begründung der vergebenen Note erfordert, um dem Prüfling die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu geben.

Doch auch der Examenskandidat selbst ist gefordert, den Fehler nicht ausschließlich im System, beim Klausurersteller oder dem Korrektor zu suchen. Ein ehrlicher Umgang mit sich, den eigenen Klausurleistungen während des Studiums und deren Mängeln wird dabei helfen, sich zu verbessern und die Wahrscheinlichkeit subjektiv nicht nachvollziehbarer Bewertungen zu verringern – und vielleicht sogar dabei, sich vom Bild des unfairen Prüfers zu emanzipieren.

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"Perspektiven für Juristen" gibt einen Überblick über Berufsbilder und bietet hilfreiche Tipps für die Studien- und Karriereplanung für angehende Juristen.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Die Autorin begeht gravierende Fehler, setzt ihre Schwerpunkte an der falschen Stelle und übersieht die wesentlichen Probleme. Ihre Arbeit wäre daher eigenzlich mit der Note Null Punkten zu bewerten. Nur aus Wohlwollen erhalten sie noch einen Punkt für Ihren Artikel. Dies ist eine Bewertung, due ehtlich ist und fair. Sie soll Sie nicht entmutigen, sondern dazu anspornen, sich mit den Schwächen Ihres Artikels auseinanderzusetzen, aus Ihnen zu lernen und beim nächsten Versuch eine inhaltlich und methodisch bessere Arbeit abzuliefern.

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