Partner von:

Spargemeinschaft

Sparschwein, sparen, Geld, Schwein [Quelle: unsplash.com, Autor: Andre Taissin]

Quelle: unsplash.com, Andre Taissin

Die Energiekrise ist belastend. Hier sind 33 Tipps, mit denen du zu Hause sparen kannst.

Wo fängt man an zu sparen, wenn alles teurer wird? Die Inflation liegt bei zehn Prozent, und die Preise für Strom, Gas und Lebensmittel sind so stark gestiegen, dass auch der zweite Heizkostenzuschuss für bedürftige Haushalte nicht reichen wird, um das aufzufangen. Weil der nächste Einkauf naht und irgendwann auch die nächste Nebenkostenabrechnung, erklären drei Menschen, wie du zu Hause sparen kannst: die Energieberaterin Michaela Prelle von der Verbraucherzentrale NRW, Lea Spraul, die auf TikTok @leaslifehacks Haushaltstipps gibt, und meine Omi, 80, die selbsternannte Finanzministerin der Familie.

1. Nicht nicht heizen 

In einer Wohnung sollte es nie kälter als 16 Grad Celsius werden, weil die feuchte Luft, die wir ausatmen, sonst dazu führen kann, dass sich an den Wänden Schimmel bildet. "Wenn Sie eine eiskalte Wasserflasche im Sommer aus dem Kühlschrank nehmen, bildet sich darauf sofort Kondenswasser. Das Gleiche passiert in einem Zimmer: Wenn warme Luft auf eine kalte Wand trifft, bildet sich Feuchtigkeit", sagt Michaela Prelle von der Verbraucherzentrale NRW. Wenn sich dann Schimmel bildet, ist das wiederum nicht nur schlecht für die Gesundheit, Schimmelsporen können krank machen, sondern auch für die Bausubstanz. Deswegen sollten alle Räume einer Wohnung konstant warm gehalten werden. Für 16 Grad Celsius genügt am Heizkörper meist die Stufe zwei.

2. Verträge checken 

Was gegen die Angst vor der kommenden Rechnung helfen kann: noch mal genau nachschauen, welchen Vertrag man da eigentlich mit seinem Strom- oder Gasversorger abgeschlossen hat. Wer zum Beispiel vor einem Jahr erst in eine neue WG gezogen ist, hat möglicherweise noch eine Preisgarantie. Wer sich unsicher ist, kann seinen Vertrag am besten mit einem Profi durchsprechen. "Die Verbraucherzentralen bieten dafür in jedem Bundesland eine kostenlose allgemeine Beratung an", sagt Michaela Prelle.

3. Immer antworten 

Es kann sein, dass eine Nebenkostenabrechnung unverhältnismäßig hoch erscheint oder man sie schlicht nicht bezahlen kann. Hier ist wichtig: nicht abwarten, sondern drüber reden. Michaela Prelle sagt: "Die Versorger wollen ihre Kund:innen auch nicht verlieren. Viele bieten deswegen Ratenzahlungen an."

4. Alles aufschreiben 

"Eine Regel, die immer hilft", sagt Omi. Und auch Michaela Prelle sagt: "Jetzt ist die Zeit der Tabellen. Jede:r sollte monatlich ihren oder seinen Strom-, Gas- und Wasserstand notieren." So merkt man nicht erst am Ende des Jahres, ob man zu wenig Abschlag bezahlt hat.

5. Heizkörper putzen 

Die TikTokerin Lea Spraul erklärt, wie: "Oben das Gitter abnehmen und dann mit einer Heizkörperbürste, zum Beispiel aus der Drogerie, jede Rippe einzeln abfegen." Manche schwören auch darauf, staubzusaugen oder von oben in die Heizung hineinzuföhnen, damit der Staub verschwindet und die Wärme besser zirkulieren kann.

6. Nicht kippen 

Ist das Fenster gekippt, kommt zwar neuer Sauerstoff in den Raum, aber er verliert kontinuierlich Wärme.

7. Heizkörper entlüften (lassen) 

Luft im Heizkörper kann man hören: wenn er gluckert oder er nicht überall richtig warm wird. Energieberaterin Michaela Prelle sagt: "Wer seine Heizung deswegen entlüften möchte, muss zusätzlich überprüfen, ob Wasser ins Heizungssystem nachgefüllt werden muss." Das kann meist nur der Vermieter oder die Hausmeisterin.

8. Stoßlüften 

Der ewige Joke, die Deutschen und ihr Stoßlüften, brrr. Hilft aber. Zehn Minuten morgens und abends das Fenster aufreißen. "Deswegen sollte jede:r mal durch seine Wohnung gehen und checken: Kann ich das, oder stehen Möbel und Deko im Weg?", sagt Energieberaterin Michaela Prelle. Wenn dem so ist: weg damit. Und, ganz wichtig: während des Stoßlüftens den Heizkörper auf null stellen.

9. Heizung richtig einstellen 

"Viele stellen die Heizung auf fünf, weil sie glauben, dann wird es schneller warm. Wie bei einem Wasserhahn. Das stimmt aber nicht", sagt Michaela Prelle. Stufe fünf bedeutet, dass ein Heizkörper auf 28 Grad Celsius und höher durchheizt. Ideal sei Stufe drei. Sie erwärmt auf etwa 20 Grad Celsius.

10. Türen schließen 

Sehr einfach, aber sehr effektiv: "Wer seine Tür schließt, verhindert, dass warme Luft abzieht", sagt Omi. Zusätzlich helfen können Zugluftstopper, die es schon ab zehn Euro online zu kaufen gibt, oder die kostenlose Alternative: Decken oder Handtücher zur Wurst rollen.

11. Möbel rücken 

Eine Handbreit oder zwei, so viel Platz sollte zwischen euren Heizkörpern und Möbeln immer sein. Sonst strahlt die Wärme nicht ins Zimmer.

12. Abdichten (lassen) 

TikTokerin Lea Spraul weiß, wie man testen kann, ob ein Fenster richtig abdichtet: ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen klemmen, dann das Fenster schließen und das Papier rausziehen. Je nachdem, wie gut das geht, so dicht ist das Fenster. Selbst das Fenster abdichten sollte man allerdings nicht. "Wenn ich ein Fenster nachträglich mit Dichtband abklebe, kann es sein, dass ich dadurch die natürliche Lüftung des Raumes verändere und es schimmelt", sagt Michaela Prelle. "Wer abdichten will, sollte immer erst mal die Vermieterin oder den Vermieter fragen und sein Lüftungsverhalten anpassen."

13. Nicht nur ein Zimmer heizen 

Für Wohnräume gilt grundsätzlich eine Idealtemperatur von 19 bis 22 Grad Celsius, für Küche und Flur von 18 Grad Celsius und im Bad von 20 bis 23 Grad Celsius. "Was man nicht machen sollte: mit der warmen Wohnzimmerluft versuchen, das nebenan liegende Schlafzimmer zu heizen", sagt Energieberaterin Michaela Prelle. Sonst trifft warme Luft auf kalte Wände, und es droht, genau: Schimmel.

14. Die Heizung ist kein Trockner 

Das weiß Omi schon lange: "Keine Klamotten auf die Heizung!" Denn: Auch die behindern den Heizkörper darin, seine Wärme abzustrahlen. "Sowieso sollte man Wäsche, wenn möglich, draußen trocknen", sagt Lea Spraul. Du hast keinen Balkon? Dann trocknet bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius auch drinnen alles gut.

15. Vorhänge prüfen 

Auch Vorhänge sollten nicht über dem Heizkörper hängen, weil sie die Wärme sonst daran hindern, in den Raum auszustrahlen. Allerdings ist auch richtig: "Dicke Vorhänge vor den Fenstern können beim Isolieren helfen", sagt Energieberaterin Michaela Prelle von der Verbraucherzentrale NRW. Schwere Samtvorhänge gibt es oft schon für 20 Euro, zum Beispiel bei Otto oder die beliebten Sanela von Ikea, gebraucht auf eBay Kleinanzeigen.

16. Energiefresser prüfen 

Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Laptops oder Beamer fressen 28 Prozent. Waschen und Trocknen: 14 Prozent. Licht: 13 Prozent. Kühl- und Gefriergeräte: 11 Prozent. Kochen: 9 Prozent. Spülen: 8 Prozent. Sonstiges: 17 Prozent.

17. Duschkopf austauschen 

Allerdings warnt Michaela Prelle vor Produkten, auf denen "Sparduschkopf" steht, und sagt: "Der Begriff ist nicht geschützt." Besser ist es, auf die Literangabe der Brause zu achten. Sechs bis acht Liter in der Minute seien ein guter Wert. Wie viel Wasser der alte Duschkopf benötigt, kann man übrigens easy testen: Für sechs Sekunden Wasser in einen Eimer laufen lassen. Dann die Literzahl messen und mal zehn nehmen.

18. Wasserkocher anschalten 

Keine "urban legend", sondern wirklich effektiv: das Wasser für die Pasta statt auf dem Herd lieber mit dem Wasserkocher aufkochen. "Vor allem, wenn Sie einen Boiler haben", sagt Michaela Prelle, "der braucht nämlich viel mehr Strom, um das Wasser zu erhitzen."

19. Kürzer duschen 

Reichen weniger als fünf Minuten, wie Robert Habeck sagt? Oder sogar ein Waschlappen, wie Winfried Kretschmann behauptet? "Wer es genau wissen will, kann es nachrechnen", sagt Michaela Prelle. Denn es gibt Entscheidungshilfen. Mit dem Duschrechner der Verbraucherzentrale NRW kann man sein Einsparpotenzial ermitteln. Wenn man beispielsweise bei 38 Grad Wassertemperatur und einer Durchlaufmenge von zehn Litern pro Minute duscht, kostet das pro 15 Minuten Duschgang 2,59 Euro, bei 5 Minuten sind es nur 86 Cent.

20. Kühlschrank abtauen 

Eis isoliert und verhindert, dass Lebensmittel richtig kühlen können. Deswegen: immer regelmäßig den Kühlschrank und das Gefrierfach abtauen.

21. Kühlschranktemperatur rauf 

Grundsätzlich gilt: Je wärmer ein Kühlschrank eingestellt ist, desto weniger Energie verbraucht er. "Deswegen sollte man als WG entscheiden, wie schnell die Lebensmittel aufgebraucht werden sollen", sagt Michaela Prelle. Manche Haushalte kämen so auch gut mit acht bis neun Grad Celsius Kühlschranktemperatur aus. Im Durchschnitt ist ein Kühlschrank aber eher sieben Grad Celsius kalt. Ein Gefrierschrank hingegen sollte auf mindestens minus 18 Grad Celsius eingestellt werden.

22. Geräte austauschen 

"Ob sich der Neukauf oder die Investition in ein energieeffizientes Gerät lohnt, hängt auch davon ab, wie oft es benutzt wird", sagt Michaela Prelle. Der Trockner, den man nur einmal im Monat anschmeißt? "Eher nicht." Die Spülmaschine, die in der WG jeden Tag im Einsatz ist? "Auf jeden Fall." Wichtig sei aber auch: "Bei Kühlgeräten lieber erst mal eine Langzeitmessung mit einem Strommessgerät machen und so den Verbrauch feststellen. Ein altes Gerät bedeutet nicht automatisch, dass es mehr Strom verbraucht."

23. Waschmaschine vollmachen 

Omis Tipp für die perfekt gefüllte Waschmaschine: "Wenn ich zwischen der Wäsche und dem oberen Ende der Trommel noch genau eine Handbreit Platz habe, ist die Waschmaschine ideal gefüllt."

24. Öko-Programme 

Michaela Prelle sagt: "Eine Waschmaschine braucht wenig Energie, um zu pumpen, dafür viel mehr, um Wasser zu erhitzen. Öko-Programme sparen Energie, weil diese das Wasser nicht so schnell so hoch erwärmen müssen."

25. Glühbirnen auswechseln 

Falls ihr es nicht eh schon gemacht habt, seid so schlau wie meine Omi und wechselt eure Glühbirnen aus. Eine LED-Birne spart bis zu 90 Prozent Strom ein.

26. Stecker raus 

Mit dieser Stromsparweisheit bin ich aufgewachsen: Immer den Fernseher richtig ausschalten, damit im Stand-by-Betrieb kein Strom gezogen wird. Energieberaterin Michaela Prelle sagt: "In Kilowattstunden macht das eigentlich gar nicht so viel aus." Trotzdem sei es sinnvoll, diese Angewohnheit beizubehalten. "Bei dieser Art des Stromsparens geht es eher darum, ein Bewusstsein für sparsamen Konsum zu bekommen." Aber sie sagt auch: "Nicht immer die Stecker rein und rausziehen, denn da leiden sowohl die Stecker wie die Steckdose." Besser die Mehrfachsteckdose mit Ein-Aus-Schalter benutzen.

27. In der Küche die Restwärme nutzen 

Das geht auf viele Weisen: auf den Topf immer den Deckel drauf, den Topf immer auf die richtige Kochfeldgröße stellen und die Pizza, den Kuchen oder den Auflauf auf Ober- und Unterhitze statt bei Umluft in den Ofen schieben. Außerdem aufs Vorheizen verzichten und dafür länger drinlassen.

28. Bildschirmhelligkeit runter 

Man kennt’s vom Smartphone: Je heller das Display, desto schneller stirbt der Akku. Dabei reicht eine 50- bis 75-prozentige Bildschirmhelligkeit meist aus, um alles zu sehen und gleichzeitig damit 10 bis 25 Prozent der Energie für den Laptop oder das Tablet zu sparen. Klingt nach einem guten Deal.

29. Meal Prep 

Die alleinerziehende Mutter Jennifer Kuschel ging auf TikTok mit ihrem Account @foodandfamily viral. Dort postet sie "Broke-Rezepte", die pro Portion nur etwas über zwei Euro kosten. Es ist ein altes Prinzip: Wer sein Essen plant, spart.

30. Fünf Orte für günstige Lebensmittel 

"Motatos": der Online-Supermarkt mit Dauerrabatten. "SoLaWi": Abo für eine Kiste mit saisonalem Obst und Gemüse. "ToGoodtoGo": Die App listet Unternehmen, die überschüssige Lebensmittel verkaufen. "Foodsharing": sammelt Orte, die Lebensmittel verteilen. "In der Mensa": Gerichte für zwei bis drei Euro. Immer noch.

31. Mit der Liste in den Supermarkt 

Für TikTokerin Lea Spraul der wichtigste Tipp: "Wenn ich einkaufen gehe, weiß ich, was ich kochen will, und meide die Bereiche, in denen ich nichts kaufen will, etwa die Chips- und Süßigkeiten-Regale." Omi rät außerdem: "Nie hungrig in den Supermarkt!"

32. Woanders sein 

So gesehen eh nur fair, denn mit euren Semester- oder Mitgliedsbeiträgen finanziert ihr ohnehin sowohl die Uni als auch das Gym mit. Es kann sich also durchaus lohnen, dort zu duschen oder den Laptop und das Handy zu laden.

33. Etwas tun 

Einige struggeln gerade. Damit das auch in der Politik ankommt, mach auf deine finanzielle Not aufmerksam, schreib deinem Abgeordneten, teil deine Geschichten in den sozialen Medien, oder geh auf die Straße. Denn: Du bist nicht allein.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Verwandte Artikel
Kommentar (1)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Anonym

    Bei Tipp 27 ist wahrscheinlich etwas durcheinander geraten - Umluft spart im Vergleich zu Ober- und Unterhitze.

Das könnte dich auch interessieren