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Master-Studium für Geistes- und Sozialwissenschaftler

Student Mann Buch Lesen Lernen entspannt [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Wer keine Lust mehr auf Studieren hat, sollte sich nicht quälen und lieber Praktika machen. Oder wie wär's mit einem Fachwechsel?

Für wen lohnt sich ein Master-Studium?

Geistes- und Sozialwissenschaftler machen in der Regel einen Master. Einige legen zuvor eine Auszeit ein, etwa für Praktika oder für Reisen. Vier von fünf Studenten entscheiden sich spätestens danach für einen Master, bei den Sprach- und Kulturwissenschaftlern sind es etwas weniger. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Dass so vielen Absolventen der Bachelor-Abschluss nicht genug ist, deckt sich mit den Erwartungen des Arbeitsmarkts. Viele Arbeitgeber wünschen sich von Bewerbern aus den Geistes- und Sozialwissenschaften den höheren Abschluss. "Ein Bachelor führt nur mit ganz gezielten Praktika zu ähnlich guten Berufsaussichten wie ein abgeschlossenes Master-Studium", sagt Krischan Brandl aus der Personalabteilung der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Wer beruflich noch unentschlossen ist, kann einen breiter angelegten Master wählen, mit dem man sich inhaltlich noch nicht so genau festlegt.

Trotzdem ist der Master nicht für jeden geeignet. Studenten werden mit vertieftem wissenschaftlichen Arbeiten konfrontiert, und das liegt nicht allen. "Man sollte seinen Master nicht ausschließlich im Hinblick auf seinen Beruf machen. Wer sich für sein Fach nicht auch wissenschaftlich interessiert, wird scheitern", sagt Gerhard Lubich, Professor für früh- und hochmittelalterliche Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum.

Wie gebe ich meinem Studium eine Richtung?

Einen festgelegten Karrierepfad wie etwa bei Lehrern gibt es für die meisten Geistes- und Sozialwissenschaftler nicht. "Viele Studenten haben immer noch nicht verinnerlicht, dass der Master keine Berufsausbildung ist, sondern ein akademischer Grad", sagt Lubich. Du solltest dir deshalb überlegen, was du mit dem Abschluss einmal machen willst. Einen Job in der Öffentlichkeitsarbeit? Eine Karriere in einer Nichtregierungsorganisation? Verlagswesen? Etwas ganz anderes? Später stehen viele Bereiche offen. Über die Voraussetzungen informierst du dich am besten vorher, zum Beispiel bei Berufsmessen oder Beratungszentren an den Hochschulen.

Es lohnt sich, schon im Studium bestimmte Themen zu verfolgen, um dein berufliches Profil zu schärfen. Dafür musst du nicht unbedingt einen spezialisierten Studiengang wählen. Willst du später zum Beispiel in der Werbung arbeiten, kann auch eine Hausarbeit über gesponserte Beiträge von Instagram-Stars helfen, dieses Interesse zu vertiefen und später zu belegen. Oder du hältst ein Referat über Jazzsänger der Goldenen Zwanziger, um später zu dem Thema zu promovieren.

Auch bei Praktika zeigt sich oft, welche Themen einem gut liegen. "Schon im Studium sollte man die Fühler nach Arbeitgebern ausstrecken, um sich fachlich gut aufzustellen", rät Personalexperte Brandl. Dabei entstehen gute Kontakte, und du findest heraus, welche Jobs zu deinen Interessen passen. Das ist besonders wichtig, wenn du dich für einen spezialisierten Master interessierst.

Manchmal hilft auch ein Fachwechsel. "Was nützt mir eine klare Linie im Lebenslauf, wenn die in eine Richtung weist, in die ich gar nicht gehen möchte?", fragt Paul Stallmeister. Der Berufsberater bei der Arbeitsagentur in Münster rät, nach dem Bachelor seine Ziele zu überprüfen und keine Scheu davor zu haben, die Richtung zu wechseln. Lieber in Ruhe nach dem passenden Master suchen!

Wie klappt eine akademische Karriere?

Wer Spaß an Forschung und Lehre hat und gerne langfristige Projekte verfolgt, kann eine wissenschaftliche Laufbahn in Betracht ziehen. Oft ergibt sich das erst im Studium. "Die meisten schlagen diesen Karrierepfad eher zufällig ein", sagt Geschichtsprofessor Gerhard Lubich. Etwa wenn Studenten durch besondere Prüfungsleistungen auf sich aufmerksam machen. "Vielleicht wird man dann von einem Dozenten auf eine wissenschaftliche Hilfsstelle angesprochen. Das kann dann der Beginn einer Uni-Karriere sein", so Lubich. Der akademische Betrieb würde sich so oft seinen Nachwuchs aussuchen.

Eine sichere Zukunft kannst du von einer Uni-Karriere jedoch nicht erwarten. Die meisten Stellen im wissenschaftlichen Betrieb sind befristet. Hochschulen sind häufig auf Drittmittel angewiesen, beispielsweise von externen Förderern. Läuft ein Projekt aus, brechen die Gelder und die damit verbundenen Stellen weg. Viele Forscher hangeln sich daher nach der Promotion von einem Zeitvertrag zum nächsten. "Wer dennoch in den Wissenschaftsbetrieb will, muss das wohl oder übel akzeptieren", sagt Lubich.

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