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Gründergeld für Studenten

Geld, Dollar, Geldscheine [Quelle: unsplash.com, Autor: Sharon McCutcheon]

Quelle: unsplash.com, Sharon McCutcheon

Der junge Maschinenbauer hat mit Kommilitonen den ersten Wagniskapitalgeber für Studierende in Deutschland geschaffen.

Deutschland, das Land der Ingenieure und Tüftler, hat ein Problem: Zwar gibt es sie, die Innovationen und bahnbrechen- den Ideen, doch noch zu selten werden daraus auch Geschäftsmodelle. Denn viele Innovationen entstehen an Universitäten. Und Studenten fällt es oft noch schwer, eine gute Idee in ein Start-up umsetzen, weiß Sebastian Böhmer: "Wenn man nicht gerade in München, Aachen oder Karlsruhe studiert, ist es oft gar nicht so leicht, an die Infrastruktur zu kommen."

Der 24-Jährige studiert zwar selbst an einer dieser Muster-Unis, will aber die Möglichkeit zur Gründung auch an anderen Hochschulen in Deutschland nachhaltig etablieren. Böhmer hat deshalb mit vier Kommilitonen aus anderen Studienfächern den ersten studentischen Wagniskapitalgeber First Momentum Ventures ins Leben gerufen: "Wir wollen das nötige Geld auf den Campus bringen und so überall in Deutschland das Gründen einfacher machen." Für den Beirat konnten Böhmer und seine Mitstreiter bereits angesehene Branchengrößen gewinnen.

Die Idee ist keinesfalls neu: Studentische Wagniskapitalgeber gibt es bereits in den USA und in Israel. Der in Philadelphia ansässige Dorm Room Fund hat rund drei Millionen Dollar eingesammelt. Böhmer und sein Team wollen es auf fünf Millionen Euro schaffen: "Derzeit stehen wir noch bei 1,4 Millionen Euro von der Förderbank L-Bank, der Simplan AG und Business Angels." Auf den ersten Blick klingen fünf Millionen Euro nicht nach viel. Manches Start-up bekommt derartige Beträge schon in der ersten Finanzierungsrunde.

Für Studenten aber könne ein kleiner Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich eine wertvolle Anschubfinanzierung sein, weiß Andreas Unseld, Partner bei Unternehmertum Venture Capital Partners aus München. Dies ist der Wagniskapitalgeber von UnternehmerTUM, Europas führendem Zentrum für Gründung: "Damit lassen sich die ersten Schritte finanzieren, zudem erhält man durch einen Wagniskapitalgeber einen Mentor, den man bei den meisten staatlichen Förderungen nicht hat."

Unseld sieht in Deutschland großes Potenzial für studentische Gründungen – auch abseits von Vorzeigestandorten wie München oder Aachen, die sehr aktiv Start-ups fördern. Das Potenzial ist da – auch außerhalb der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, die noch immer die meisten Vertreter unter Deutschlands Gründern stellen. Böhmer: "Gerade in den naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen gibt es sehr viele spannende Ideen, die das Zeug zum Geschäftsmodell hätten."

Um die richtigen Studenten zu finden, setzt First Momentum Ventures auf die sogenannten "Ambassadors", also Studenten, die vor Ort auf die Suche nach spannenden Geschäftsmodellen gehen. Davon, dass die Idee Hand und Fuß hat, zeugen auch die Personen, die Böhmer unterstützen wollen, darunter Jörg Sievert von der Technologie-Investmentbank GP Bullhound sowie Uwe Horstmann vom Berliner Wagniskapitalgeber Project A. Der sagt: "Die Idee, einen studentischen Wagniskapitalgeber aufzubauen, zeugt genau von dem unternehmerischen Engagement, das wir in Deutschland brauchen."

Ihr Studium wollen Böhmer und seine Mitgründer trotz First Momentum Ventures nicht opfern – wohl aber zuweilen Schlaf und Freizeit: "Schließlich glauben wir an unsere Idee und wollen da alles reinstecken."

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