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TopMath und FIM

Du studierst TopMath. Warum hast du dich für diesen Studiengang bworben?

Ich habe eine Herausforderung gesucht. Der Studiengang hat ja ein anspruchsvolles Programm. Und mich hat die Möglichkeit gereizt, schnell selbstständig forschen zu können. Ich wollte mich an echten Forschungsprojekten ausprobieren.

In deinem Jahrgang gibt es nur neun Studenten. Ist da der Kontakt zu den Professoren besser?

Das Konzept von "TopMath" ist, dass jeder Student einen Professor als Mentor hat. Ich habe im letzten Jahr meinen Professor ungefähr einmal in der Woche getroffen. Das waren manchmal ganz kurze Gespräche von fünf Minuten, wenn gerade nichts Wichtiges anstand. Oder auch Treffen von ein oder zwei Stunden, in denen wir gemeinsam an einem Thema gearbeitet haben. Ich kann mit ihm nicht nur über meine Promotion sprechen, sondern auch über Stipendienbewerbungen und Auslandsaufenthalte. Die plane ich auch mit seinen Kontakten zu ausländischen Wissenschaftlern. Die Betreuung ist also sehr gut.

Sind andere Studenten neidisch auf dich?

Direkten Neid gibt es eher selten. Ab und zu wird uns unterstellt, dass die Professoren uns die Noten hinterherwerfen. Aber das kann man schnell widerlegen. In meinen Jahresabschlussprüfungen prüfen mich zum Beispiel drei Professoren. In anderen Studiengängen sitzt da eben nur einer. Und manche denken, dass wir keine Freizeit mehr haben und den ganzen Tag nur Mathe machen.

Stimmt das denn? Hast du noch Freizeit?

Na klar. Es gibt schon ab und an sehr arbeitsintensive Phasen. Aber die meisten machen viel in ihrer Freizeit. Man kann sich das schon selbst einteilen, wann man mehr und wann weniger macht. Uns macht Mathe ja Spaß. Und wir machen ähnlich viel Mathe wie vorher. Nur die Art, Mathe zu machen, ist im Elitestudiengang anders. Wir lassen uns die Beweise nicht einfach nur vorrechnen, sondern finden die Lösungen selbst.

Bereitet TopMath nur auf eine wissenschaftliche Karriere vor oder auch auf eine in der Wirtschaft?

Das ist ja bei Mathe generell die Frage. Ich fühle mich auf alle Fälle nicht schlechter auf die Wirtschaft vorbereitet als in einem anderen Mathe-Studiengang.

Knüpfst du ein gutes Netzwerk für die Zukunft?

Das kommt darauf an. In meinem Studiengang liegt der Fokus eher auf der wissenschaftlichen Vernetzung. Da baut man auf alle Fälle ein gutes Netzwerk auf. Kontakte zur Wirtschaft sind nicht im Programm enthalten. Dieses Netzwerk baut man nicht durch den Studiengang auf, sondern eher durch Eigeninitiative.

Ist die Studiensituation in deinem Elitestudiengang wirklich besser?

Ja und nein. Ja, wegen der intensiven persönlichen Betreuung. Und weil wir zusätzliche Sommerschulen haben, in denen wir in Workshops spezielle mathematische Themen behandeln. Daran nehmen internationale Größen teil, letztes Jahr zum Beispiel aus Brasilien und den USA. Und nein, weil wir während des Semesters mit den anderen Studenten gemeinsam in den Vorlesungen und Übungen sitzen. Da gibt es keine speziellen Kurse für uns.

Verena, kommst du leicht an deine Professoren ran?

Auf alle Fälle. Die Professoren kennen uns Studenten beim Namen, weil wir in meinem Jahrgang nur 24 Studenten sind. Das ist wie in einer Schulklasse. Vor Klausuren können wir den Professoren sagen, welche Themen wir gerne noch näher behandeln würden. Das kenne ich von meinem Bachelor-Studium an der TU München nicht. Da konnte man dem Professor höchstens eine E-Mail schreiben.

Wie stressig ist dein Studium?

Ich habe viel mehr Wochenstunden als meine Freunde. Das Studium ist fordernd, und ich gebe schon einen Teil meiner Freizeit dafür auf. Aber ich habe gelernt, meine Freizeit bewusster zu nutzen und Prioritäten zu setzen. Wenn ich eine Seminararbeit schreibe, könnte ich immer noch Details verbessern, ohne jemals zum Ende zu kommen. Stattdessen mache ich lieber Sport und unternehme etwas mit Freunden. Ich nehme mir die Freizeit, die ich brauche. Diesen Ausgleich braucht man auch später im Berufsleben.

Gibt es in deinem Studiengang viele Kontakte zur Praxis?

Bei uns hat jeder Student einen Mentor aus der Wissenschaft und fast jeder zusätzlich einen aus der Praxis von einem der Unternehmenspartner des Studiengangs. Dazu gehören zum Beispiel die Allianz und die Deutsche Bank. Mein Praxismentor ist der Geschäftsführer von IBM Deutschland, Martin Jetter. Mit ihm zusammen habe ich zum Beispiel mein Praktikum ausgesucht. Wir haben geschaut, welches Praktikum gut in meinen Lebenslauf passt. Er hat mich bei der Vermittlung des Praktikums sehr unterstützt.
 meinen Studiengang vorgestellt. Andere Studenten organisieren in Event-Gruppen selbstständig Veranstaltungen. Da gibt es einen Frauen-Brunch, bei dem sich Studentinnen mit erfolgreichen berufstätigen Frauen treffen, ein Finance-Event oder die Tagung "Bridging the Gap".

Jedes Jahr beginnen ungefähr 20 Studenten den Studiengang "Fokus Physik". Haben sie besseren Kontakt zu den Professoren als andere?

Auf alle Fälle. Die Professoren sind sehr motiviert, mit den Fokus-Studenten zu arbeiten. Da haben die Elitestudenten definitiv eine Sonderstellung.

Ist dadurch auch der Kontakt zur Forschung gut?

Die Forschungspraktika der Elitestudenten unterscheiden sich nicht grundsätzlich von denen der anderen Physikstudenten. Denn auch für sie ist ein Forschungspraktikum im Studium vorgeschrieben. Zusätzlich sollen die Fokus-Studenten durch Praktika in Max-Planck-Instituten in die Forschung eingebunden werden. Aber es kann auch sein, dass dort nicht alle Studenten einen Platz bekommen.

Sind Auslandsaufenthalte in das "Fokus Physik"-Studium integriert?

Der Studiengang ist stark komprimiert, dadurch ist es schwer, ein Auslandsjahr oder -semester unterzubringen. Im Moment kann man vielleicht noch ein Praktikum im Ausland unterbringen, aber kein ganzes Jahr. Aber das Problem ist erkannt: Jetzt gibt es Überlegungen, das Auslandsprogramm der Physik-Fakultät neu auszurichten. So sollen auch die Fokus-Studenten leichter ins Ausland gehen können.

Haben die Studenten bei so einem intensiven Studium überhaupt noch Freizeit?

Durch die Komprimierung muss der Stoff von zwei Semestern auf die übrigen acht verteilt werden. Schon ein normales Physikstudium ist sehr intensiv, weil man viele Semesterwochenstunden hat und Übungsblätter als Hausaufgaben machen muss. Im Fokus-Studiengang fehlt dann noch mehr die Zeit für Freunde und Hobbys. Meiner Meinung nach machen genau die Freundschaften und das Netzwerk ein Studium aus.

Ist die Studiensituation in den Elitestudiengängen wirklich besser?

Das kommt auf den Einzelnen an. Der Studiengang ist nur für eine kleine Gruppe an Studenten wirklich geeignet. Für die Studenten, die viel Freizeit haben oder länger ins Ausland gehen wollen, ist es nicht ideal. Das kann sich aber noch entwickeln, weil es das Studium so erst seit drei Jahren gibt.

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