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Interview mit mehrfachem Preisträger Dr. Presser

Herr Dr. Presser, Sie haben im letzten Jahr einen der vier Rendel-Preise gewonnen. Wie sind Sie zu dem Preis gekommen?

Der Bernd-Rendel-Preis wird nicht für eine einzige Arbeit oder Veröffentlichung verliehen, sondern für die gesamte bisherige Arbeit eines Wissenschaftlers. Mein Doktorvater hat mich vorgeschlagen; daraufhin musste ich meinen Lebenslauf, meine Zeugnisse und meine bisherige Publikationsliste einreichen. Die Publikationsliste ist besonders wichtig und in diesem Punkt hatte ich meinen Mitbewerbern gegenüber auch einen echten Vorteil. In den drei Jahren davor hatte ich etwa 20 Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht. Der Durchschnitt liegt bei drei bis vier Publikationen.

Wie kommt es, dass Sie so überdurchschnittlich viel veröffentlicht hatten?

Ich interessiere mich einfach für viele verschiedene Gebiete und beschäftige mich beispielsweise mit Grundlagenforschung, Materialeigenschaften, aber auch mit Bionik. Hier geht es darum, was wir von der Natur für die Technik lernen können. Statt Forschung um der Forschung willen steht bei mir im Vordergrund, dass meine Ergebnisse auch praktischen Nutzen haben.

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Was haben Sie mit dem Preisgeld gemacht?

Das Preisgeld soll jungen Wissenschaftlern ermöglichen, an einer Tagung außerhalb von Deutschland teilzunehmen. Ich war in Nevada.

Wie hat der Preis Ihre Karriere beeinflusst?

Das ist schwierig zu beantworten, da ich ja keinen Vergleich habe. Von vielen Professoren und Leuten aus der Wirtschaft habe ich gehört, dass sie bei der Flut von Bewerbungen mit sehr guten Noten, Auslandsaufenthalten und diversen Sprachkenntnissen genug haben. Das reicht als Unterscheidungskriterium oft schon gar nicht mehr aus. Solche Preise können da den Unterschied machen, denn sie heben einen aus der Flut der guten Bewerber heraus.

Wird man durch so einen Preis wirklich bekannter in der "scientific community"?

Ich denke schon. Plötzlich rufen oder schreiben mich Leute an, die sonst sicherlich nicht auf mich aufmerksam geworden wären. Sie stoßen oft über die Website der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) auf mich und stellen mir dann Fragen zu einem meiner Forschungsthemen. Andererseits ist der Bernd-Rendel-Preis noch relativ jung und daher in den Geowissenschaften noch nicht so bekannt. Ich denke aber, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.

Neben Ihnen gab es im vergangenen Jahr drei weitere Preisträger. Haben Sie untereinander Kontakt?

Wir kennen uns natürlich von der Preisverleihung in Aachen. Viel Kontakt haben wir untereinander aber nicht, da wir uns mit ganz verschiedenen Themen beschäftigen.

Welche Pläne haben Sie für Ihre Zukunft?

Ich möchte auf jeden Fall eine klassische akademische Laufbahn einschlagen und Professor werden. Bis Ende des Jahres bleibe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in meiner Forschungsgruppe an der Uni Tübingen. Hier gebe ich zurzeit auch eine eigene Lehrveranstaltung. Meine weitere Post-Doc-Zeit möchte ich gerne im Ausland verbringen. Wohin es mich genau verschlagen wird, steht noch nicht ganz fest.

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