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Von kleinen Pflichten und großen Entfernungen

Stuttgart

Dass du dir mit Stuttgart das Epizentrum der schwäbischen Sparsamkeit als Studienort auserkoren hast, war dir hoffentlich klar. Dass das allzu oft aber auch bedeutet, dass du deine freie Zeit mit Schneeschippen und Dachbodenfegen verbringst, konntest du aus der Ferne nicht ahnen. Doch als sparsames Völkchen übertragen die Schwaben das Verrichten dieser gesamtgemeinschaftlichen Pflichten natürlich nicht einer Hausmeisterei, sondern kümmern sich im fein säuberlich geregelten Turnus selbst um diese Aufgaben.

Gewiss, die Kehrwoche spart Geld, kostet Neu-Schwaben aber umso mehr Nerven. Wer sich diese sparen und lieber ein paar Groschen mehr berappen möchte, sollte schon bei der Wohnungssuche darauf achten, dass derartige Pflichten nicht im Mietvertrag verankert sind. Oder du siehst es schwäbisch-sportlich – denn Fegen und Schneeschippen sind garantiert günstiger als das günstigste Studentenangebot im Fitness-Studio!

Berlin

"Kaiserswerther Str. 16-18, 14195 Berlin", so unschuldig kommt die Anschrift der Freien Universität Berlin daher. Mal eben noch die WG in Friedrichshain oder Pankow klargemacht, und schon kann es losgehen, das Studium in Berlin. Oder? Berliner schmunzeln regelmäßig über die Naivität der Kleinstadt-Kids, die es zum Studieren in die Hauptstadt zieht. Mehr als alles andere müssen Neu-Berliner Studenten nämlich lernen, was das Wort "Distanz" wirklich bedeutet.

In Berlin kannst du im selben Stadtteil wohnen wie dein bester Kumpel und trotzdem zwanzig Minuten radeln müssen, um ihn zu besuchen. Und du kannst an einer Berliner Uni studieren und trotzdem zwischen 45 Minuten und einer Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein, um deinen Campus zu erreichen – der wohlgemerkt nicht in Potsdam liegt!

Du weißt, dass du in Berlin angekommen bist, wenn du bei kurzfristigen Ausfallbenachrichtigungen von Seminaren automatisch sauer wirst: Denn die liest du immer erst, wenn du schon längst im Zug Richtung Uni sitzt. Aber du weißt auch, dass du in Belin angekommen bist, wenn du dir anschließend den beschwerlichen Rückweg mit einem Wegbier versüßt – in Berlin liebevoll Fußpils genannt. Denn so gewöhnungsbedürftig unsere Hochschulstädte auf ihre jeweils ganz eigene Art auch sein mögen: Für jede Unsitte gibt es mindestens zwei schöne Seiten, die aus einer Adresse auf dem Studienausweis ganz schnell deine neue Heimat machen!

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Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

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