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"Die 18 Stunden Vorlesung die Woche zahlen sich aus"

Düsseldorf Medienhafen Stadt Abend Lichter [Quelle: Unsplash.com, Autor: Nikolaos Choustoulakis]

Quelle: Unsplash.com, Nikolaos Choustoulakis

Isabelle Friedhoff wollte mit dem LL.M. fachlich in die Tiefe gehen und Auslandserfahrung lieber im Rahmen des Referendariats sammeln. Daher hat sie sich für das Programm in Gewerblichem Rechtsschutz an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entschieden.

Wann hast du den LL.M. absolviert?

Direkt im Anschluss an das erste Staatsexamen, einerseits zur Überbrückung der Wartezeit und um nicht unmittelbar vom ersten Staatsexamen in das Referendariat zu hetzen, aber auch, um in einem Fachbereich bereits früh qualifiziert zu sein. Das LL.M.-Studium begann im Oktober 2001 und dauerte bis Oktober 2002. Ich war Teilnehmerin des ersten Jahrgangs des LL.M. Gewerblicher Rechtsschutz.

War der LL.M. für dich die Alternative zur Promotion?

Ich mache beides. Der LL.M. ist meines Erachtens die Auszeichnung für entweder eine fremdsprachliche Befähigung, falls der LL.M. im Ausland erworben wurde, oder die Auszeichnung einer Fachqualifikation, wenn er im Inland erworben wurde, bei mir Gewerblicher Rechtsschutz. Die Promotion ersetzt der LL.M. vom Status her noch nicht, weil die meisten Berufsträger hinter dem Titel LL.M. immer noch ausschließlich die Auslandserfahrung vermuten und honorieren. Die Doktorarbeit stellt im Vergleich zum LL.M. eher die Befähigung zu kontinuierlichem und wissenschaftlichem Arbeiten dar, weniger die breite Abdeckung eines speziellen Rechtsgebietes, wie dies beim LL.M. der Fall ist. Optimal ist es meiner Meinung nach, einen deutschen LL.M. wegen der hohen Fachspezifikation zu erwerben und zusätzlich Auslandserfahrung, etwa im Rahmen einer Station oder eines Praktikums, zu sammeln. So habe ich beispielsweise versucht, das "Manko" des deutschen LL.M. über einen USA- und einen China-Aufenthalt im Bereich des Gewerblichen Rechtsschutzes jeweils in einer Station meines Referendariats zu kompensieren. Und im Ausland kam es natürlich gut an, wenn man schon fachlich spezialisiert war und sich in einem Fachbereich gut auskannte.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe für die Entscheidung für ein LL.M.-Studium?

Ich wollte mich in einem Fachbereich spezialisieren und fand Marken- und Patentrecht sowie Wettbewerbs- und Urheberrecht sehr spannend. Der LL.M. war dann auch hinsichtlich der Dauer des Studiums (zwei Semester) angebracht, um einen vertieften Einblick in die Materie zu bekommen.

Nach welchen Kriterien hast du entschieden, den LL.M. in Deutschland zu machen?

Es ging mir weniger um die Überlegung, in welches Land ich gehen soll, sondern vielmehr darum, mich fachlich zu spezialisieren. Dafür fand ich Deutschland am besten, weil ich in meiner Muttersprache sicherlich mehr in die Tiefe gehen kann als in einer Fremdsprache. Außerdem hatte ich damals schon den Plan, lieber zusätzlich zum deutschen LL.M. während des Referendariats ins Ausland zu gehen, ohne dort jedoch einen häufig leider überteuerten LL.M., M.C.J oder M.B.A. zu machen. Alternativen im Bereich Gewerblicher Rechtsschutz gab es 2001 noch nicht. Die Uni Düsseldorf war mit dem von Prof. Dr. Busche ins Leben gerufenen LL.M. die erste Uni, die den Titel LL.M. Gewerblicher Rechtsschutz vergeben durfte. Mittlerweile gibt es wohl auch noch andere Unis, die aber auch teurer sind. Und da mich das Konzept und die namhaften Dozenten überzeugt haben, war die Entscheidung klar.

Wie zufrieden warst du anschließend mit deiner Wahl?

Sehr. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon gehört habe, dass die Kanzleien und Unternehmen von den LL.M.-Absolventen Gewerblicher Rechtsschutz begeistert sind. Es gibt wohl wenige Referendare und Berufsanfänger, die in diesem Fachbereich schon so spezialisiert sind. Die etwa 18 Stunden Vorlesung die Woche auf den Gebieten des Patent-, Marken-, Urheber-, Wettbewerbs- und Kartellrechts zahlen sich also aus! Vor allem stimmte das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis, so dass man nicht das Gefühl hatte, passives Wissen zu erlernen, sondern praktisch einsetzbares.

Wie hast du das LL.M.-Studium finanziert?

Ich hatte gerade erst mein erstes Staatsexamen gemacht, sodass ich neben dem LL.M. in einer Kanzlei gejobbt habe – übrigens direkt im Bereich Markenrecht, die Stelle hatte ich durch einen Dozenten aus dem LL.M.-Programm bekommen. Davon konnte man Miete und Lebensunterhalt zahlen. Die Studiengebühr von 2.000 Euro pro Semester habe ich zwar selbst aufbringen müssen, aber umgelegt auf das ganze Jahr fand ich es auch wieder machbar.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten?

Wohnung in Düsseldorf etwa 400 Euro, Bücher fallen kaum an, weil die Bibliothek in Düsseldorf hervorragend ausgestattet ist und die Dozenten sehr gute Materialien austeilen, so dass neben Miete und Essen nur die persönlichen Ausgaben hinzukommen. Ich denke, mit ca. 800 Euro könnte man hinkommen.

Waren der MBA oder andere Postgraduiertenprogramme eine Alternative für dich?

Nein, ich fand den LL.M. als rein juristischen Abschluss schon am ansprechendsten.

Wie ging es für dich nach dem LL.M. weiter?

Ich habe nach dem LL.M. meine Promotion zu einem marken-/gesellschaftsrechtlichen Thema begonnen. Im Jahr 2004 habe ich dann mein Referendariat am LG Düsseldorf begonnen und war im Rahmen des Referendariats, soweit möglich, immer im Bereich Wirtschaftsrecht und meist speziell im Bereich Gewerblicher Rechtsschutz tätig, davon einmal in Delaware, USA, und einmal in Shanghai, China.

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