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Einmal "bunter Hund" sein

Matthias vor dem Haupteingang der University of the Philippines (UP)

Matthias vor dem Haupteingang der University of the Philippines (UP)

Wie in anderen südostasiatischen Ländern ist es auch auf den Philippinen nicht möglich, sich als ausländische Kanzlei dort niederzulassen. Für ein juristisches Praktikum muss man sich also vor Ort bewerben - wobei persönliche Kontakte sehr hilfreich sind. Ich hatte während eines Praktikums bei der Kanzlei Clifford Chance einen Partner kennengelernt, der ein ausgewiesener Südostasien-Spezialist ist. Er stellte den Kontakt zu SyCip Salazar Hernandez & Gatmaitan her. Da sich meine Eltern aus beruflichen Gründen auf den Philippinen aufhielten, konnte ich das Praktikum dort zudem mit einem Besuch bei ihnen verbinden.
 

Ein tropisches Inselreich
 Die Philippinen bestehen aus über 7.000 Inseln. Das Land zählt zu den ärmsten Asiens. Die Hauptstadt Manila liegt auf der größten Insel Luzon und hat rund 14 Millionen Einwohner. In der Metropole pulsiert das Leben in riesigen Malls und auf den zahl-
 reichen Märkten. Neben Filipino ist Englisch die zweite offizielle Landessprache: Alle Gesetze und Textbooks sind in Englisch abgefasst, die Gerichtsverhandlungen werden ebenfalls auf Englisch geführt. Auch in der Provinz kommt man mit Englisch überall gut durch. Die Philippinen sind zudem durch einen sehr strengen Katholizismus geprägt. Für einen Aufenthalt auf dem Archipel eignet sich vor allem die Zeit zwischen Dezember und März, da Hitze und Luftfeuchtigkeit dann erträglicher sind.
 

Wie ein bunter Hund
 Mit landesweit vier Büros ist SSHG eine der größten Kanzleien der Philippinen. Sie ist international tätig, Klienten sind vor allem Unternehmen und Banken. Ich habe als Praktikant das Team Special Projects Finance unterstützt. Wenn ein Mandat mit deutschem Recht zu tun hatte, landete es - unabhängig vom Rechtsgebiet - auf meinem Schreibtisch. Neben der Arbeit für deutsche Mandanten arbeitete ich mich in das philippinische Recht ein. Einmal pro Woche nahm ich an den Workshops der Trainees teil; überhaupt wurde ich wurde vom ersten Tag an hervorragend betreut. Abgesehen davon kam ich mir als einziger Europäer vor wie ein bunter Hund, denn deutsche Praktikanten verirren sich selten in eine philippinische Kanzlei.
 

Alternative für Studenten
 Die beiden Eliteuniversitäten des Landes, die Ateneo de Manila University und die University of the Philippines, sind qualitativ durchaus mit deutschen Unis vergleichbar. Trotzdem gab es während meines Aufenthalts auf den Philippinen nur einen einizigen deutschen Studenten dort, zumindest nach Auskunft der deutschen Botschaft. Ich nutzte die Chance, diesen "Exoten" kennen zu lernen und Vorlesungen an den Unis zu hören. In allen Kursen und in der Verwaltung wird englisch gesprochen. Ein Studium auf den Philippinen ist eine spannende Alternative zu anglo-amerikanischen Unis: Das Rechtssystem und die Ausbildung ähneln dem US-System sehr.
 

Unter Wasser und im Regenwald
 Wer auf den Philippinen nicht taucht, hat nur das halbe Land gesehen. Unter Wasser findet man bei lauen 30 Grad Korallen-
 riffe mit einer unglaublichen Artenvielfalt. Während des Praktikums war ich fast jedes Wochenende tauchen. Wer sich nicht auf den Meeresgrund traut, der kommt an den palmenge-
 säumten Stränden auf seine Kosten. Neben meinem Praktikum habe ich sechs weitere Wochen auf den Philippinen verbracht und bei 35 Grad in den Wellen des südchinesischen Meeres den Jahreswechsel gefeiert. Eine Woche verbrachte ich bei einem Waldnomadenstamm in den Regenwäldern Luzons - ein ganz besonderes Highlight. Fern ab jeder Zivilisation wurde ich in eine Welt zurückversetzt, die vor hunderten vor Jahren stehen geblieben ist.
 

Mut wird belohnt
 Die Philippinen sind eine Herausforderung. Wer nicht bereit für ein Abenteuer ist und keine Abstriche beim gewohnten Komfort hinnimmt, der wird sich dort nicht wohl fühlen. Man braucht eine gesunde Portion Selbstvertrauen und Neugierde. Um zumindest gegen einige kulturelle Überraschungen gefeit zu sein, empfiehlt sich vor der Abreise die Lektüre des Buches "Culture Shock! Philippines". Lässt man sich auf die vielschichtige Kultur ein, dann erlebt man ein wunderschönes Land und äußerst gast-
 freundliche Menschen.

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