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Networking als Erfolgsrezept

Barrieren auf dem Weg ausräumen
 Emmy Noether, eine erfolgreiche Mathematikerin zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, und eine junge Studentin von heute unterhalten sich über Studium und Karriere. Und über jene Barrieren, die sich Frauen auf ihrem beruflichen Weg immer wieder in den Weg stellen. Passender hätte die Installation auf der Ausstellung im Fraunhofer Haus anlässlich der Münchner Wissenschaftstage gar nicht sein können: Am 22. Oktober 2004 trafen sich dort 23 Stipendiatinnen von e-fellows.net und ihre Freundinnen sowie neun Leserinnen der Zeitschrift "job@business" mit Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian von Roche Diagnostics und Dr. Christiane Mauch von DiamondCluster zum 23. Power Breakfast von e-fellows.net. Außerdem dabei waren Katharina Sauter aus der Personalentwicklung der Fraunhofer Gesellschaft München und Erika Dillmann, Referentin im Personalmarketing bei Roche Diagnostics.
 

Anregungen für die eigene Karriereplanung
 Vor drei Jahren wurde die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen mit dem Ziel, Verbindungen zu schaffen zwischen guten Studentinnen und erfolgreichen Frauen aus der Wirtschaft. Die Besonderheit: Die 23. Ausgabe des e-fellows.net Power Breakfasts war eine Veranstaltung mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt. Höchste Zeit, fanden viele der Teilnehmerinnen. Sie wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sich frühzeitig über die Karrierechancen im Anschluss an ihr Studium schlau zu machen. Welche Möglichkeiten eröffnen sich mir am Beginn des Berufslebens? Welche Probleme und Barrieren erwarten eine Frau? Lassen sich Familie und Beruf tatsächlich unter einen Hut bringen? Welche Alternativen gibt es zur akademischen Laufbahn und wie komme ich an Firmenkontakte für meine Diplom- oder Doktorarbeit? Die Palette der Fragen, die den Studentinnen und Berufsanfängerinnen auf den Nägeln brannten, war breit gefächert.
 

Who is who
 Zu Beginn der Veranstaltung gewährten die beiden Referentinnen den Teilnehmerinnen einen lebendigen Einblick in ihren Berufsweg und ihre Arbeit. "Mein Ziel war es schon immer, meine Interessen in Beruf und Freizeit umzusetzen", erzählte Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian. Sie studierte und promovierte im Fach Diplom-Biologie an der Uni Tübingen mit dem Berufsziel, später in die Industrie zu gehen. Sport und ihr Interesse an der Kunst hat sie zu ihren Hobbys gemacht. Nach dem Studium absolvierte sie einen dreijährigen Postdoc-Aufenthalt an der University of California in Berkeley, unter anderem mit der Absicht Auslandserfahrung zu sammeln. "Der Hauptgrund war aber technischer und fachlicher Natur", räumte Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian ein. 1986 wurde sie als Gruppenleiterin bei Boehringer Mannheim (heute Roche Diagnostics) in Tutzing in der Forschung und Entwicklung der Sparte Biochemica (heute Roche Applied Science) eingestellt. Drei Jahre später übernahm sie in Penzberg die Leitung der Abteilung Molekularbiologie, die ab 1995 in eine Hauptabteilung erweitert wurde. "Damals war eine Frau in der Abteilungsleitung durchaus noch etwas Besonderes", gab Schmitz-Agheguian zu bedenken.
 

Studium und Promotion, um weiterzukommen
 Eigentlich wollte Dr. Christiane Mauch Psychologie studieren. Doch auf Wunsch ihres Vaters wählte sie statt dessen etwas "Handfestes" und absolvierte eine Banklehre. Schon kurz nach Abschluss der Ausbildung sah sie bei der Bank für sich keine Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung mehr und entschied sich für den Studiengang VWL. Während ihres Studiums an den Universitäten in Freiburg und Regensburg ging sie ein Jahr nach Dresden, wo sie die Währungsumstellung mitorganisierte und den Aufbau einer Genossenschaftsbank unterstützte. Im Anschluss an ihr Diplom arbeitete sie als Inhouse Consultant beim Genossenschaftsverband Bayern und wechselte schon bald als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Universitäten St. Gallen und Regensburg. Drei Jahre später promovierte sie dort im Bereich Wirtschaftsinformatik und wurde danach als Senior Associate bei Booz Allen & Hamilton in München eingestellt. Im Jahr 2000 ging sie zu DiamondCluster International in München, wo sie bis Ende des letzten Jahres aktiv im Managementteam war und dabei maßgeblich am Geschäftsaufbau auf dem deutschen Markt beteiligt war. Anfang diesen Jahres ist sie dann in Mutterschutz gegangen und habilitiert derzeit an der Universität München über IT-Management.
 

Kommunikation für die Karriere
 Um erfolgreich zu sein, sollte man gerade auch als Frau ein Netzwerk etablieren, darin agieren und es vor allem am Leben halten. Wie? "Indem man Kongresse und Vortagsreihen besucht, den Kontakt zu früheren Vorgesetzten und Professoren an der Uni nicht abreißen lässt, den Mund aufmacht und sagt, was man meint", empfahl Dr. Christiane Mauch ihren interessierten Zuhörerinnen. "Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Mitarbeiter genauso wichtig sind wie die Chefs", fügte Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian hinzu. "Man sollte sich stets nach oben und unten orientieren."
 

Auf die Person kommt es an
 Weder Dr. Christiane Mauch noch Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian machen einen entscheidenden Unterschied zwischen Absolventen bekannter und unbekannter Unis. "Neben dem fachlichen Aspekt muss vor allem die Persönlichkeit passen", so Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian. Bewerber müssten das Potenzial haben, mit einem Team mitzuwachsen, zu kommunizieren und sich und ihre Arbeit gut zu verkaufen und zu präsentieren. Für die Position eines Gruppenleiters bei Roche Diagnostics ist eine Promotion Voraussetzung. Hingegen ist bei der Strategieberatung bei DiamondCluster International die Promotion nicht Einstellungsvoraussetzung. Viele Bewerber arbeiten erst einige Jahre und machen dann eine Promotion. "Das ist durchaus eine sehr sinnvolle Vorgehensweise", so Dr. Christiane Mauch, denn die bei der Beratung erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten helfen einem sehr bei derAnfertigung einer Promotion.
 

Durchhaltevermögen und Neugier
 Und was ist, wenn es mal nicht so gut läuft? "Auch aus Niederlagen kann man lernen", findet Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian. Neugier und Durchhaltevermögen sind für Dr. Christiane Mauch ebenfalls entscheidend. Die Freude, wenn etwas klappt und man sich etwas erarbeitet hat, sei dafür die Belohnung. Und wenn die Durststrecke länger dauere, sollte man sich fragen, ob man sich für das Richtige entschieden hat. Denn der Spaß an der Arbeit ist für beide Referentinnen wichtig.
 

Ein Plus aber kein Muss: Aufenthalt im Ausland
 Einen Aufenthalt im Ausland befürworteten beide Referentinnen, denn er zeige Flexibilität und Eigenverantwortung. Dennoch warnte Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian vor einer Überbewertung der Auslandserfahrung. Ein Auslandsaufenthalt eröffnet möglicherweise neue Chancen, ist in ihren Augen aber nicht zwingend. Auch Dr. Christiane Mauch empfiehlt einen Aufenthalt im Ausland nur dann, wenn man auch Lust dazu hat. Die Freude an dem, was man tut, ist ihrer Meinung nach Voraussetzung, um auch erfolgreich zu sein.
 

Leben, nicht Planen
 In der Beratung gibt es keine Teilzeitmodelle. Dennoch hat sich Dr. Christiane Mauch von DiamondCluster International nie Gedanken darüber gemacht, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. "Das Leben lässt sich eben oft nicht so planen, wie man möchte", findet die Mutter einer kleinen Tochter. Sie kann sich nicht vorstellen, für längere Zeit nur zu Hause zu bleiben. "Irgendwie bekommt man es hin", gab sie sich zuversichtlich. Voraussetzung dafür ist laut Dr. Gudrun Schmitz-Agheguian allerdings ein kooperativer Partner, der dem anderen, der Spaß am Job hat, Respekt entgegen bringe. Außerdem müsse man seine Fähigkeiten in Projektmanagment und Organisation auch zuhause einsetzen, wie sie augenzwinkernd hinzufügte.
 

Zwischen Diskriminierung und Gleichstellung
 Nur acht Prozent der Frauen glauben an tatsächliche Gleichstellung im Beruf. Für Erika Dillmann von Roche Diagnostics ist das Geschlecht kein Einstellungs-kriterium: "Wir suchen nicht nach Männern oder Frauen. Statt dessen schauen wir auf den "Menschen" und seine soziale und fachliche Kompetenz." Auch beim Gehalt würden selbstverständlich keine Unterschiede gemacht, sondern gezahlt werde nach der Tätigkeit, so die Referentin aus dem Personalmarketing.
 

Kontakte knüpfen
 Das Power Breakfast von e-fellows.net war die ideale Möglichkeit, um mit dem Networking gleich vor Ort zu beginnen. Im kleinen Rahmen beim gemeinsamen Frühstück konnten die Teilnehmerinnen in ungezwungener Atmosphäre dank e-fellows.net viele wichtige persönliche Kontakte knüpfen – sowohl zu den drei Top-Unternehmen DiamondCluster, Roche Diagnostics und der Fraunhofer Gesellschaft, als auch zu anderen Stipendiatinnen.

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