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Leben und Studieren beim "kleinen Bruder"

Universität Klagenfurt

Universität Klagenfurt

Der Grund meines Studiums in Klagenfurt war, dass ich meine Kenntnisse auf dem Gebiet der Kommunikationswissenschaft und der Unternehmensommunikation vertiefen wollte. Und ich interessierte mich für das österreichische Mediensystem. Ich habe mir bewusst vorgenommen, die Perspektive des "kleinen Bruders" auf Deutschland zu beobachten und Prozesse und Strukturen auf diesem Weg noch differenzierter zu betrachten.

Leichter Einstieg für ERASMUS-Studierende

Das Auslandssemester ist nicht in meinen Studienplan integriert, auch wenn mir zugesichert wurde, möglichst alle erbrachten Leistungen ausnahmslos anzuerkennen. Meine Planungen drehten sich im Wesentlichen um Universität und Stundenplan, Wohnung und Anreise, Finanzierung und Organisatorisches und neue Kontakte. Die Tatsache, dass ich ein ERASMUS-Stipendium erhalten habe, hat mir die Vorbereitung der administrativen Angelegenheiten enorm erleichtert. Die Anmeldung und alle Formalitäten wurden über das akademische Auslandsamt in Klagenfurt vorbildlich für mich erledigt. Wesentlich umfangreicher war die Zusammenstellung meines Stundenplans, was ich größtenteils online erledigte.

Teurere Verhältnisse

Eine ähnlich gute Betreuung bekam ich bei der Suche einer Wohnung. Trotzdem musste ich mich bemühen, eine Wohnmöglichkeit zu finden. Meine Finanzen konnte ich planen, da ich mich bei Klagenfurter Studenten im Voraus über dieses Thema informiert hatte. So konnte ich mich bereits im Vorfeld auf die teureren Verhältnisse einstellen und entsprechend vorsorgen. Das Eröffnen eines Kontos in Österreich geht bereits von Deutschland aus relativ problemlos. 

Andere Länder, andere Sitten

Interessant in meiner Fächerkonstellation war, dass insbesondere im ersten Studienabschnitt sehr viele Seminare gehalten werden und kaum Vorlesungen. Dies hat besonders Auswirkungen auf das Arbeitspensum da fast überall mindestens ein Referat, eine Hausarbeit und vereinzelt auch Hauaufgaben zu erledigen waren. Dies sollte bei der Zusammenstellung des Stundenplans unbedingt berücksichtigt werden. Auch ist in Klagenfurt, anders als in Ilmenau, bei jedem Seminar die Anwesenheit zwingend erforderlich und bereits ein zweimaliges Fehlen reicht, um den Schein nicht zu bekommen.
Leider fiel mir beim wissenschaftlichen Niveau eine andere Herangehensweise auf, als ich es aus Ilmenau gewöhnt war. Es wird in Klagenfurt mehr Wert auf Selbsterfahrung und Gruppendiskussionen gelegt, woran ich mich erst sehr gewöhnen musste. Dies war eine der Erfahrungen, die ich in wissenschaftlicher Hinsicht während meines Aufenthaltes machen durfte.

Betreuung durch Tutoren

Durch die hervorragende Organisation für ERASMUS-Studenten gab es bis auf wenige Ausnahmen keinerlei Schwierigkeiten bezüglich des Studienaufenthaltes. Bemerkenswert ist die studentische Betreuung für ausländische Studierende, die je einen Tutor zugewiesen bekommen, die einem während der Zeit in Klagenfurt zur Seite stehen. Des weiteren war die Teilnahme an den Kursen für ERASMUS-Studenten kein Problem. Selbst wenn die Kurse für österreichische Studenten zulassungsbeschränkt waren und teilweise bis zu 100 Studenten auf der Warteliste standen. Wenn dennoch Schwierigkeiten auftraten oder die Dozenten sich nicht schlüssig waren, gab einem das Auslandsamt volle Rückendeckung, die Teilnahme an den gewünschten Kursen zu ermöglichen.

Aldi heißt hier Hofer

In Österreich beträgt die Mehrwertsteuer 20%. Das ist ein Grund, warum die Lebenshaltungskosten höher sind als in Deutschland. Discountketten wie Aldi (Hofer), Plus (Pluspunkt) und Lidl ermöglichen jedoch den preiswerten Einkauf von Lebensmitteln. Mit Rabattmarken der Universität kann ich außerdem preiswert in der Mensa essen und ausgewählte Restaurants und Kinos besuchen. Auch sonst erhält man als Student viele Rabatte in Kultureinrichtungen.

Kultur pur

Die kulturellen Möglichkeiten in Klagenfurt sind hervorragend und ich habe sie oft genutzt. Das Stadttheater hatte ein recht breites Repertoire und auch die Stadt Klagenfurt bietet vor Ort viele verschiedene kulturelle Veranstaltungen an. Ausflüge in die europäische Kulturhauptstadt Graz waren ebenso problemlos möglich wie Fahrten nach Wien, Ljubljana (Slowenien) oder Venedig, Rom und andere. Mehrere Billigfluglinien fliegen von Klagenfurt, so dass ich auch für ein Wochenende London besuchen konnte. Doch auch die Umgebung bietet viele Möglichkeiten, die Geschichte des Landes kennen zu lernen. Kärnten ist nicht sehr groß und mit dem Auto sind viele kulturelle Stätten sehr schnell und einfach zu erreichen. Im Winter kann man von Klagenfurt aus sehr gut Skifahren gehen.

Vorbildliches Entrée-Programm

Das sogenannte Entrée-Programm der Studenten ist eine vorbildliche Möglichkeit, ausländische Studierende mit in das Universitätsgeschehen zu integrieren. Der erste Kontakt ist sehr schnell hergestellt, da bereits im Vorfeld ein enger Kontakt via E-Mail gesucht wird. Mir persönlich kamen zwei Kontakte zugute, die ich bereits im Vorfeld aus Ilmenau her kannte. Ich habe mich dort gleich zu Beginn meiner Zeit mit ihnen treffen können und habe dabei dann auch recht schnell Anschluss an andere Studierende, zumeist höherer Semester bekommen. Bereits im Vorfeld mit Austauschstudenten aus Ilmenau Kontakt aufzunehmen war für mich sehr hilfreich und ich empfehle das auch unbedingt weiter.

Fazit: Klagenfurt lohnt sich

Mir persönlich hat der Aufenthalt in Klagenfurt sehr viel gebracht, auch wenn Österreich Deutschland kulturell sehr ähnlich ist. Zum einen konnte ich durch das wahrgenommene universitäre Angebot meinem Ziel der umfangreichen Wissensaneignung gerecht werden. Doch auch trotz der Ähnlichkeit beider Kulturen habe ich viel über die Sicht und Meinungen des "kleinen Bruders" über die "Piefkes" lernen können. Das Studium der Medienlandschaft bot eine hervorragende Möglichkeit, Strukturen, Prozesse, Unternehmenskonstellationen und Hintergründe differenzierter und aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dies gilt auch für politische Meinungen und Sichtweisen. Das Studium in Klagenfurt hat auch meine beruflichen Perspektiven verändert. Ich habe mich durch die Teilnahme an Seminaren mit entsprechenden Zielformulierungen und Berufsperspektiven auseinander gesetzt.
Auch wenn Österreich von der Sprache und der Entfernung auf den ersten Blick nicht sehr exotisch erscheint, so lohnt sich doch ein solcher Aufenthalt in vielerlei Hinsicht.

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