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Wenn das Sofa zum Arbeitsplatz wird

Mobile Working bei Roche

Quelle: Roche

Sie tut es, er tut es, viele tun es – arbeiten von überall aus. Flexibles Arbeiten – Fluch oder Segen? Für die Mitarbeitenden bei Roche definitiv ein Segen. Was sich durch das mobile Arbeiten bei Roche verändert hat und warum Vertrauen besser als Kontrolle ist.

Mobile Working: kurz und knapp

Vollzeitjob, Pendeln und zwei Kinder – nicht immer einfach, aber inzwischen gut machbar. Fakt ist aber, dass mein Lebens- und Arbeitsmodell gar nicht möglich wäre, wenn wir "Mobile Working", unsere Initiative zum Thema Flexibilität bei Zeit und Ort, nicht hätten. Da ich die Möglichkeit des mobilen Arbeitens sehr schätze und auch eine persönliche Affinität zu diesem Thema habe, bin ich seit Anfang 2017 für die Initiative verantwortlich. Uns ist es wichtig, unsere Mitarbeitenden für das Thema Flexibilität zu sensibilisieren und eine Kultur des Vertrauens zu fördern. Ziel ist es, dass unsere Mitarbeitenden die Freiheit haben, sich einen Arbeitsort und eine Arbeitszeit auszusuchen, die für sie geeignet sind.

Erfolgsrezept Pilotprojekt

Vor der Einführung gründeten wir mit dem Betriebsrat und Mitarbeitenden aus einzelnen Fachabteilugen eine Projektgruppe. Gemeinsam mit 350 Freiwilligen starteten wir unsere Pilotphase, in der wir das mobile Arbeiten für sechs Monate unter definierten Bedingungen testeten. Das Ganze begleiteten wir mit regelmäßigen Umfragen und hielten fest, welche Erfahrungen unsere Mitarbeitenden machten. Was haben wir gelernt, was lief gut, was fehlte und welche Guidelines wollen wir basierend darauf etablieren? Das Resultat: Je weniger Vorgaben es gibt und je mehr Freiheiten wir ihnen bei diesem Thema einräumen, desto größer sind die Erfolgschancen der Initiative.

Guidelines fürs Mobile Working

Grundsätzlich dürfen alle Mitarbeitenden bei Roche mobil arbeiten, wenn die Erfüllung ihrer Aufgaben nicht an einen Ort gebunden ist. Wir empfehlen, gemeinsam teaminterne Spielregeln zu definieren. So haben manche Abteilungen zum Beispiel einen teaminternen Kalender zur besseren Koordination. Der Dialog zwischen Kollegen und Kolleginnen sowie Führungskräften ist hierfür essenziell. So entsteht keine Disharmonie zwischen individuellen Bedürfnissen und den Interessen von Kollegen sowie des Unternehmens. Allein an den Standorten in Mannheim und Penzberg beschäftigt Roche über 10.000 Mitarbeitende, deren Jobs nicht unterschiedlicher sein könnten. Das hat uns schnell zu der Erkenntnis geführt, dass es kein one-fits-all-Prinzip geben kann – und das braucht es auch nicht. Wir stellen fest, dass sich alle Teams um eine gute Kommunikation bemühen und es funktioniert. Als einzige Einschränkung gilt, dass das mobile Arbeiten nicht die ausschließliche Arbeitsform ist, sondern gelegentlich stattfindet – dieses gelegentlich ist aber für die Mitarbeitenden beziehungsweise Teams frei definierbar und kann tätigkeitsspezifisch entschieden werden.

Mobil arbeiten – nicht mehr und nicht weniger

Für uns war es besonders wichtig, dass das mobile Arbeiten nicht zu einer Veränderung der Arbeit führt – weder zu einer Ausweitung noch zu einer Verkürzung der Arbeitszeit. Bedenken, dass weniger gearbeitet wird, hatten wir allerdings ohnehin nie – eher im Gegenteil. Das Mobile Working stellt erhöhte Anforderungen an die eigenen Selbstmanagementfähigkeiten. Man muss sich disziplinieren, Pausen einhalten und die vereinbarte sowie gesetzlich geltende Arbeitszeitregelung befolgen. Deshalb kommunizierten wir von Anfang verstärkt das "Recht auf offline". Es ist also völlig okay, nicht immer erreichbar zu sein.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Das Feedback ist großartig: Immer mehr Abteilungen, auch die, die vorher Bedenken hatten, erleben eine positive kulturelle Veränderung. Sogar Bereiche, von denen wir nie geglaubt hätten, dass dort mobiles Arbeiten umsetzbar wäre, arbeiten nun im Rahmen ihrer Möglichkeiten mobil. Das überraschendste Beispiel dafür ist unsere operative Logistik. Auch in diesem Bereich sind Tätigkeiten wie Online-Trainings ein fester Bestandteil und nicht ortsgebunden. Wie gut es funktioniert, hat ein Fotowettbewerb gezeigt, den wir im Rahmen des Go-live der Initiative veranstaltet haben. Hierfür fotografierten sich unsere Mitarbeitenden beim mobilen Arbeiten und wir bekamen tolle Einsendungen: aus dem Garten, vom Esstisch, im Schlafzimmer, auf dem Sofa, im Café und erstaunlich viele Tierfotos, auf denen es sich die Katze auf der Tastatur gemütlich macht.

Vertrauen statt Kontrolle: Vorteile für alle Seiten

Mehr Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind nur zwei der vielen Vorteile für die Mitarbeitenden. Doch wir wissen auch, wie stark das Thema mit der Motivation der Mitarbeitenden und der Arbeitgeberattraktivität zusammenhängt. Es freut uns, dass unsere Mitarbeitenden nun noch zufriedener mit Roche als Arbeitgeber sind. Außerdem fördern wir damit eine Kultur des Vertrauens und nehmen einen positiven Wandel wahr. Niemand muss bei Schneechaos einen gefährlichen und oft langwierigen Arbeitsweg auf sich nehmen oder kurzfristig einen Babysitter organisieren – denn wir wissen, dass unsere Mitarbeitenden auch außerhalb der Bürowände einen großartigen Job machen.

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