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Über Jahrzehnte bestimmte der Manager beim Technologiekonzern die erfolgreiche Entwicklung der Elektrowerkzeuge mit.

Beim Stiftungskonzern Bosch gibt es immer wieder Topmanager in der obersten Führungsetage, die nicht so im Rampenlicht stehen, schon allein weil sie nicht in der Kernsparte Mobility arbeiten. Aber für den Erfolg des Technologiekonzerns sind sie enorm wichtig. Einer dieser Manager ist Uwe Raschke, der jetzt aus der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH ausgeschieden ist.

Es war schon eine gewisse Genugtuung für den 63-Jährigen, dass ausgerechnet in seinem letzten Jahr für Bosch – dem Coronajahr – die von ihm in der obersten Konzernführung verantworteten Elektrowerkzeuge und Hausgeräte nicht nur florierten, sondern die Verluste im Autogeschäft zumindest teilweise ausglichen.

"Die Menschen waren zu Hause, investierten in Hausgeräte und nahmen sich Zeit für Heimwerkerprojekte oder ihre Gärten", sagt Raschke. Die Nachfrage nach Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen war während der Pandemie erheblich angestiegen. Der Umsatz legte um 5,1 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro zu.

Die operative Rendite erzielte einen Spitzenwert von 11,5 Prozent. Und der Erfolg scheint weiterzugehen. "Wir sind sehr stark ins Jahr gestartet", sagte der Bereichschef der Elektrowerkzeuge und Gartengeräte, Henk Becker, dem Handelsblatt. Die Grundlagen für diesen Erfolg gehen auch auf Raschkes Wirken zurück, der 1984 nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Personalwesen an der Universität Mannheim bei Bosch als Vertriebstrainee begann und sich hocharbeitete.

Nach einer Auslandsstation in Singapur kehrte er 1998 als Verkaufsleiter Welt zum Stammsitz der Elektrowerkzeuge nach Leinfelden-Echterdingen zurück und rückte in den Bereichsvorstand auf, den er von 2003 bis 2008 führte.

Es folgte die Berufung in die Konzerngeschäftsführung, wo er auch für Elektrowerkzeuge und Hausgeräte zuständig blieb. In der Zeit übernahm Bosch von Siemens die Hälfte des Joint Ventures BSH. 2019 folgte noch ein "Feuerwehreinsatz" bei den Hausgeräten. Raschke brachte die etwas schwächelnde Sparte wieder in Schuss und holte für die Zukunft mit Carla Kriwet eine Topmanagerin von Philips.

Unter Raschkes Ägide bei den Elektrowerkzeugen gelang Bosch nicht nur die konsequente Umstellung auf Lithium-Ionen-Akkus, er schaffte auch das Kunststück, den winzigen Akkuschrauber Ixo eingepackt in eine schmucke Blechkiste zum Lifestyle-Artikel aufzubauen. Weltweit verkaufte Bosch rund 20 Millionen Stück – Weltrekord für ein Elektrowerkzeug.

"Ab fünf Prozent Wachstum beginnt das Leben, ab zehn Prozent der Spaß", sagte Raschke einmal. Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Egal, für welche Region er in seinen 35 Jahren verantwortlich war, er trimmte sie alle auf profitables Wachstum, notfalls mit einer Neuausrichtung wie zuletzt beim Hausgerätegeschäft in China. Und Raschke war immer bereit, neue Wege zu gehen.

Er führte moderne Arbeitsmethoden, flache Hierarchien, "Design Thinking" und "User Experience" ein: Der Marketingexperte baute eine unabhängige Geschäftseinheit für die Emerging Markets für professionelle Werkzeuge auf, forcierte das Onlinegeschäft und brach mit der Tradition, als er die professionelle Elektrowerkzeuglinie Bosch Blau erstmals in europäischen Baumärkten anbot.

Raschke sieht da keine Konflikte, Hobby- und Profigeräte parallel anzubieten. "Die Kundengruppen überschneiden sich kaum", betont Raschke. Warum aber die 18-Volt-Akkus zwischen den Hobbygeräten und den Profigeräten nicht kompatibel sind, bleibt ein Geheimnis der Bosch-Führung. Zumal Bosch gerade seine Akku-Plattformen jeweils für neue Partner geöffnet hat. Raschke wird die weitere Entwicklung jetzt aus dem Ruhestand verfolgen.

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