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Sie sind gefeuert

Emoji, Emoticon, Luftballon, Grinsen [Quelle: unsplash.com, Autor: Bernard Hermant]

Quelle: unsplash.com, Bernard Hermant

Emojis, Gifs und Chatprogramme wie Slack sollen den Ton im Büro auflockern. Solange die Hierarchien starr bleiben, bewirken sie das Gegenteil.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Emojis. Ich halte es damit wie mit Salz: Ein bisschen kann nicht schaden. Wenn ich in der U-Bahn sitze und auf die Sprachnachricht einer Freundin gerade nicht ausführlich antworten kann, klicke ich ein paar Mal auf . Und schon habe ich eine erste Begeisterung mitgeteilt, bevor ich mich mit einem "Melde mich später, " aus der Affäre ziehe. Chats gehören zu meinem Alltag, seit ich schreiben kann. Als heute 26-Jährige bin ich gewohnt, schnell zu reagieren. Privat – und auch beruflich.

Keine Frage, es kann ganz praktisch sein, nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Termin mit dem Chef zu vereinbaren, sondern einfach ein "Hey, passt so" ins Chatfenster zu tippen. Dennoch wünsche ich mich manchmal in die Arbeitswelt meiner Eltern zurück, in der – wie zum Glück immer noch in den meisten Betrieben üblich – Arbeitsanweisungen per E-Mail kamen. Darin stand dann etwa "Sehr geehrte Frau Jankovska, für die kommende Woche wäre eine weitere Auftragsbearbeitung im Umfang von vier Stunden nötig. Könnten Sie diese in Ihrem Kalender unterbringen?". Und nicht, wie bei mir, einfach ein lockeres "Hey, könntest du mal kurz drauf schauen, dauert auch nicht lange?" im Slack-Chat. Denn was antwortet man da, als fromme und stets bereite Arbeitnehmerin? "Ja, mach ich gleich." Und dahinter setzt man ein Smiley, obwohl man völlig gestresst ist und innerlich überkocht.

"Die Schwelle, nach Feierabend ins Chatfenster 'Morgen spontanes Meeting um 7:30 ☀️' zu tippen ist niedriger, als den Mitarbeiter um 21 Uhr anzurufen."

Für alle, die in letzten Jahren nicht in einem Start-Up gearbeitet haben: Slack ist eine von Stewart Butterfield entwickelte App, die Beschäftigte eines Unternehmens miteinander verbindet. Anstatt eine E-Mail zu schicken, können sie direkt zu zweit oder in der Gruppe miteinander chatten, Emojis und Gifs senden. Alle Teilnehmer können – anders als bei E-Mails – in Echtzeit sehen, was die anderen zum gleichen Thema schreiben. Zum Ärger mancher Angestellten funktioniert Slack nicht nur auf dem Computerbildschirm, sondern auch auf dem Privathandy. Inzwischen wird Slack nach eigenen Angaben von 50.000 Unternehmen in 100 Ländern genutzt.

Slack und andere Technologien, mit denen Kollegen miteinander chatten können, haben das Potenzial, das Arbeitsleben vieler Menschen zu vereinfachen. Sie können dabei helfen, die E-Mail-Flut zu reduzieren. Und es ist schlicht praktischer, in einer WhatsApp-Gruppe zu koordinieren, wer spontan eine Kollegin vertreten kann, als alle Mitarbeiterinnen einzeln anzurufen. Gleichzeitig verschwimmt so immer mehr die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit. Die Schwelle, nach Feierabend in ein Chatfenster "Morgen spontanes Meeting um 7:30 ☀️" zu tippen, ist definitiv niedriger, als um 21 Uhr den Mitarbeiter anzurufen und ihm zu sagen, dass er morgen eine Stunde früher als sonst im Büro sein muss.

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